Mit einem rauschenden Fest wurden Detlef I. und Andrea I. als neue Tollitäten gekürt. In der ausverkauften Stadthalle herrschte von Beginn an Hochstimmung.

Ratingen. Riesenstimmung, ein klasse Unterhaltungsprogramm, das kaum Durchhänger hatte, eine ausverkaufte Stadthalle und ein Prinzenpaar, das die Herzen der Ratingen Jecken im Sturm eroberte - die Prinzenkürung am Samstagabend setzte Maßstäbe und verheißt eine hinreißende Session, wie sie die Ratinger schon länger nicht mehr erlebt haben.

Wer gedacht hatte, dass Eis und Schnee viele vom Besuch der Kürung abhalten würden, sah sich getäuscht: Die Dumeklemmerhalle war ausverkauft, und alle, die ein Ticket hatten, waren auch gekommen. Das lag natürlich auch am Prominentenstatus des Prinzenpaares Detlef und Andrea Parr - und spiegelte sich auch bei der Vielzahl illustrer Gäste wider, die nach Ratingen gekommen waren (siehe Kasten).

Das Prinzenpaar wurden von einer Welle der Begeisterung getragen

Gespannt waren die Erwartungen, wie sich der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete, der enthusiastische und engagierte Sportler und bekennende Karnevalist Detlef Parr im Rampenlicht schlagen würde. So viel vorweg: Er tat es mit Bravour - ebenso seine Prinzessin Andrea. Und die Ratinger machten es ihnen auch leicht. Von Beginn an herrschte Hochstimmung im Saal (die auch der erste Büttenredner nicht nachhaltig drücken konnte), die durch den Abend trug und sich zur echten Begeisterung steigerte.

Bürgermeister Harald Birkenkamp lobte in seiner kurzen Ansprache augenzwinkernd die Cleverness des Ex-Politikers: Parr habe geahnt, dass seine Partei bei der Bundestagswahl so gut abschneiden werde, und sich rechtzeitig entschlossen, lieber Prinz in Ratingen als Gesundheitsminister in Berlin zu werden. Und ernsthaft: "Parr hat nie die Bodenhaftung verloren."

Geistreich, humorvoll und souverän absolvierte Parr dann seine Antrittsrede - so, als hätte er nie woanders als im Rampenlicht gestanden. Parrs Devise für die Session - Humor, Spaß und etwas Geist - fand ebenso Anklang wie sein Ansinnen, auch "die einzubeziehen, für die nicht nur die Sonne scheint" - die Behinderten, für die sich die Tollitäten besonders einsetzen wollen. "Nicht mehr als MdB, als Prinz ich vor euch steh’. Bitte, nehmt mich auf", bat er die Ratinger Narren im Saal. Die Antwort kam spontan: tosender Applaus. Zum Schluss drehte Parr mit seinem quitschgelben Rennrad auf der Bühne ein paar Runden.

"Ich bin stolz, eure Prinzessin zu sein" - damit war das Eis gebrochen

Neben den heimischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik (darunter MdB Peter Beyer und MdL Wilhelm Droste) und Brauchtum waren vor allem aus dem Umfeld der FDP zahlreiche Prominente nach Ratingen gekommen: Ingo Wolf (Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen), Staatssekretär Jan Söffing, FDP-Kreisvorsitzender Dirk Wedel sowie der stellvertretende Landrat Michael Ruppert. Ehrengast war auch Ex-Weltmeister Willi Wülbeck. Aus der Landeshauptstadt kamen der Baas der Düsseldorfer Jonges, Gerd Welchering, Alexander Trautmann, Geschäftsführer der DKV Euro Service, Bernd Ebenau (Frankenheim-Brauerei).

Auch Andrea I., deren blaues Volantkleid aus Chiffon die Blicke auf sich zog, gewann im Handumdrehen die Sympathien der Gäste. "Ich bin stolz, eure Prinzessin zu sein" - mit diesem Bekenntnis war das Eis gebrochen. Und sie erzählte, wie sie ihren Detlef vor Jahren im Karneval kennen gelernt hatte: als üppige Marilyn Monroe im Männerballett mit einem schmachtigen "I wanna be loved by you". Mit ihrer Liebeserklärung ("Mein Prinz, mein Detlef, mein Traum") hatte Andrea I. auch die Herzen der Besucher erobert.

Schirmherr TNT Post war durch drei charmante Vertreterinnen präsent, die sich erfrischend natürlich in ihre neue Rolle einfanden und im Karneval um Unterstützung für das World-Food-Programm der Vereinten Nationen werben wollen.

Hochkarätig war das Rahmenprogramm. Das Tanzcorps "Kölner Rheinveilchen" wirbelte akrobatisch über die Bühne, bei den spektakulären Luftnummern stockte manchem der Atem - das war Gardetanz der ersten Liga. Eine koreanische Trommelgruppe sowie Schwertkämpfer aus dem "Land der Morgenstille" brachten einen exotischen Akzent.

Bei Bauchredner Fred van Halen bog sich der Saal vor Lachen, Varieté-Künstler Noah Chorny begeisterte ebenso wie Stimmungssänger und Parodist Bernd Müller, der selbst um Mitternacht in punkto Stimmung noch zulegen konnte. Dann setzte Stadthallen-Wirt Heinz Hülshoff mit einem Medley seiner besten Stimmungslieder noch einen drauf, und mit der heimlichen Hymne "Viva Ratingia" klang eine rauschende Prinzenkürung aus.

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