Altweiber: Erstmals wird in der Stadthalle eine Großparty für Jugendliche ab 14Jahre veranstaltet.

Heinz Hülshoff kommt mit seinen Lieder an Altweiber bei der Jugend auf dem Markt bestens an.  (Archiv
Heinz Hülshoff kommt mit seinen Lieder an Altweiber bei der Jugend auf dem Markt bestens an. (Archiv

Heinz Hülshoff kommt mit seinen Lieder an Altweiber bei der Jugend auf dem Markt bestens an. (Archiv

Pierre Hohn

Heinz Hülshoff kommt mit seinen Lieder an Altweiber bei der Jugend auf dem Markt bestens an. (Archiv

Ratingen. Für die Ratinger Jugend gibt es an Altweiber nur eines: Ab auf den Marktplatz! Das Treffen dort hat seit Jahren Kultstatus. Aus allen Stadtteilen strömen die Jugendlichen in die Innenstadt, um dort zu feiern - und zu trinken. Unschöne Exzesse hatten in der Vergangenheit für reichlich Ärger gesorgt, so dass die zuständigen Stadtämter gemeinsam mit der Polizei und dem Jugendrat ein Alternativprogramm angeboten hatten - mit Erfolg.

Es wurde von Jahr zu Jahr weiter entwickelt und kam gut an. Besonders der singende Gastwirt Heinz Hülshoff hatte es immer wieder geschafft, die Jugend auch mit seinen Stimmungsliedern mitzureißen. Das gravierendste Problem, der gestiegene Alkoholkonsum bei Jugendlichen und sogar Kindern, konnte im Rahmen des Möglichen eingedämmt und kontrolliert werden.

In diesem Jahr gibt es eine weitere Premiere: Der Marktplatz erhält ein neues Gesicht, zudem will die Stadt mit einer Riesensause in der Stadthalle den Jugendlichen ab 14Jahren eine attraktive Alternative bieten - eine Alternative zum rumhängen, trinken oder durch die Gegend ziehen. Für die Jüngeren gibt es eine Eislaufdisco in der Eishalle sowie eine Kinderkarnevalsdisco im Lux.

Der Jugendrat schenkt Getränke aus und bietet Alkoholtests an

Nach dem Rathaussturm geht’s auf dem Marktplatz rund - diesmal mit einer größeren, überdachten Bühne links vom Brunnen. Der Jugendrat übernimmt wieder den Ausschank der Getränke, außerdem können die Jugendlichen Alkoholtests durchführen. Auch die Tanzschule am Wall wird bei dem gut einstündigen Programm mitmischen. Dann will man die Jugendlichen langsam in Richtung Stadthalle "kanalisieren", wo ab 14.14 Uhr die Riesenparty steigt.

Eine Alu-Konstruktion soll den Hallencharakter vergessen machen und signalisieren: Hier ist Partyzone. Eingelassen werden Jugendliche ab 14 Jahren, wer alkoholisiert ist, muss draußen bleiben. Hallenpächter Heinz Hülshoff schenkt Getränke in 0,3-Liter-Bechern zu günstigen Preisen aus: 1,50 Euro für Softdrinks, zwei Euro für Bier (ab 16 Jahren). Discjockey und Lichttechnik sind selbstverständlich.

Gefeiert werden darf bis Mitternacht. Damit der Nachwuchs auch sicher nach Hause kommt, soll die Rheinbahn zusätzliche Busse einsetzen, die ab 24 Uhr nur Ratinger Haltestellen anfährt. Die Disco-Linie ist zudem von Altweiber bis Karnevalssonntag nach ihrem üblichen Fahrplan im Einsatz. "Der DJ wird regelmäßig die Abfahrten der Busse in der Halle ansagen", nennt Mitorganisator Piet Frohnhoff einen weiteren Service.

Insgesamt 20 Sicherheitskräfte werden erst auf dem Marktplatz, dann rund um die Stadthalle für Ordnung sorgen. Dabei werde auch speziell der Tiefgaragenbereich kontrolliert. Die Veranstalter rechnen mit rund 1500 Partygästen. Die Lintorfer Manege, in die im vergangenen Jahr rund 1300 Besucher gekommen waren, hat diesmal geschlossen.

Eltern erhalten über die Schulen noch einen Infobrief

Das Ordnungsamt hat generell scharfe Kontrollen angekündigt, vor allem bei Kiosken und Tankstellen: Wer Alkohol an Jugendliche abgibt, muss mit dicken Geldbußen rechnen. Die Polizei ist übrigens mit der Großparty in der Stadthalle sehr zufrieden. "Viele Jugendliche wussten nach der Fete auf dem Marktplatz nicht wohin", erinnert sich Polizeichef Elmar Hörster. Viele trafen sich dann in Randbereichen - etwa im Park am Beamtengässchen oder am Graben am Obertor. Dort gab es dann auch verstärkt Prügeleien.

Alle Eltern der Schüler in den weiterführenden Schulen erhalten in den nächsten Tagen ein Schreiben des Jugendamtes mit Informationen über den Umgang mit Alkohol bei Kindern und Jugendlichen. Die Bestimmungen des Jugendschutzes sind nämlich auch an Karneval nicht außer Kraft gesetzt.

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