Erstmals gibt es auffällige Verschiebungen bei den Anmeldungen der Erstklässler.

Die Eduard-Dietrich-Schule punktet bei Eltern offenbar nicht nur mit ihrem Montessori-Konzept, sondern auch mit einer guten Ausstattung wie neuem Ogata-Anbau und neuem Spielplatz. (Archiv
Die Eduard-Dietrich-Schule punktet bei Eltern offenbar nicht nur mit ihrem Montessori-Konzept, sondern auch mit einer guten Ausstattung wie neuem Ogata-Anbau und neuem Spielplatz. (Archiv

Die Eduard-Dietrich-Schule punktet bei Eltern offenbar nicht nur mit ihrem Montessori-Konzept, sondern auch mit einer guten Ausstattung wie neuem Ogata-Anbau und neuem Spielplatz. (Archiv

Pierre-Claude Hohn

Die Eduard-Dietrich-Schule punktet bei Eltern offenbar nicht nur mit ihrem Montessori-Konzept, sondern auch mit einer guten Ausstattung wie neuem Ogata-Anbau und neuem Spielplatz. (Archiv

Ratingen. Die Devgeise war jahrzehntelang ungeschriebenes Gesetz: Kurze Beine, kurze Wege. Gemeint war damit, dass die Kinder dort zur Grundschule gehen sollen, wo sie auch wohnen. Mit der Aufhebung der Schulbezirksgrenzen vor zwei Jahren blieb das bislang auch weitgehend so.

Doch jetzt sprechen die Anmeldezahlen für die Ratinger Grundschulen eine andere Sprache. Offenbar sind immer mehr Eltern wählerisch geworden und bewerten ein bestimmtes pädagogisches Konzept oder die Ausstattung einer Schule höher als die Bequemlichkeit eines kurzen Schulweges.

Hohe Anmeldezahlen bedeuten zugleich auch volle Klassen

So gibt es bei den Anmeldezahlen fürs Schuljahr 2009/2010 erstmals auffällige Verschiebungen. Absoluter "Gewinner" ist dabei die Eduard-Dietrich-Schule in Lintorf, die sage und schreibe 43Kinder aus dem Einzugsgebiet anderer Grundschulen aufnehmen wird.

Jeweils zehn Kinder aus Breitscheid und Hösel, weitere aus Ost, Mitte, Tiefenbroich und sogar West. Vier Kinder kommen sogar aus Düsseldorf, Mülheim, Duisburg und Heiligenhaus.

Grund für die gestiegene Beliebtheit dürfte im Montessori-Konzept liegen, das die Eduard-Dietrich-Schule durchgehend anbietet. Mit 92 Anmeldungen ist sie Spitzenreiter im ganzen Stadtgebiet.

Das sieht auf den ersten Blick nach Gewinn aus, erweist sich beim näheren Hinschauen aber als Nachteil: Die drei Eingangsklassen werden mit 30 und 31 Kindern rappelvoll sein.

Die Höseler Wilhelm-Busch-Schule, in den Vorjahren mit den meisten Anmeldungen, sackte von 89 auf 65 Erstklässler ab. Die können dafür in drei überschaubaren Eingangsklassen lernen. Noch kleinere Klassen gibt es an der Matthias-Claudius-Schule und an der Ludgerusschule.

"Wir sind mit unseren Zahlen hochzufrieden und liegen genau in der Mitte", sagte Franziska Ebeling, Leiterin der Heinrich-Schmitz-Schule. 47 Erstklässler werden dort auf zwei Eingangsklassen verteilt.

Als Trümpfe bei der Schulwahl erweisen sich inzwischen die Ganztagsangebote. Die führen auch zu auffälligen Wanderungsbewegungen - vor allem in West zwischen Astrid-Lindgren, Erich-Kästner- und Karl-Arnold-Schule.

Auch die Anne-Frank-Schule kann 19 Schüler aus anderen früheren Schulbezirken verzeichnen.

An den Tiefenbroicher Grundschulen - Martinschule und Gerhard-Tersteegen-Schule - wird es dagegen von den Anmeldungen her langsam eng: Beide Schulen können mit 21 beziehungsweise 25 I-Dötzchen jeweils nur eine Eingangsklasse bilden.

Damit konnte der Abwärtstrend bei den Anmeldezahlen nicht gestoppt werden. Bei der Schulaufsicht machte man sich Gedanken über die Zukunft der beiden Schulen, die bereits zu einem Verbund zusammengeschlossen wurden.

Denn beide sind von der Mindestschülerzahl von 18 pro Klasse nicht mehr weit entfernt. "Von einer Schließung kann aber keine Rede sein", widersprach Schulamtsleiter Johannes Kraft dem Gerede, einer der beiden Standorte stünde vor dem baldigen Aus.

Kurios sei dabei der Hinweis, die Martinschule stehe unter Denkmalschutz. Kraft: "Der bezieht sich aufs Gebäude, nicht auf die Schule."

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