Infostände und Aufführungen: In Museum und Medienzentrum wurde das breite Spektrum der Ratinger Kulturszene präsentiert.

Ratingen. Wenn in der Ratinger Innenstadt die Parkplätze knapp werden und die öffentlichen Parkhäuser dicht machen müssen, dann ist das einerseits unangenehm für Anwohner und Parkwillige. Andererseits ist es aber auch ein sicheres Erfolgsbarometer für Veranstaltungen, die offenbar große Besuchermengen anziehen. Dass dies nicht nur sportlichen Großereignissen und Volksfesten gelingt, zeigte gestern nachdrücklich der "Ratinger Kulturtag". Bereits zum elften Mal präsentierten sich im Medienzentrum und im benachbarten Stadtmuseum Kulturschaffende aller Couleur mit Ausstellungen, Vorführungen und Informationsangeboten rund um Musik, Literatur und bildende Kunst, aber auch Kulturvermittlung, Heimatpflege und Soziales.

"Dass es so viele verschiedene Sachen hier gibt, bekommt man sonst ja gar nicht mit!"

Anneliese Heidhoven, Besucherin des Ratinger Kulturtages

"Ich finde es toll, einmal auf einen Schlag sehen zu können, was in Ratingen so alles los ist und sich über alles informieren zu können", freute sich Anneliese Heidhoven. Die 56-Jährige empfindet die Kulturangebote sonst als nicht allzu präsent in der Stadt: "Ich gehe ab und zu mal ins Theater oder in ein Konzert, aber dass es so viele verschiedene Sachen hier gibt, bekommt man sonst ja gar nicht mit!"

Schon deshalb lohnte es sich, bei den zahlreichen Infoständen im Museumsfoyer einen Blick zu riskieren. Das Programm zeigte sich in diesem Jahr deutlich entschlackter und übersichtlicher. "Die letzten Male war zu viel auf einmal, jetzt finde ich es genau richtig", sagte auch Günther Schumann, der sich vor allem für den musikalischen Nachwuchs interessierte. Mit Auftritten der Ratinger Preisträger von "Jugend musiziert", der "Ohrwürmer" (dem Kinderchor der evangelischen Kirchengemeinde) und Schülern des Weizsäcker-Gymnasiums kam er voll auf seine Kosten: "Ein tolles Podium für junge Talente ist das hier", war der Pensionär überzeugt.

Kinder-Führungen durchs Museum kamen besonders gut an

Besonders gut bei Jung und Alt kamen die "Culture Guides" an, pfiffige Ratinger Schulkinder, die mit viel Fachwissen und Charme durch die stadtgeschichtliche Sammlung führten - ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Konzept des museumspädagogischen Teams.

Auch sonst hatten die Jüngsten die Nase oft ganz vorne: So traf eine Fotoausstellung von Kindern der Ogata "Ludgerusschule" aus Ratingen Ost auf allgemeine Begeisterung: Die Schüler hatten mit Kameras bewaffnet ihren Stadtteil durchstreift und besonders interessante Objekte, Gebäude und vieles mehr abgelichtet. "Diese Bilder sind einfach ganz toll", war Ursula Baumert hin und weg, "so einen Blickwinkel hat man als Erwachsener gar nicht mehr."

Einbezogen wurden der Ausstellungsraum, das Foyer und Kabinett der Stadtmuseums, das durch den geöffneten Durchgang unmittelbar mit dem Medienzentrum verbunden war.

Lesungen, Führungen, Kunst- und Fotoausstellungen, Musikaufführungen, Infostände.

Die zahlreichen Ratinger Chöre gaben über den Tag verteilt Kostproben ihres Könnens, das Schülerkabarett "Die Westhäkchen" präsentierte Highlights aus dem aktuellen Programm, und die monatliche "Kulturkneipe" fand ausnahmsweise einmal im Lesecafé statt. Dort gab es etwas zu sehen, dort konnte man zuhören, anderswo wieder durfte man sogar mitmachen. Und zwischendurch war auch mal Zeit für einen Teller Gulaschsuppe oder ein Stück Kuchen. Kultur mit allen Sinnen genießen - auch so hätte das Motto dieses ereignisreichen Tages lauten können.

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