Dank eines neuen Verfahrens könnte die Stadt den Ratingern genau aufzeigen, wo sich Solaranlagen lohnen.

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Installation einer Solaranlage (bei Heidelberg). In Ratingen wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis Hausbesitzer anhand eines Solarkatasters nachsehen können, ob sich auf ihrem Dach eine Anlage rentiert.

Installation einer Solaranlage (bei Heidelberg). In Ratingen wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis Hausbesitzer anhand eines Solarkatasters nachsehen können, ob sich auf ihrem Dach eine Anlage rentiert.

dpa

Installation einer Solaranlage (bei Heidelberg). In Ratingen wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis Hausbesitzer anhand eines Solarkatasters nachsehen können, ob sich auf ihrem Dach eine Anlage rentiert.

Ratingen. Bevor ein ein Dach mit Solarzellen bestückt wird, stellt sich immer die gleiche Frage: Lohnt sich das überhaupt? Wie hoch wäre denn die Sonnenausbeute? Da spielt die Lage eine Rolle, die Dachneigung, Schatten und manches mehr. Auskunft kann darüber ein Solarkataster geben. Also eine Karte, in der die erwartete Sonneneinstrahlung verzeichnet ist.

Das Verfahren ist noch jung. Luftbilder gehören zwar schon lange zum Standardprogramm der Kommunen. Aus großer Höhe erfassen sie regelmäßig Veränderungen der Landschaft. Doch erst, seit sich die Datendichte dank moderner Scanner mit Laser-Technik rapide erhöht hat, eröffnen sich neue Anwendungen. Nun lassen sich die genauen Maße von Bäumen, Straßen oder sogar Gullideckeln erfassen, Neigungswinkel können berechnet und Schatten erkannt werden.

Wissenschaftler der Universität Osnabrück haben das Projekt "Sun Area" ins Leben zu rufen: In einem aufwändigen Rechenverfahren ermitteln sie seit zwei Jahren das Solarenergie-Potenzial von Häuserdächern ganzer Regionen. Nach dem Willen der SPD sollte Ratingen schon bald daran teilnehmen - und den Bürgern über das Internet die Daten zur Verfügung stellen. Damit würde ihnen die Entscheidung zugunsten einer Solaranlage erleichtert.

"Das Projekt ist sehr überzeugend und sehr wichtig", meint SPD-Fraktionschef Christian Wiglow. "In Ratingen liegt sicher ein großes Potenzial an Sonnenenergie brach. Durch dieses Verfahren kann es offengelegt werden."

SPD ist mit Ratsbeschluss zufrieden: "Ratingen als Impulsgeber im Kreis"

Doch das Solarkataster wird frühestens Ende dieses Jahres beschlossen. Denn vorerst hat der Rat das Projekt verschoben. "Man muss abwarten, wie erfolgreich das Solarkataster in anderen Kommunen läuft und welche Folgekosten damit verbunden sind", erklärt der zuständige Mitarbeiter des Hochbauamtes, Rolf Bastian. Auch die SPD ist damit einverstanden. "Die Entscheidung ist ein Fortschritt, denn der Antrag wurde nicht gleich abgelehnt", sagt Wiglow, der hofft, "dass Ratingen mit dem Solarkataster der Impulsgeber für das Kreisgebiet sein kann".

Ob die Entscheidung zugunsten des Solarkatasters aber wirklich in einem Jahr fällt, bleibt fraglich. Denn bisher ist das Solarkataster lediglich an dem Uni-Standort Osnabrück und in Teilen Gelsenkirchens zur Anwendung gekommen. Doch das einzige was in Gelsenkirchen bisher passiert ist: Bürger haben ihr Interesse erklärt. Gebaut wurde dort seit der Kataster-Einführung im Mai noch keine Solaranlage.

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