Die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen belegen: Das Gymnasium ist weiterhin die beliebteste Schulform – trotz G8 und dem allgemeinen Trend zur Gesamtschule.

Nicht immer sind die Grundschulempfehlungen für die weiterführende Schulen richtig. In einigen Fällen wird den Gymnasien der Vorzug gegeben, obwohl der Besuch der Realschule oder der Gesamtschule sinnvoller wäre.
Nicht immer sind die Grundschulempfehlungen für die weiterführende Schulen richtig. In einigen Fällen wird den Gymnasien der Vorzug gegeben, obwohl der Besuch der Realschule oder der Gesamtschule sinnvoller wäre.

Nicht immer sind die Grundschulempfehlungen für die weiterführende Schulen richtig. In einigen Fällen wird den Gymnasien der Vorzug gegeben, obwohl der Besuch der Realschule oder der Gesamtschule sinnvoller wäre.

dpa

Nicht immer sind die Grundschulempfehlungen für die weiterführende Schulen richtig. In einigen Fällen wird den Gymnasien der Vorzug gegeben, obwohl der Besuch der Realschule oder der Gesamtschule sinnvoller wäre.

Ratingen. Die Hauptschule ist das Sorgenkind des Schulsystems - das ist sicher. Bestes Beispiel ist die Heinrich-Heine-Schule in Lintorf. Sie wird bald nicht mehr existieren, weil sich in den vergangenen Jahren immer weniger Kinder dort angemeldet haben. Die genauen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr an der Elsa-Brandström-Hauptschule und die anderen weiterführenden Schulen wollte Sozialdezernent Rolf Steuwe am Mittwoch nicht nennen.

Man müsse erst noch abwarten, bis die Probeunterrichststunden abgeschlossen sind und die Schulaufsicht über die Zügigkeit an den einzelnen Schulen beraten hat, argumentiert er. Erst dann sei ganz genau sicher, wie viele Schüler letztlich auf den Schulen angemeldet sind.

Unserer Redaktion liegen dennoch die vorläufigen Anmeldezahlen der Realschulen, Gesamtschule und Gymnasien vor. Und aus denen geht hervor, dass jetzt auch die Realschulen vor Problemen stehen.

Die Werner-Heisenberg-Realschule beispielsweise hat "einen ernsten Einbruch zu verzeichnen", sagt Schulleiter Wolfgang Schoch. 33 Kinder seien angemeldet worden. Damit könnten zwei Klassen gebildet werden. Sicher sei dies aber noch nicht. Die Bezirksregierung muss darüber noch entscheiden.

Schoch ärgert es, dass immer weniger Eltern sich für die Realschule entscheiden. Und er kritisiert die Grundschulen. Diese würden Eltern oft falsche Empfehlungen für den Besuch der weiterführenden Schule geben. "Zu viele Kinder, die eigentlich zur Realschule sollten, landen deswegen erst einmal auf dem Gymnasium."

Die Grundschulempfehlungen sind mangelhaft

Ein fataler Fehler nach Meinung des Realschulrektors. Denn spätestens nach Klasse sechs müssen viele wieder runter vom Gymnasium, weil sie den Leistungsanforderungen nicht gerecht werden konnten.

Und dieses Phänomen wird in Zukunft noch deutlicher. Da sind sich viele Schulleiter sicher. Grund ist auch das seit 2005 eingeführte Abitur nach acht Jahren: kurz G8. "Bis jetzt haben wir immer wieder mal Schüler, die in oder nach der Erprobungsstufe vom Gymnasium zu uns wechseln", sagt Michael Kreft, Leiter der Martin-Luther-King Gesamtschule.

Einen deutlichen Zuwachs seit Einführung von G8 (siehe Infokasten) gibt es jetzt noch nicht. "Aber das wird in den kommenden Jahren sicher noch durchschlagen."

Erstaunlich ist, dass in Ratingen sich im Gegensatz zu anderen Städten in NWR noch nicht der Trend weg vom Gymnasium hin zur Gesamtschule abzeichnet. In diesem Jahr erleben landesweit die Gesamtschulen einen Ansturm, weil die Eltern ihre Kinder die Anstrengungen des Turbo- Abiturs nicht zumuten wollen.

So meldeten sich dieses Jahr 136 Kinder an der Martin-Luther-King-Gesamtschule an, fast genau so viele waren es im Schuljahr zuvor mit 143Anmeldungen. In Ratingen ist das Gymnasium aber immer noch die beliebteste Schulform. Hier sind die Zahlen auf relativ hohen Niveau geblieben.

An Schülern gewonnen hat das Kopernikus-Gymnasium. 120 Anmeldungen liegen hier auf dem Tisch, 98 waren es im vergangenen Schuljahr. Das Carl-Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium hat dagegen leicht verloren: 114 Anmeldungen im Gegensatz zu 136 Anmeldungen im letzten Jahr. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hat mit 85 Anmeldungen fast so viele wie im Vorjahr (94).

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