Herbert Knebel und sein Affentheater entführten in die komplizierte Welt von Liebe und Erotik.

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Herbert Knebels Affentheater sorgte wieder für ein restlos ausverkauftes Festzelt.

Herbert Knebels Affentheater sorgte wieder für ein restlos ausverkauftes Festzelt.

Pierre-Claude Hohn

Herbert Knebels Affentheater sorgte wieder für ein restlos ausverkauftes Festzelt.

Ratingen. "Love is in Sie Er" - Wer, wenn nicht Herbert Knebel mit seinem Affentheater schafft es, das große Thema der Menschheit in einem kuriosen und schrägen Sammelsurium aus Sketchen und Songs in zwei Stunden derart abzuhandeln, dass ein mit gut 800 Leuten restlos ausverkauftes Festzelt schier Kopf steht.

Die Krawallrentner präsentierten ihr mittlerweile elftes Programm rund um die Liebe. Was wäre der Mensch ohne sie? Wahrscheinlich glücklich und zufrieden - so die Quintessenz aus dem "reichen Erfahrungsschatz von Erlebnissen" der Herren mit den Hosenträgern.

Dabei versanken die Mannen um Oberschwadronierer "Häbät" keineswegs im Sumpf der Beziehungsprobleme. Das Thema Liebe drehte sich nicht nur um "dat mit de Hormone", sondern auch um Liebe zum Geld, Sport und vielem mehr. Natürlich hatte das Quartett wieder reichlich Musik im Gepäck, die passend umgetextet wurde.

Da heizten die Vier zu Golden Earings "Rentner Love" (Radar Love) über die Bühne und ließen die Gelenke krachen. Grandios schräg die alte Simon&Garfunkel-Ballade "Brücke über unruhiges Wasser". Und der Blues von den Blasen an den Füßen zählt musikalisch zum Besten des Abends.

Knebel räsonnierte in altbewährter Manier mit eigenwilligem Satzbau, falschem Artikelgebrauch und verhunzten Fremdwörtern über die Tücken des Ticketautomaten in der Tiefgarage, beherrschte aber auch die spontanen Gags - etwa wenn er Zettelchen aus dem "Problemsack" zog und Therapieratschläge gab.

Nach der Pause liefen Knebel, Ozzy Ostermann, Ernst Pichel und der "Trainer" zu Höchstform auf: Die vorher hüftsteif daher staksenden Männer rockten mit geschmeidig kreisenden Lenden. Und bei dem AC/DC-Klassiker ("auf dem Heimweg zu schnell") als Zugabe standen die Besucher fast auf den Stühlen.

Mit dem Hinweis aufs Abschlussfeuerwerk ("da sprengen sich nich zwei Selbstmordattentäter in die Luft, da hamse ’n paar Knaller versteckt") traten Knebel & Co. unter tosendem Applaus ab: "Ihr seid ein supertolles Publikum!"

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