Vier Schüler der Helen-Keller-Schule haben bei den Special Olympics abgeräumt.

Die vier HKS-Teilnehmer an den Special Olympics in Idaho zeigen stolz ihre Medaillen (von links): Viktor Germus, Miriam Wegner, Katharina Lewen, Nicole Peters
Die vier HKS-Teilnehmer an den Special Olympics in Idaho zeigen stolz ihre Medaillen (von links): Viktor Germus, Miriam Wegner, Katharina Lewen, Nicole Peters

Die vier HKS-Teilnehmer an den Special Olympics in Idaho zeigen stolz ihre Medaillen (von links): Viktor Germus, Miriam Wegner, Katharina Lewen, Nicole Peters

Pierre-Claude Hohn

Die vier HKS-Teilnehmer an den Special Olympics in Idaho zeigen stolz ihre Medaillen (von links): Viktor Germus, Miriam Wegner, Katharina Lewen, Nicole Peters

Ratingen. "Der Viktor hat mir mein Gold weggenommen", sagt Miriam Wegner. Die 20-jährige Ratingerin ist Mitarbeiterin der Werkstatt für Behinderte, ehemalige Schülerin der Helen-Keller-Schule (HKS) und hat jetzt an den Winterspielen der Special Olympics in Idaho (USA) teilgenommen.

Ihre Aussage macht deutlich, wie groß der Ehrgeiz der Sportlerin war. Aber sie sagt es mit einem Lächeln. Und dazu hat sie auch allen Grund. Denn Miriam Wegner ist mit drei Silbermedaillen zurück gekommen.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde sie von ihrem Freund Jens abgeholt. "Der war so stolz auf mich", erinnert sich Miriam und strahlt. Aber sie ist nicht die einzige, die in den Farben der Helen-Keller-Schule in Idaho angetreten ist. Ebenfalls dabei waren Nicole Peters (19), Katharina (Lewen (15) und Viktor Germus (19). Mehr konnten nicht mitfahren, denn es waren harte Kriterien zu erfüllen.

Auf dem Snowboard waren die Ratinger nicht zu schlagen

Dafür waren auch alle erfolgreich: Neben den drei Silbermedaillen gewannen Viktor und Katharina jeweils Gold und Bronze, Nicole holte Gold und Silber. Gestartet sind alle vier in den Snowboard-Disziplinen Superslalom, Riesenslalom und Slalom. Bei der gestrigen Feierstunde in der Aula der Helen-Keller-Schule war die Stimmung dementsprechend blendend.

Zu den Schülern hat sich auch Bürgermeister Harald Birkenkamp gesellt. Der zollt den Athleten großen Respekt: "Auch ich bin ein begeisterten Wintersportler, fahre leidenschaftlich gerne Ski, aber an das Snowboard habe ich mich nicht herangetraut." Als Zeichen der Anerkennung hat er das Goldene Buch der Stadt Ratingen mitgebracht. Darin dürfen sich alle vier HKS-Teilnehmer verewigen.

Lehrerin Greta Kämmer, die das Quartett als Trainerin auf die Spiele vorbereit hat - unter anderem wurde in der Ski-Halle Neuss trainiert - war mit in die USA geflogen. "Mit allem drum und dran waren wir 30 Stunden unterwegs, ehe wir total erschöpft in unsere Hotelbetten sanken", erinnert sich Greta Kämmer.

Die Ratinger Teilnehmer waren von den Hotelunterkünften begeistert. "Doch das Essen war nicht so toll. Wir bekamen Lunchpakete in so einer Art von Schuhkarton. Da waren Weißbrottoasts drin, Chips und lauter ungesunde Sachen."

Die Medaillen sind auch gut fürs Selbstbewusstsein

Aber die Freude hat das alles schnell vergessen gemacht, als es raus aus Idahos Hauptstadt Boise in das 2,5 Stunden entfernte Skigebiet Sun Valley (Rocky Mountains) ging. Dort waren Viktor, Nicole und Co. in ihrem Element.

Wieder zuhause angekommen, ist die Freude bei Eltern, Bekannten und Freunden riesengroß. "Alle sind ganz stolz auf uns", sagt Nicole Peters. Nicht nur ihr sieht man an, dass die Special Olympics ihr Selbstbewusstsein enorm gesteigert hat. Obwohl die Medaillen bei weitem nicht die ersten sind, die die Sportler abräumen.

Was passiert also mit dem olympischen Edelmetall? "Ich habe mir zuhause eine Wand eingerichtet. Da hängen schon viele Medaillen. Und die aus Idaho kommen jetzt dazu", erklärt Viktor. Die drei Damen halten es genauso.

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