S-Bahn: Der Frust in Hösel ist groß: Statt Probleme zu lösen, rechtfertigt sich die Bahn für die Mängel.

Ein typisches Bild: Nach jedem Sturm läuft zwischen Hösel und Kettiwg nichts mehr, weil abgerissene Äste die Oberleitung zerstört haben. Beim Thema Rückschnitt schiebt die Bahn den schwarzen Peter anderen zu.  (Archiv
Ein typisches Bild: Nach jedem Sturm läuft zwischen Hösel und Kettiwg nichts mehr, weil abgerissene Äste die Oberleitung zerstört haben. Beim Thema Rückschnitt schiebt die Bahn den schwarzen Peter anderen zu. (Archiv

Ein typisches Bild: Nach jedem Sturm läuft zwischen Hösel und Kettiwg nichts mehr, weil abgerissene Äste die Oberleitung zerstört haben. Beim Thema Rückschnitt schiebt die Bahn den schwarzen Peter anderen zu. (Archiv

Feuerwehr

Ein typisches Bild: Nach jedem Sturm läuft zwischen Hösel und Kettiwg nichts mehr, weil abgerissene Äste die Oberleitung zerstört haben. Beim Thema Rückschnitt schiebt die Bahn den schwarzen Peter anderen zu. (Archiv

Ratingen. S-Bahn-Fahrer sind besondere Menschen. Sie zeichnen sich unter anderem durch eine hohe Leidensfähigkeit aus: Verspätete Züge oder Komplettausfälle, verdreckte Waggons, dunkle Unterführungen an Bahnhöfen - das ist Alltag, auch in Hösel.

Dass das alles nicht so sein muss, davon sind die Höseler überzeugt. Auf einer Bürgerversammlung im Dezember hatte man seinem Ärger aber nicht nur Luft gemacht, sondern auch konstruktiv und kritisch Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die mündeten unter anderem in einem mehrseitigen Brief an die Deutsche Bahn.

Inzwischen kam das Antwortschreiben beim Höseler SPD-Ortsverein an und sorgte für ganz lange Gesichter und großen Frust. Grobes Fazit: Alles bleibt wie es ist.

Verbesserungsvorschläge werden nicht gemacht

Die Verantwortlichen von der Geschäftsleitung DB Regio NRW würden zwar detailliert auf alle Hinweise eingehen, dennoch sei der Brief geprägt durch Rechtfertigungen und Begründungen. "Sie erklären, warum und wieso etwas nicht geht, machen aber keine Verbesserungsvorschläge", ärgert sich der Höseler Ratsherr Willm Rolf Meyer. Der wundert sich nur noch über manche Erklärung der Bahn-Oberen. So hatte man bisher darauf gedrängt, möglichst zügig die neuen Triebwagen auf der von Verspätungen und Ausfällen gebeutelten S6-Strecke einzusetzen.

Jetzt sagt die Bahn, dass weniger die störanfälligen Züge die Verspätungen verursachen, sondern die vier eingleisigen Stellen zwischen Essen und Köln. "Die Hinweise, dass alles besser wird, wenn erst die neuen Züge da sind, muss man jetzt ja wohl anders bewerten", sagt Meyer mit einem sarkastischen Unterton. Natürlich seien die neuen Züge hervorragend und spurtstark, so dass sie besser Verspätungen aufholen können, doch sei das alles nur ein "Kurieren an den Symptomen".

Unbefriedigend fällt auch die Darstellung der Bahn bei den schlechten Übergängen zwischen den verschiedenen S-Bahnlinien aus. Schuld sei ein Taktfahrplan aus dem Jahr 2002. Dieses Gesamtkonzept würde zurzeit mit dem VRR diskutiert. Aktuelle Lösung? Fehlanzeige. "Abwarten und Tee trinken", sagt Meyers Ratskollege Hans Kraft.

Als geradezu abenteuerlich empfindet man die Ausführungen der Bahn zum Thema Rückschnitt der über die Gleise wachsenden Bäume: Anwohner und Umweltämter würden einem großzügigen Rückschnitt enge Grenzen setzen, will sich die Bahn aus der Affaire ziehen. Meyer weiß es besser: "Im Wald zwischen Hösel und Kettwig gibt es wunderbar große Bäume über der Oberleitung, die bei jedem Sturm oder Schneefall den Bahnverkehr zum Erliegen bringen. Früher hatten Rottenarbeiter alles regelmäßig zurückgeschnitten, diese Stellen wurden aber eingespart."

Abgeschmettert wurde auch der Vorschlag einer Überführung, um den Bahnkunden die 400 Meter Laufweg vom Parkdeck zum Zug zu ersparen. Lapidare Antwort: "Das ist nicht vorgesehen."

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