In der langen Vocal-Night hatten Stimmakrobaten verschiedenster Art ihre großen Auftritte.

Unbestrittener Höhepunkt der langen Vocal-Night: der Auftritt von Christina Zurbrügg.
Unbestrittener Höhepunkt der langen Vocal-Night: der Auftritt von Christina Zurbrügg.

Unbestrittener Höhepunkt der langen Vocal-Night: der Auftritt von Christina Zurbrügg.

Stefan Fries

Unbestrittener Höhepunkt der langen Vocal-Night: der Auftritt von Christina Zurbrügg.

Ratingen. So stellt man sich eine Jodlerin aus den Schweizer Alpen eigentlich nicht vor: Christina Zurbrügg ist zwar blond, doch statt artiger Bauernzöpfe hat sie ihre kurzen Haare zu einer wilden Frisur verstrubbelt. Und statt im Dirndl kommt sie im knalligen Hippiekleid auf die Bühne. Bei der langen "Vocal Night", dem Höhepunkt des Ratinger "Voices Festivals", gab es am Samstagabend im Stadttheater so manche Überraschung zu erleben.

Stimmwunder Edson Cordeiro meisterte mühelos vier Oktaven

Der Brasilianische Countertenor Edson Cordeiro, der den Abend eröffnete, überraschte nicht bloß mit seiner erstaunlich vielseitigen Stimme, die spielend vier Oktaven umfasst, sondern auch mit der unorthodoxen Zusammenstellung seines Repertoires: Querfeldein ging es durch die Musikgeschichte, von der Europäischen Oper über lateinamerikanischen Jazz bis zu internationaler Popmusik. Cordeiro kannte keine Berührungsängste.

Überraschend auch der Auftritt von "Rock4", die zu später Stunde die Bühne betraten: Die vier Niederländer sind nur auf den ersten Blick eine ganz normale A Cappella-Band, denn für ihre Songauswahl wildern sie in dem sonst eher untypischen Bereich der Rockmusik. Und die funktionierte auch ganz ohne treibendes Schlagzeug und kreischende Gitarrensoli, die originellen Arrangements hoben so jeden der bekannten Klassiker auf eine neue Ebene.

Unbestrittenes Highlight des Abends war aber der Auftritt von Christina Zurbrügg. "Es ist uns eine Ehre und ein Vergnügen, Euch das Jodeln näher zu bringen", begrüßte die gut gelaunte Sängerin das Publikum im nicht ganz ausverkauften Stadttheater.

Was dann folgte, ist nur schwer in Worte zu fassen. Gemeinsam mit ihrer hervorragend eingespielten Band zündete sie unter dem Titel "Yodel & more" ein musikalisches Feuerwerk aus Worldmusic, Folklore, Jazz, Rock, Rap, Elektronik und so ziemlich jeder beliebigen weiteren Musikrichtung. Zusammengehalten wurde die aberwitzige Mixtur durch ihre Jodelkünste, die trotz des modernen Soundgewands nie fehl am Platz wirkte.

Riesenjubel und Ovationen für alle Künstler, die die lange Vocal-Night zum krönenden Abschluss des Voices-Festivals machten.

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