Beim Neujahrskonzert überzeugten die Höseler Sänger mit glockenklarem Klang.

Toralf Hildebrand dirigierte den Knabenchor beim Neujahrskonzert im Stadttheater.
Toralf Hildebrand dirigierte den Knabenchor beim Neujahrskonzert im Stadttheater.

Toralf Hildebrand dirigierte den Knabenchor beim Neujahrskonzert im Stadttheater.

Pierre-Claude Hohn

Toralf Hildebrand dirigierte den Knabenchor beim Neujahrskonzert im Stadttheater.

Ratingen. "Halleluja..." strahlt es vollharmonisch aus 28 reinen Knabenkehlen - das Halleluja aus Taizé. Knaben-Kurrende waren zu Bachs Zeit besonders populär - beim Neujahrskonzert am Sonntag verpflichteten sich auch die Höseler Sänger unter Toralf Hildebrand dieser Liedtradition und dem Werk Mozarts.

Etwa bei Bachs "Jesu bleibet meine Freude": Die bekannten Endlosmelodien der Oboe und Streicher (ersetzt durch Torsten Laux am Flügel) werden immer wieder überstrahlt von glockenklarem Gesang. Die Sopran- und Altstimmen der Jungen geben dem rein und klar klingenden Chorklang ihren besonderen Reiz. So auch bei Mozarts "In Gottes Hand", einem melodiösen Choral, sauber intoniert.

Ricardo Marinello sorgte als Solist für ein anspruchsvolles Programm

Da bei den Kurrenden die Talentförderung im Vordergrund steht, hatten die Höseler gleich einen der besten Nachwuchs-Sänger engagiert: den Tenor Ricardo Marinello. Er hat 2007 beim Wettbewerb "Das Supertalent" gewonnen, nun studiert er Gesang an der Musikhochschule.

Entsprechend hochkarätig ist das Programm: Angefangen mit Schuberts "Ave Maria" oder "Das Wandern". Der 20-jährige Düsseldorfer besticht durch ein schönes Vibrato und gute Intonation. In der Höhe klingt die Stimme sonor, den Nachweis eines gesteuerten Fortissimos bleibt er allerdings schuldig.

Viel Beifall gibt es im nicht voll besetzten Saal für "Ombra mai fu", das Largo von Händel. Torsten Laux bestellt am Flügel das instrumentale Melodiegerüst zu César Franck´s "Panis Angelicus" (1872), bevor Ricardo Marinello den Zwiegesang mit den Sängerknaben sucht. Sein Tenor schwebt über dem Gesangteppich der Knaben. Eher für das widerhallende Kirchenschiff komponiert, büßt der Klang im gedämpften Stadttheatersaal an Obertönigkeit ein.

Dann zeigen die Jungen, dass auch im 20. Jahrhundert für Kinderstimmen komponiert wurde, sie singen Gustav Bieners (1926 - 2003) "Wie schön ist es dem Herrn zu danken" und Emil Rabes (geboren 1920) "Herr, mach mich zum Werkzeug ..." Die Jungen forcieren die gefühlte Konsonanz und bringen mit "O Sole Mio" - was sonst - ein glänzendes Finale.

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