Aktionsbündnis: Ratingen schließt sich einer Initiative der Kreispolizeibehörde Mettmann an. Sie soll ältere Menschen vor Trickbetrügern schützen.

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„Haben Sie ein Glas Wasser?“ Ältere Menschen fallen immer noch manchmal darauf rein.

„Haben Sie ein Glas Wasser?“ Ältere Menschen fallen immer noch manchmal darauf rein.

dpa

„Haben Sie ein Glas Wasser?“ Ältere Menschen fallen immer noch manchmal darauf rein.

Ratingen. Es klingelt an der Tür, dann geht alles ganz schnell. Ein junger Mann stellt sich der 80-jährigen Hildegard Kulle vor, bittet um ein Glas Wasser. Sie geht in die Wohnung, um eines zu holen. Schon macht sich der Mann auf den Weg ins Wohn- und Schlafzimmer, durchwühlt Schubladen und Schränke und klaut Schmuck und einen Batzen Geld, das die Seniorin versteckt hatte - aber nicht gut genug.

"Trickdiebe sind geschickt und wissen, wie sie ihre Opfer reinlegen können und wo sie ihr Geld und ihre Wertsachen verstecken", sagt Polizeioberkomissar Jörg Marsall.

Senioren sollen sich zu Sicherheitsberatern ausbilden lassen

Damit in Zukunft weniger ältere Menschen auf die Trickdiebe hereinfallen, werden in Zukunft Seniorensicherheitsberater in der Stadt Ratingen über die Methoden der Trickdiebe informieren. So zumindest der Wunsch der Kreispolizei Mettmann, die das Aktionsbündnis Seniorensicherheit gegründet haben. Im Rahmen des Bündnisses sind die Polizeibeamten ab sofort auf der Suche nach Senioren, die sich zu Sicherheitsberatern ausbilden lassen sollen.

Dabei setzten die Beamten auf Leute, die bereits ein Ehrenamt haben - zum Beispiel in Seniorentreffs, Altenheimen oder Begegnungsstätten. "Diese Leute erreichen ihre Altersgenossen besser als wir das jemals tun können. Besonders diejenigen, die aufgrund ihres Alters das Haus nicht mehr verlassen können."

Aktionsbündnis soll auf andere Felder ausgeweitet werden

Damit die Sicherheitsberater ihre Aufgabe erledigen können, werden sie von der Polizei einen Tag lang geschult. Dabei erfahren sie Grundsätzliches zum Ausmaß des Trickdiebstahls, welche Formen es gibt und wie Senioren auf Trickdiebe reagieren sollten. Danach, sagt Marsall, soll zwischen den Sicherheitsberater und der Polizei weiterhin enger Kontakt bestehen. "Dann lassen sich weitere Fragen klären."

Das Projekt des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit soll, so der Plan der Polizei, längere Zeit andauern und auf andere Felder ausgeweitet werden. "Nach dem Thema Trickdiebstahl wird die Sicherheit im Straßenverkehr eine Rolle spielen", sagt Marsall. Denn auch hier zeige die Statistik, dass Senioren oft Unfallopfer seien. Genaue Zahlen nannte der Polizeioberkomissar hierzu allerdings nicht. Laut Statistischem Bundesamt sind jedoch rund 57Prozent aller über 70-Jährigen, die in einen Verkehrsunfall verwickelt sind, die Hauptverursacher.

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