Die „Popolskis“ sorgten mit ihren Popgeschichten für Begeisterungsstürme.

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Ein Show der Extraklasse boten die „Popolskis“.

Ein Show der Extraklasse boten die „Popolskis“.

Pierre-Claude Hohn

Ein Show der Extraklasse boten die „Popolskis“.

Ratingen. Wer es noch nicht wusste: Die Popmusik wurde weder in England noch in den USA erfunden. Die verarmte Musikerfamilie Popolski hat alle großen Pop-Hits in einer Plattenbausiedlung im polnischen Zabrze geschrieben. Die meisten von Opa Popolski - über 128000 Top-Ten-Hits. Ein windiger Gebrauchtwagenhändler hat die Hits, die im Westen zu Kassenschlagern wurden, verscherbelt, während die Popolskis leer ausgingen.

Aber jetzt nehmen sie Rache: Gemeinsam tingelt "die bekloppste Familie" durch die Hallen und präsentiert "ihre" Kompositionen so, wie sie eigentlich gedacht waren, und nicht in den "verchunzte Versione", wie Clanchef Pavel zu sagen pflegt.

Am Samstagabend mischte der bunte Haufen die ZeltZeit gehörig auf. Natürlich ist die ganze Geschichte erstunken und erlogen, und zwar von Achim Hagemann, dem musikalischen Partner von Hape Kerkeling. Hinter den Popolskis stecken großartige Musiker mit viel Humor und einer witzigen Idee, die fantastisch funktioniert. Jeder noch so abwegige Song gewinnt in der Popolski-Version an Format. Vielleicht auch, weil sie sich mit Vorliebe ganz furchtbare Lieder zur Brust nehmen.

So erklang der unsägliche Kirmesschlager "Großer Bruder" der Big-Brother Kandidaten Jürgen und Slatko als wunderschöne Jazzballade. Nicht einmal vor dem Ententanz wurde Halt gemacht, mit schleppendem, schepperndem Rhythmus und Blaskapelle. "Da geht der Post ab durch der Decke", bemerkte Pavel Popolski ganz zu Recht.

Immerhin heißt es hier: nicht kleckern, klotzen. Unter großem Hallo bediente Mirek eine goldene Gitarre mit nicht zwei, sondern gleich drei Hälsen. Um all die musikalischen Ideen auf der Bühne umzusetzen, waren mehr als nur vier Popolskis nötig. Die Zwillinge Henjek und Stenjek fungierten als Bläserfraktion und servierten den ersten Reihen Gratis-"Vudka", der ebenso schnauzbärtige wie trinkfeste Tomek musste alle Instrumente bedienen, die gerade anfielen.

Und dann war da natürlich noch "Kusinetschka" Dorota, die in ihrer gewagten roten Glitzerrobe von "Dolski und Gabanski" und mit ihrer rauchig-lasziven Stimme den Männern den Kopf verdrehte. Wie würde Pavel sagen: "Meiner Gute!"

Und als zum großen Finale der vorher so schüchterne Janusz "Cherri, Cherri Lady", seine Hommage an die schöne Kirschenverkäuferin aus Zabrze, über die Bühne rockte, stand das ganze Zelt Kopf - Riesenjubel.

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