Musik-Revue ließ die 70er-Jahre wieder aufleben.

Vico Malente und Melanie Stahlkopf in der Musikrevue.
Vico Malente und Melanie Stahlkopf in der Musikrevue.

Vico Malente und Melanie Stahlkopf in der Musikrevue.

Georg Salzburg

Vico Malente und Melanie Stahlkopf in der Musikrevue.

Ratingen. Die 70er-Jahre - für die einen die Zeit von Flower Power, Hasch und Rebellion, für die anderen die goldene Ära der Prilblumen, Plateauschuhe und Polyesterhemden. Für letztere bot sich die einmalige Gelegenheit für ein nostalgisches Abtauchen in die nahe Vergangenheit: "Musik ist Trumpf" nennt sich der Kessel Buntes, den das Ensemble "Familie Malente" am Dienstagabend auch im gut besuchten Ratinger Stadttheater zum Besten gab.

Dekoration, Frisuren und Kleidung stimmten bis ins kleinste Detail

Schon der erste Blick auf die Bühnendekoration ließ Schlagerherzen höher schlagen: Die glitzernden Stellwände und die weißen Plastikwaben wirkten tatsächlich so, als würde gleich Dieter Thomas Heck mit meterlangen Koteletten auf die Bühne stürmen. Das taten dann aber die Brüder Vico und Peter Malente, die gemeinsam mit ihren charmanten Kolleginnen Christin Deuker und Melanie Stahlkopf durch die schillernde Zeitreise geleiteten.

Alle vier sind ausgebildete Musicalsänger, so dass sie den unvergessenen Melodien der goldenen Schlager-Ära selbstredend selber ihre Stimmen liehen und dabei so manchen Text etwas abänderten, um ihrem roten Faden durch das Bühnengeschehen zu helfen.

So verwies Peter Maffays Hit "Und es war Sommer" mit einem Mal nicht mehr auf die Jahreszeit, sondern auf die Jacobs-Kaffeetante Karin Sommer. Denn neben der Musik wurde auch ausgiebig den schrägen Werbeikonen der 70er gehuldigt. Und auch Fernsehgrößen wie Stefan Derrick oder Ganoven-Jäger Eduard Zimmermann ("Aktenzeichen XY") durften nicht fehlen.

Während Dekoration, Frisuren und vor allem die skurrile Kleidung bis ins kleinste Detail überzeugte und auch die Gesangsleistungen über jeden Zweifel erhaben waren, erschwerte der Fluch (oder Segen) der späten Geburt jedoch den Zugang zu diesem hastigen und etwas oberflächlichen Streifzug. Oder anders ausgedrückt: Man muss wohl dabei gewesen sein, um allem eine positive Note abgewinnen zu können, denn leider waren auch die Witze bestenfalls so originell wie einst bei Harald und Eddi oder Fips Asmussen.

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