Neujahrslauf: Wetter drückt Teilnehmer- und Besucherzahlen. Winterdienst hat die Strecke hervorragend präpapiert.

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Auch beim Schülerlauf wurde erbittert um jeden Meter und jede Sekunde gekämpft.

Auch beim Schülerlauf wurde erbittert um jeden Meter und jede Sekunde gekämpft.

Pierre-Claude Hohn

Auch beim Schülerlauf wurde erbittert um jeden Meter und jede Sekunde gekämpft.

Ratingen. Bei frostigen Temperaturen (minus zwei Grad), Eis und Schnee zu laufen, ist nicht jedermanns Sache. Das müssen sich auch viele Breitensportler gedacht haben, als sie am Sonntagmorgen aus dem Fenster blickten. Unter diesen Witterungsbedingungen war der Teilnehmerrekord (1643) des Neujahrslaufes nicht zu brechen. 1297 Meldungen waren bis zum Start eingegangen. Einige Läufer zogen trotz gezahlter Gebühren den warmen Ofen zuhause vor. Entsprechend fiel auch die Reaktion von Frank Schmitz, Vorsitzender des Veranstalters LG Ratingen, aus: "Ich bin enttäuscht. Mindestens 300 Meldungen fehlen mir jetzt in der Vereinskasse. Noch katastrophaler war allerdings die Zuschauerresonanz", machte Schmitz aus seinem Herzen keine Mördergrube. Immerhin 500 Unentwegte werden es gewesen sein, die der 32. Auflage dieses Volkslaufes zusahen.

Lob für den städtischen Bauhof für die Präparierung der Strecke

Für gute Stimmung sorgte Moderator Burkhard Swara mit seinen launigen und informativen Kommentaren. Die Aktiven selbst sahen den Volkslauf positiv. So auch die Familie Zein. Vater Silvio und seine fünf Kinder nahmen die Herausforderung an und erreichten alle das Ziel. "Das Wetter ist doch gut - zwar kalt, aber trocken", hieß es. Zudem gab es von allen Seiten Lob für die Präparierung der Strecke. Da hatte der städtische Bauhof mit seinem Kehr- und Streudienst ganze Arbeit geleistet. Der spätere Sieger, Niclas Bock aus Breitscheid, meinte: "Die Strecke war super. Bis auf ein paar Meter am Krankenhaus gab es keine rutschigen Stellen." So konnte es auch nicht verwundern, dass es keine ernsthaften Stürze gab. Auch die Johanniter hatten keinen Einsatz zu verzeichnen.

Ganz Hartgesottene liefen in T-Shirts und kurzen Hosen

Diejenigen, die sich auf die Strecke gewagt hatten, hatten sich winterlich eingekleidet: Dicke Trainingshosen, Schals und mehrere Trainingsjacken waren angesagt. Aber es gab auch Ausnahmen. Da liefen tatsächlich einige ganz Hartgesottene in kurzen Hosen und T-Shirts durch die Kälte - ein Hingucker für das Publikum, das mit "Ah" und "Oh" staunend auf die sommerlich gekleideten Akteure reagierte.

Spätestens am Ziel konnten sie sich aufwärmen, denn dort wartete die Reservisten-Kameradschaft Ratingen mit 250 Litern heißem Zitronentee. Auch die Zuschauer konnten sich am Start- und Zielpunkt auf dem Marktplatz stärken: Glühwein, Bockwürstchen, Berliner und kleine Schokoriegel wurden von einem Stand der LGR angeboten. Ingrid Hellbach, Trainerin bei der LGR, kam kaum zur Ruhe: "Wir sind mit dem Umsatz sehr zufrieden." Weniger gut liefen indes die Aktionen "Staffellauf" und "Ratinger Laufcup". Frank Schmitz: "Die Meldungen hierfür waren nicht der Rede wert. Das muss im nächsten Jahr besser werden."

In vergangenen Jahren war der Silvester- oder Neujahrslauf ein Ereignis, das Zuschauer in Massen anzog. Dass am Sonntag nur gut 500 Interessierte den Weg an die Laufstrecke gefunden haben, mag auch dem Wetter geschuldet sein. Allerdings hatten sich auch Promis rar gemacht. Aus dem Rathaus wurden lediglich Sportdezernent Rolf Steuwe und Bürgermeister Harald Birkenkamp, der auch die Siegerehrung vornahm, gesichtet.

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