Theater: Die Gruppe WIR brachte eine Kriminalfarce auf die Bühne. Noch zwei Aufführungen folgen.

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Thomas Uhr spielte überzeugend den tapsigen Provinzdetektiv Detlev Detzel in dem aktuellen Stück der Theatergruppe WIR.

Thomas Uhr spielte überzeugend den tapsigen Provinzdetektiv Detlev Detzel in dem aktuellen Stück der Theatergruppe WIR.

Anna Schwartz

Thomas Uhr spielte überzeugend den tapsigen Provinzdetektiv Detlev Detzel in dem aktuellen Stück der Theatergruppe WIR.

Ratingen. Detlev Detzel ist ein kleiner Privatschnüffler wie aus dem Bilderbuch. Zum zerknitterten Trenchcoat trägt er bevorzugt schreiend bunte Krawatten, die Auftragslage ist mäßig bis katastrophal und in der Schreibtischschublade wartete die Schnapsflasche. Da heißt es nicht lange überlegen, als ein anonymer Auftraggeber dem Provinzdetektiv 50000 Euro bietet, damit er herausfindet, wo die verschwundenen drei Millionen aus dem ominösen "Heuhof-Skandal" geblieben sind. Kurzum macht sich Detzel auf den Weg ins Heuhof-Hotel, um Gästen und Angestellten auf den Zahn zu fühlen. Leider scheiden nahezu alle, mit denen Detzel spricht, kurz darauf unsanft aus dem Leben.

Der Theatertruppe stand der Sinn nach Komödie

Mit der Kriminalfarce "Detektiv Detlev Detzel und der Würger vom Woogbach" feierte das "Theater WIR" der Volkshochschule Ratingen am Freitagabend Premiere im gut besuchten Stadttheater. Während im Winter stets das Weihnachtsmärchen auf dem Programm steht, darf sich die Laientruppe im Sommer "austoben" - und in diesem Jahr stand ihr offenbar der Sinn nach Komödie.

Die missratenen Ermittlungsversuche des tapsigen Detzel (wunderbar ziellos: Thomas Uhr) sind dabei nur Aufhänger für endlose Verstrickungen, Missgeschicke und skurrile Situationskomik. Mal tritt er in einer Sauna im Trenchcoat auf, mal merkt er nicht, dass hinter seinem Rücken gerade ein Mord passiert. Und natürlich steigt er übereifrig jeder attraktiven Frau hinterher, ohne zu ahnen, dass seine hübsche Sekretärin Ulla (naiv und doch temperamentvoll: Hanni Poguntke) nicht nur berufliches Interesse an ihm hat.

Wirklich satirisches Potenzial, wie im Programmheft angekündigt, hatte das Stück zwar nicht. Dafür bekamen die Zuschauer aber gute zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung im Stile der 60er-Jahre-Schmunzelkrimis. Der Humor war allerdings doch etwas deftiger und manchmal auf ziemlich abgedreht: Einen sprechenden Anrufbeantworter, der sich selbstständig macht, hatte man hier nicht wohl erwartet.

Morgen und übermorgen gibt es jeweils um 20 Uhr die Gelegenheit, die Abenteuer von Detektiv Detzel noch einmal mit zu erleben. Der Eintritt ist frei, kostenlose Einlasskarten können auch im Internet ausgedruckt werden unter

www.theater-wir.de

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