Der Kult-Imbiss an der Oberstraße hat wegen angeblicher Baumängel seit drei Wochen geschlossen.

Ratingen. Bei der Ratinger Jugend war es die Alternative zu Döner, Pizza und Burger, bei Nachtschwärmern eine letzte Anlaufstelle für einen leckeren Happen, für viele in der Mittagspause die Alternative zum Butterbrot: das "Curry 44" an der Oberstraße.

Seit drei Wochen ist der kultige Imbiss, dem die Hausnummer 44 den Namen gegeben hat, jedoch geschlossen - "wegen Baumängeln", wie es auf einem Zettel an der Eingangstür stand, der jedoch inzwischen entfernt wurde. Abmontiert wurden gerade auch die Curry44-Schilder am Eingang.

"Mängel beim Brandschutz", nannte man beim Bauordnungsamt als Grund für die Schließung des Imbisses, den Christa Kunkel im Juni vergangenen Jahres eröffnet hat. Kunkel, jahrelang im heimischen Sommer- und Winterbrauchtum sowie in der Sportszene zuhause, hatte gemeinsam mit ihrem Sohn Markus den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Über die Hintergründe der Schließung schwiegen sich beide beharrlich aus, offenbar weil eine rechtliche Auseinandersetzung mit dem Vermieter ansteht.

Ungeerdete Kabel hingen von der Decke

Nach Informationen unserer Zeitung betrafen die Baumängel eklatante Defizite beim Brandschutz und bei der Elektrik im Keller. Dort sollen ungeerdete und Strom führende Kabel von der Decke gehangen haben. Auch die Heizungsanlage soll weder zuverlässig noch mit den üblichen Umweltstandards gearbeitet haben. Gründe genug, den weiteren Betrieb zu untersagen.

Die Mischung aus Imbiss und Restaurant kam gut an

Christa Kunkel war über 20 Jahre lang im Karnevalsausschuss der Stadt aktiv. Auch als Schirmherrin trat sie in Erscheinung. Sie ist mit dem Ratinger Eishockey eng verbunden, war lange im Vorstand des Ratinger Fechtclubs. Für die CDU war sie Mitglied im Kreistag für Kultur, Tourismus und Sport. 1998 war sie erste Homberger Schützenkönigin. Im Juni 2009 eröffnete sie mit ihrem Sohn Markus als Geschäftspartner das "Curry 44" an der Oberstraße.

Mit dem Angebot einer original Berliner Currywurst konnten die Kunkels eine Marktlücke schließen. Die Mischung aus Imbiss mit Straßenverkauf und Restaurantflair - die Speisen konnte man auch ganz gediegen auf Porzellan und Damastdeckchen serviert bekommen - kam offensichtlich gut an, nicht zuletzt auch wegen des durchgestylten Ambientes: Die Decke zierten alte Lüster, die Christa Kunkel auf holländischen Flohmärkten aufgetrieben hatte, an den Wänden hingen alte Goldrahmen mit Spiegeln, eine Hildener Künstlerin verzierte mit farbenfrohen Figuren den Dunstabzug über der Kochstelle. Was mit dem ganzen Interieur passiert, ist noch unklar.

Gescheitert sei ihre Geschäftsidee nicht, sagte Christa Kunkel gegenüber der WZ. Sie werde "bestimmt" wieder einen Curry-Imbiss eröffnen. Wo, sei noch unklar, wahrscheinlich aber nicht in Ratingen.

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