Die Ratinger CDU hat eine kostenspielige Umfrage in Auftrag gegeben, um eine erste Wahlprognose zu erfahren.

Ratingen. Die Ratinger CDU muss einen steinreichen Onkel im Taka-Tuka-Land haben. Und der hat offenbar die Wahlkampfkasse der Christdemokraten so gut gefüllt, dass man sich eine sicher nicht billige Umfrage unter dem Wahlvolk gönnen wollte.

Herausgekommen ist dabei ein "Zwischenergebnis", das in all seiner Vorläufigkeit und Dürftigkeit doch zentnerweise Balsam auf die geschundenen CDU-Seelen streicht. Aber es hat der Ratinger CDU auch einen neuen Namen eingebracht - Pippi-Langstrumpf-Partei: "Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt!"

Klar, das sei alles nicht repräsentativ, betont man im gleichen Atemzug, in dem man sich über die Ergebnisse freut. Denn der beauftragte Volksbefrager hat herausgefunden, dass die CDU in Ratingen "klar vorne" liegt und sich ein "Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bürgermeister Harald Birkenkamp und CDU-Herausforderer Stephan Santelmann abzeichnet. Immerhin.

516 Ratinger - von rund 65.000 Wahlberechtigten - wurden in Fünf-Minuten-Interviews nach ihren politischen Befindlichkeiten befragt. Wo und wie die ausgewählt wurden, verrät man nicht. "Die Studie erlaubt somit verlässliche Rückschlüsse auf die politische Stimmung", behauptet der Verfasser.

Einen Satz später stellt er fest: "Die Ergebnisse zeigen zunächst, dass sich viele Wahlberechtigte noch nicht intensiv mit der Wahl beschäftigt haben. Ein beachtlicher Teil der Befragten kannte nicht die Namen aller vier Kandidaten." Dennoch - Pippi lässt grüßen - gibt es genaue Prozentzahlen: 40 für Birkenkamp, 34 für Santelmann, 22 für Wiglow und vier für Evers.

Wenn die beiden Letztgenannten mangels Erfolgsaussichten die Brocken schmeißen, würde Santelmann davon profitieren. Aber warum sollten SPDler, Grüne und Linke lieber einen CDU-Mann als einen von der BU wählen? Fragen über Fragen.

Immerhin lässt sich "abschließend" festhalten, so der Meinungsforscher, dass ein "klarer Favorit" unter den vier Kandidaten nicht absehbar sei. Und seinen Schlusssatz hätte er eigentlich an den Anfang stellen müssen: "Bei 57 Prozent der Befragten ist die Wahlentscheidung nämlich noch gar nicht sicher."

Schade um das Geld - auch wenn es aus dem Taka-Tuka-Land kommt.

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