Mit einem privaten Betreiber wäre es nicht billiger. Die Halle soll weiter optimiert werden.

Ohne Zuschüsse geht nichts. Die Stadt bleibt trotzdem Betreiber der Eissporthalle.
Ohne Zuschüsse geht nichts. Die Stadt bleibt trotzdem Betreiber der Eissporthalle.

Ohne Zuschüsse geht nichts. Die Stadt bleibt trotzdem Betreiber der Eissporthalle.

Pierre-Claude Hohn

Ohne Zuschüsse geht nichts. Die Stadt bleibt trotzdem Betreiber der Eissporthalle.

Ratingen. Man hätte den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, wenn die Stadt die Eissporthalle an einen privaten Betreiber abgegeben hätte.

Unterm Strich wäre der Zuschussbedarf (430000 Euro) nämlich nahezu gleich hoch geblieben, dazu hätte man sich ein europaweites Vergabeverfahren eingehandelt und erhebliche steuerliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Insofern war es im Sportausschuss eine klare Sache.

In nichtöffentlicher Sitzung wurde entschieden: Die Eissporthalle wird weiterhin von der Stadt betrieben.

Jedes Jahr wären Zuschüsse fällig gewesen

Ursprünglich wollte die FDP prüfen lassen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein privater Betreiber die Eishalle übernehmen könnte. Konkret hatte sich der Betreiber der Eissporthalle Duisburg um die Übernahme beworben.

Das wäre für die Stadt allerdings wenig lukrativ gewesen, weil sie über eine viertel Million Euro als jährlichen Zuschuss hätte zahlen sollen. Darüber hinaus wären auch die Kosten für Unterhaltung, Wartung sowie Schäden an der Kälteanlage von über 10000 Euro an der Stadt hängengeblieben.

Auch das städtische Personal (Kosten: 230000 Euro) wollte der Duisburger Betreiber nicht übernehmen. Beim näheren Hinsehen entpuppte sich das Duisburger Modell als wenig lukrativ - und nicht vergleichbar.

Denn in der Ruhrgebietsstadt sorgt der in der höchsten Liga spielende Eishockeyclub für viel höhere Einnahmen bei Zuschauern und Sponsoren.

Auch vergabe- und steuerrechtlich wäre die Abgabe der Ratinger Eissporthalle wenig attraktiv: Die Stadt müsste Umsatzsteuer zahlen und für alle Aufwendungen würde der Vorsteuerabzug entfallen.

Verzichten müsste man zudem auf die Pachteinnahmen aus dem Sportshop und der Pistenbar, die der Betreiber in Eigenregie führen würde.

Im Sportausschuss war man sich einig, die Eishalle in städtischem Betrieb zu belassen und weiter zu optimieren. Bei den Kosten hatte die Stadt in den vergangenen Jahren schon den Rotstift angesetzt:

Durch die Anschaffung von Kassenautomaten konnten zwei Kassiererinnenstellen eingespart werden, der neu eingestellte Betriebsleiter wurde tariflich niedriger eingruppiert.

Außerdem gab es wirkungsvolle Verbesserungen im Betrieb: In der vergangenen Eislaufsaison wurden die Laufzeiten erstmals in einen Block gelegt, was von den Benutzern gut angenommen wurde. Erfolgreiche Premiere hatte im Sommer eine Inline-Disco, die künftig wiederholt werden soll.

Außerdem ist geplant, in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Stadthalle Veranstaltungen wie Messen oder Ausstellungen, die dort nicht stattfinden können, in die Eissporthalle zu legen.

Doch realistisch gesehen sind die Möglichkeiten für eine Nutzung in der eisfreien Zeit begrenzt.

Mit dem Einbau einer Betonpiste kann die Halle auch in den Sommermonaten genutzt werden, sie ist aber keineswegs eine Mehrzweckhalle, wie man im Sportamt betont. Dazu wären umfangreiche Umbauten und Veränderungen nötig.

Viel gravierender ist jedoch das Parkplatzproblem. Die vorhandenen Stellplätze reichen für Disco- oder Musikveranstaltungen nicht aus. Und Parkplätze bei dem benachbarten Supermarkt anzumieten, scheitert daran, dass dann die komplette Kanalisation des Parkplatzes saniert werden müsste.

Außerdem stünden Investitionen in Schallschutzmaßnahmen an. Technische Vorgaben sorgen zudem dafür, dass die Halle im Sommer nur eingeschränkt genutzt werden kann.

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