Die neue Feuer- und Rettungswache wurde gestern mit einem großen Festakt eingeweiht. Gäste kamen sogar aus China.

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Die große Gästeschar in der neuen Feuerwehrhalle.

Die große Gästeschar in der neuen Feuerwehrhalle.

Pierre-Claude Hohn

Die große Gästeschar in der neuen Feuerwehrhalle.

Ratingen. "Das ist ein großer Tag für Ratingen." Bürgermeister Harald Birkenkamp sprach bei der Einweihung der neuen Feuer- und Rettungswache bewusst von "unserer" Wache - nicht nur, weil die Stadt und damit alle Steuerzahler sie finanziert haben, sondern weil sie allen Bürgern in der Stadt zugute kommt.

Am Voisweg herrschte am Freitag ganz großer Bahnhof: Zur offiziellen Feier hatte die Feuerwehr Gäste und Kollegen aus nah und fern eingeladen. Feuerwehrchef René Schubert begrüßte nicht nur seine Amtsvorgänger Dieter Hamm und Ralf-Jörg Hohloch, der aus Freiburg angereist war, sondern auch eine sechsköpfige Gruppe der Freiwilligen Wehr aus Bernau am Chiemsee, die sich auf den Weg nach Ratingen gemacht hatte.

"Wir sind um eins losgefahren und um acht Uhr hier angekommen", erzählte Ernst Linhuber, der zu Schubert während dessen Essener Amtszeit Kontakte geknüpft hatte. Von der neuen Wache war der Feuerwehrmann aus Bayern hellauf begeistert.

Fünf Gäste reisten aus der chinesischen Partnerstadt Wuxi an

Weite Wege auf sich genommen haben auch Abordnungen der Feuerwehren aus den Partnerstädten: aus Maubeuge und Le Quesnoy (Frankreich), Blyth-Valley (Großbritannien), Kokkola (Finnland), Gagarin (Russland) und Beelitz. Die längste Anreise hatten die fünf Chinesen hinter sich, die aus Wuxi eingeflogen waren und staunend den Komplex knipsten. Vertreten waren zahlreiche Feuerwehren aus dem Kreisgebiet und dem Land sowie alle "Blaulichtorganisationen", wie sie Schubert begrüßte.

Wie sehr die Feuerwehr in Ratingen geachtet und geschätzt werde, sei auch daran abzulesen, dass der Bau der neuen Wache nie Zankapfel der Politik war, erinnerte Birkenkamp an die Jahrzehnte der Planung und Entscheidung.

Er würdigte die Geduld der Einsatzkräfte, die trotz gestiegener Anforderungen und ständig gewachsener Aufgaben am alten Standort Lintorfer Straße Jahr um Jahr improvisieren mussten. Der Neubau sei dringend notwendig gewesen. "Es ist für alle Ratinger gut zu wissen, dass die Retter jetzt eine optimale Ausrüstung haben."

Architekt Josef Knipping erklärte, dass die Wache eben nicht nur ein komplexes Funktionsgebäude sei, sondern für alle, die dort arbeiten auch "Pension, Großküche und Jugendherberge - eine zweite Heimat".

Die Unzulänglichkeiten und baulichen Mängel, die bei einem solchen Großprojekt unvermeidlich sind, werden behoben. Wie am Rande der Feier zu erfahren war, soll die Holzhackschnitzelheizung, die wegen ihrer schwierigen Handhabung und störenden Rauchentwicklung in den warmen Monaten für Ärger gesorgt hat, soll durch Solarwärmetauscher aufgerüstet werden.

Für nachdenkliche Momente sorgte Feuerwehrseelsorger Jürgen Draht mit tiefsinnigen Gedanken. "Der dich behütet, schläft nicht" - dieser Satz aus einem Psalm stehe in Israel auf den Polizeiautos, er könnte aber auch hier auf den Fahrzeugen oder auf dem Schlauchturm stehen. Mit ihrem Auftrag - retten, löschen, bergen, schützen - würden die Feuerwehrleute, die dabei oft an den Abgründen des Lebens stehen, zu "Mitarbeitern Gottes". Abschließend segnete Draht das Gebäude und die Wehrleute.

Die Festgäste konnten sich danach durch die Wachabteilungen führen lassen und den Neubau selbst in Augenschein nehmen.

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