Der Gefahrenpunkt kann nicht entschärft werden, weil Schüler sich nicht an die Verkehrsregeln halten – sagt die Stadtverwaltung.

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Obwohl sie genug Zeit fürs Umsteigen haben, nehmen viele Schüler an der Haltestelle Dorfstraße tagtäglich den Weg quer über die L422 statt die Fußgängerampel zu nutzen.

Obwohl sie genug Zeit fürs Umsteigen haben, nehmen viele Schüler an der Haltestelle Dorfstraße tagtäglich den Weg quer über die L422 statt die Fußgängerampel zu nutzen.

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Obwohl sie genug Zeit fürs Umsteigen haben, nehmen viele Schüler an der Haltestelle Dorfstraße tagtäglich den Weg quer über die L422 statt die Fußgängerampel zu nutzen.

Homberg. Gefahr erkannt - aber nicht gebannt. Wenn die Schulbusse in der Mittagszeit die Haltestelle Dorfstraße ansteuern, wird’s meistens brenzlig. Ungeachtet der nahen Ampelanlagen sprinten die Pennäler einzeln oder in kleinen Gruppen quer über die stark befahrene L422.

Vollbremsungen, quietschende Reifen, fluchende und hupende Autofahrer sind an der Tagesordnung. Das Thema beschäftigt die Verwaltung schon seit langem.

Jetzt hat sie eine Vorlage erstellt, wie der Gefahrenpunkt Haltestelle Dorfstraße entschärft werden kann. Vereinfacht ausgedrückt lautet das Fazit: Er kann nicht entschärft werden, weil die Schüler sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Baulich lässt sich auch nichts verbessern. Die einzige Lösung wären spezielle Einsatzbusse, die zwischen Mettmann und Heiligenhaus verkehren.

Denn die Haltestelle Dorfstraße ist die zentrale Umsteigehaltestelle für Fahrgäste der Linie 771 (Heiligenhaus-Ratingen) auf die Linie 748 (Wülfrath-Mettmann). Genutzt wird sie vor allem von Schülern aus Mettmann, die die Gesamtschule in Heiligenhaus besuchen.

Verwaltung: Die Verlegung der Warteposition kommt nicht in Frage

Nach einem schweren Unfall vor fünf Jahren wurde die Zeit zum Umsteigen zwischen den Buslinien verlängert: Umsteiger aus Richtung Heiligenhaus haben mittags sieben Minuten, um die Linie 748 nach Mettmann zu erreichen. Dennoch rennen tagtäglich viele Schüler quer über die Straße, anstatt den beampelten Übergang zu benutzen.

Der Homberger Bürger Hubert Gamsjäger hat zur Lösung des Problems vorgeschlagen, den 748er-Bus an der Haltestelle Grashofweg warten zu lassen. Als Rheinbahn-Fahrer erlebt er regelmäßig die gefährlichen Sprints der Schüler über die L422 hautnah mit.

Aus Sicht der Verwaltung kommt eine Verlegung der Warteposition an den Grashofweg aus mehreren Gründen nicht in Frage: Für zwei gleichzeitig wartende Busse gebe es keinen Platz, durch Falschparker komme es immer wieder zu Behinderungen, umsteigende Fahrgäste bekämen Orientierungsprobleme, ältere Leute müssten längere Wege in Kauf nehmen.

Auch in baulicher Sicht ist an der Haltestelle Dorfstraße nichts zu ändern. Gegen eine zusätzliche Querungshilfe in der Nähe der Ampel stemme sich der zuständige Landesbetrieb Straßen-NRW, weil dadurch die Leistungsfähigkeit der Landstraße (22000 Fahrzeuge täglich) eingeschränkt werden würde.

Jetzt schlägt das Planungsamt vor, die Schüler mit speziellen Einsatzbussen von Schule zu Schule zu transportieren. Da für den städteübergreifenden Schülerverkehr der Kreis Mettmann zuständig ist, soll der Kreis in Abstimmung mit den Städten Mettmann und Heiligenhaus ein Angebot schaffen.

Für den umsteigefreien Transport der Pennäler zwischen beiden Städten wäre kein Halt an der Dorfstraße mehr nötig - das heißt dann auch, dass die Stadt Ratingen sich nicht an den Kosten für die Einsatzwagen beteiligen muss.

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