Stadtmarketing: In Arbeitsgruppen wurden viele gute Ideen gesammelt und in einem neuen Konzept vereinigt: Es könnte viel bewegen.

Die Tourist-Info soll zur Service-Zentrale werden.  (Archiv
Die Tourist-Info soll zur Service-Zentrale werden. (Archiv

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Pierre-Claude Hohn

Die Tourist-Info soll zur Service-Zentrale werden. (Archiv

Ratingen. Die Arbeiten im Vorfeld haben sich offensichtlich gelohnt: Mit einem Bündel verschiedenster Maßnahmen will das Stadtmarketing die Stadt nach vorne bringen, ihr Profil schärfen und sie als attraktive Größe in der Region verankern. Zugleich sollen die vorhandenen Stärken und Qualitäten ausgebaut und verfeinert werden. Natürlich kann und will das Stadtmarketing das Rad nicht neu erfinden, vielmehr sollen die gesteckten Ziele mit vielen kleinen Schritten erreicht werden. 

Am Donnerstag stellte Stadtmarketing-Geschäftsführer Frank Rehmann das neue Gesamtkonzept vor. Ihm waren unter anderem fünf öffentliche Arbeitsgruppen im Sommer und Herbst vergangenen Jahres vorangegangen. Rund 170 Interessierte haben zu den Schwerpunkten Innenstadt, Stadtteile, Sport, Kultur und Tourismus diskutiert und ihre Ideen eingebracht. "Ziel war eine zeitnahe und handlungsorientierte Umsetzung, nicht etwa wie Ratingen im Jahre 2030 dastehen könnte", sagte Rehmann. Das Gesamtkonzept im Einzelnen:

Hier hapert es noch gewaltig. Geplant ist eine bessere Vernetzung und ein monatlich (statt vierteljährlich) erscheinender Veranstaltungskalender. Der auf der städtischen Homepage soll entrümpelt werden. Um ein Markenzeichen zu werden, müsse die Stadt sich eine "visuelle Identität" geben. Bislang sei der öffentliche Auftritt wie "Sodom und Gomorrha", so Rehmann.

Ein Gestaltungshandbuch soll für ein einheitliches Erscheinungsbild "aus einem Guss" sorgen - egal ob auf dem Briefkopf oder auf einem Werbeplakat. Die Umsetzung erledigt eine Werbeagentur. Nötig sei auch ein Werbekonzept, das sich weniger, aber hochwertiger Werbeträger (Litfasssäulen, Alurahmen) bedient. Geplant ist auch ein zehnminütiger Imagefilm über die Stadt, der je nach Verwendungszweck allgemein oder mit Themenschwerpunkt gehalten ist. Rehmanns Idee: Alle Neubürger sollen die DVD samt zusätzlicher Infos gratis bekommen.

Unverzichtbar wäre auch ein gutes Sortiment von etwa 60 bis 80 "Ratingen"-Werbeartikeln. Viel zu tun gibt es auch bei der Beschilderung: Von "Willkommen"-Schildern am Ortseingang und in den Stadtteilen über fußläufige Beschilderung in der Innenstadt bis zu Hinweisen auf Kultur- und Sportstätten sowie eine aktuelle Hotelroute.

Das Angebot ist sehr gut, die Präsentation kann verbessert werden - vor allem im Bereich Ankündigung und Terminplanung. Das Stadtmarketing selbst will sich auf wenige Großveranstaltungen "mit Strahlkraft" und Besucherzahlen ab 20000 konzentrieren. Deshalb zieht sich das Stadtmarketing aus dem Homberger Seifenkistenrennen zurück, will aber lokalen Veranstaltern bei der Durchführung helfen. Das Radrennen fällt in diesem Jahr aus, weil Sponsoren abgesprungen sind. Dafür erwartet die Ratinger eine Reihe hochkarätiger Feste (siehe Infokasten).

Als erstes soll eine Geschäftsflächen-Datenbank eingerichtet werden, um den vorhandenen Bestand in der Innenstadt zu erfassen. Nur so kann auch bei Bestandssicherung und Neuansiedlung steuernd eingegriffen werden. Auch ansiedlungswillige Händler können sich darin informieren. Leerstände sollen kulturell und kommerziell genutzt werden, um einer Verödung der City vorzubeugen. Ein einfaches Beleuchtungskonzept soll wenige Lichtakzente setzen, eine Service-Offensive (Bringdienst für Einkäufe) könnte Kunden binden und neue Einkäufer locken.

Die Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Stadtteilzentren soll verstärkt werden, bei lokalen Veranstaltungen will das Stadtmarketing unterstützen - etwa mit Shuttlebussen. Denkbar wären auch Stadtteilbroschüren mit wesentlichen Infos und Kontaktdaten.

Hier steht die Erstellung einer mehrsprachigen Hotelbroschüre ganz oben. Zudem sollen die Ratinger Hotels (mit immerhin 340 000 Übernachtungen pro Jahr) unmittelbar über touristischen Angebote informiert werden. Die Tourist-Info an der Minoritenstraße soll zu einer Service-Zentrale ausgebaut werden, bei der auswärtige Besucher oder Veranstalter nicht nur einzelne Angebote, sondern auch komplette Pakete (Hotel plus Veranstaltungen) buchen können.

Um Ratingen zur fahrradfreundlichen Stadt zu machen, will das Stadtmarketing gezielte Verbesserungen bei der Infrastruktur: Radwege, Radständer, Radverleih, Fahrradstraßen. Mittelfristig soll der Blaue See wieder zu einem Aushängeschild der Stadt werden.

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