Regina Rieck ging im Sommer auf eine Pilgerreise.

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Regina Rieck pilgerte auf dem Jakobsweg.

Regina Rieck pilgerte auf dem Jakobsweg.

privat

Regina Rieck pilgerte auf dem Jakobsweg.

Ratingen. Regina Rieck hatte schon vorher entschieden loszugehen. Lange bevor Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" in den Buchläden stand, hatte die 48-Jährige beschlossen, sich ebenfalls auf den Weg zu machen. Zu sich selbst. Zu Gott. Nach Santiago de Compostella. Auf den Jakobsweg.

Drei Wochen lang war die Teamassistentin unterwegs - im Sommerurlaub, einer Zeit, die die meisten am liebsten liegend am Strand verbringen. Doch Regina Rieck suchte gerade das Gegenteil. Sie begab sich auf eine Reise fernab allen Luxus’, nur mit ein wenig frischer Kleidung und ein bisschen Geld im Gepäck.

Schlüsselerlebnis vor drei Jahren führte zum Entschluss

"Ja, es war eine echte Pilgerreise", sagt sie. Sicher: Hape Kerkeling sei jetzt in aller Munde. Und den Jakobsweg zu erwandern eine beliebte Herausforderung geworden.
 
"Doch das war es für mich gerade nicht", betont sie - und spricht damit ehrlich aus, was heutzutage so manch einer lieber für sich behält. "Ich glaube an Gott." Die Begegnung mit ihm hat sie gesucht - und gefunden.
 
Drei Jahre ist es her, dass Regina Rieck sich den Pilgerort in Spanien als Ziel ausgesucht hat. Damals passierte etwas, das ihr Leben veränderte. Ihre 16-jährige Tochter lag nach einem Reitunfall im Koma.
 
Und lange war nicht klar, ob das Mädchen wieder gesund wird. "Da habe ich einen ,Deal’ mit Gott gemacht", sagt sie. "Wenn sie wieder gesund wird, gehe ich nach Santiago."
 
Die Tochter wurde wieder gesund. Und Regina Rieck hatte nun, ein paar Jahre nach dem Ereignis, genug Abstand, um ihr Vorhaben wahrzumachen. "Aber ich war unsicher", erinnert sie sich.
 
"Schaffe ich das?" war die Frage, die sie sich im Vorfeld oft stellte. Doch als aktives Gemeindemitglied in der Friedenskirche in Ost erfuhr sie viel Zuspruch.
 
Dann die Entscheidung: Der Jahresurlaub in diesem Jahr sollte für die Pilgerreise reserviert werden. Drei Wochen im Juli nahm Regina Rieck sich Zeit. In Léon/Spanien wollte sie einsteigen, 350 Kilometer weiter, in Santiago, enden.
 
Die Strecke schaffte sie letztlich in 14 Tagen. "Darauf kommt es aber nicht an", sagt sie. Als viel wichtiger empfindet sie das, was sie auf dem Weg erlebte.
 
"Das Pilgern gibt ein ungeheures Gefühl der Stärke." Begegnungen mit anderen Pilgern schaffen Gemeinschaft. Alleinsein führt zu Einkehr und Ruhe. "Plötzlich werden andere Dinge wichtig."
 
Und als sie am Ende ihrer Reise von Santiago nach Finisterre den Bus nahm, war sie plötzlich baff, wie schnell sie am Ziel war. "Ich konnte das gar nicht glauben."

Wer mehr erfahren möchte, sollte morgen, um 10 Uhr, den Gottesdienst in der Friedenskirche, Hegelstraße 16, besuchen. Dann berichtet Regina Rieck von ihren Erfahrungen.

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