Experiment gelungen: Mit seiner zweiten Auflage hat sich „Voices“ in der Region endgültig als kulturelles Glanzlicht etabliert.

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Eine der Hauptattraktionen beim zweiten „Voices“-Festival: Die A-capella-Gruppe „Magnets“. Ihr Auftritt war lange ausverkauft.

Eine der Hauptattraktionen beim zweiten „Voices“-Festival: Die A-capella-Gruppe „Magnets“. Ihr Auftritt war lange ausverkauft.

Pierre-Claude Hohn

Eine der Hauptattraktionen beim zweiten „Voices“-Festival: Die A-capella-Gruppe „Magnets“. Ihr Auftritt war lange ausverkauft.

Ratingen. Nach dem Festival ist vor dem Festival. Keine 24 Stunden nach dem Verklingen des letzten Beifalls zog das Kulturamt am Montag Mittag Bilanz - und blickte dabei auch nach vorn: "Ich bin guter Dinge, dass es im nächsten Jahr wieder ein ,Voices’-Festival geben wird", sagte Kulturdezernent Dirk Tratzig.

Das hänge natürlich auch von den Sponsoren und der Haushaltslage ab. Aber der überwältigende Erfolg sei ein starkes Argument. Und erfolgreich war "Voices" ohne Zweifel. "Es war ein sehr stimmiges Festival", so Tratzig mehrdeutig.

Was vor einem Jahr als gewagtes Experiment begonnen wurde, hat sich beim zweiten Durchgang schon einen Namen gemacht und als feste Größe im Kulturleben der Region etabliert. Die Vielfältigkeit des Programms, das jedem Geschmack etwas bietet, die hohe Qualität der Künstler und die bezahlbaren Preise - das sind die Komponenten des Erfolgs.

Das Festival-Ticket wurde überraschend gut angenommen

",Voices’ ist ein Leuchtturm, der in der Region wahrgenommen wird", sagte Kulturamtsleiterin Inge Röhnelt. An den Autokennzeichen habe man sehen können, dass viele Besucher aus Düsseldorf, dem Kreis und der Region angereist seien. Für die Top-Konzerte mit David Knopfler oder den "Magnets" gab es auch Anfragen aus dem benachbarten Ausland. Röhnelt: "Ein solches Festival tut Ratingen gut. Die Stadt ist eben nicht nur Wirtschaftsstandort, sondern auch ein Kulturzentrum."

Mehrere Veranstaltungen waren schon lange komplett ausverkauft (David Knopfler, "Magnets", Fritz Rau), bei der langen Vocal-Night gab es nur noch Restkarten. Überraschend gut angenommen wurde auch das Festival-Ticket für alle Konzerte. Tratzig: "Ich hätte nicht gedacht, dass so viele sich das volle Programm anschauen."

Hier hätte das Kulturamt noch locker mehr verkaufen können, musste sich aber bei der Kartenausgabe am kleinsten Aufführungsort, dem Medienzentrum, orientieren. Ob es mit seinen 120 Plätzen noch einmal als Spielstätte in Frage kommt, steht noch nicht fest.

Mitorganisator Peter Baumgärtner will den Festivalcharakter noch weiter ausarbeiten - auch mit neuen Spielstätten. Am Grundgedanken, hohe Qualität zu bezahlbaren Preisen zu bieten, soll aber nicht gerüttelt werden. "Unsere Top-Acts wie Knopfler oder ,Magnets’ kosten in anderen Städten locker das Doppelte."

Rund 80.000 Euro hat "Voices" verschlungen, 45.000 Euro hat die Stadt gegeben, den Rest Sponsoren. "Unter dieser Summe geht’s nicht", stellt Baumgärtner klar, der sich nach einem kurzen Durchatmen in Kürze wieder auf Sponsorensuche macht. Erst wenn deren Gelder zugesagt sind, macht auch die Stadt ihr Säckel auf.

Bei den Organisatoren herrscht Zuversicht. Und Baumgärtner hat schon Ideen fürs nächste Programm: Das Musikkabarett "Ars Vitalis" stehe schon lange auf der Wunschliste, außerdem ein guter Blues-Act und "auf jeden Fall Klassik".

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