Wenn der Rat zustimmt, könnte das neue Esprit-Haus am Voisweg im Frühjahr 2011 eröffnet werden.

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Aus diesem Gelände am Voisweg soll das neue Esprit-Outlet errichtet werden. (Archiv

Aus diesem Gelände am Voisweg soll das neue Esprit-Outlet errichtet werden. (Archiv

Joachim Dangelmeyer

Aus diesem Gelände am Voisweg soll das neue Esprit-Outlet errichtet werden. (Archiv

Ratingen. Der Weg für das neue Esprit-Outlet am Voisweg ist praktisch frei: Wenn der Stadtrat in knapp sechs Wochen den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fasst - und daran hat niemand Zweifel - wird Baurecht geschaffen. Dann kann der Modekonzern loslegen und auf der ehemaligen Phoenix-Industriebrache sein neues Outlet-Center errichten. Bei zügiger Auftragsvergabe und flotter Bauweise könnte im Frühjahr nächsten Jahres Eröffnung gefeiert werden.

Ein Outlet-Store mit bester Verkehrsanbindung

Ein großer Fabrikverkauf, ein kleines Bistro, Lager und Büros sowie rund 850, teilweise durch das neue Gebäude überdachte Stellplätze werden einen Steinwurf von der neuen Feuerwache entfernt entstehen. Das neue Outlet-Center ist nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Esprit-Hauptquartier gelegen, durch die A44 direkt vor der Haustür ist auch eine hervorragende Verkehrsanbindung gegeben.

Die geplante Verlegung der K10 von der Neanderstraße zur Formerstraße/Mettmanner Straße wird zudem für eine bessere Erschließung des künftigen Schnäppchen-Mekkas sorgen und die südlichen Stadtteile vom Durchgangsverkehr entlasten.

Zugleich kann der Modekonzern seinen bisher in Tiefenbroich angesiedelten Fabrikverkauf aufgeben, was dort die vielfältigen Verkehrsprobleme mit einem Schlag lösen wird.

Am neuen Standort wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: 4999Quadratmeter Verkaufsfläche sind geplant - mehr sind für ein Nebenzentrum in einer Gemeinde der Größenordnung Ratingens nicht erlaubt. Zum Vergleich: Die derzeitige Verkaufsfläche am - bereits erweiterten - Standort Tiefenbroich ist nicht einmal halb so groß.

Maximal sind 4999 Quadratmeter Verkaufsfläche zulässig. Sie sollen wie folgt aufgeteilt werden: Bekleidung (3500 qm), Schuhe und Lederwaren (650 qm), Haushaltswaren (200 qm), Bettwaren (150 qm), Teppiche, Gardinen, Deko und Sonnenschutz (139 qm), Spielwaren, Drogerie- und Parfümwaren, Schreibwaren, Lampen und Leuchten (jeweils 75 qm).

Nach Einschätzung von Experten kann für den Herstellerverkauf eine Flächenproduktivität von 7000 bis 9000 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche angesetzt werden. In einem ersten Gutachten war von 14000 Euro Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche die Rede - ein unrealistischer und inzwischen korrigierter Wert.

Angepasst wurde auch das Einzugsgebiet: Ursprünglich zählten lediglich die Stadtteile Ost, Homberg und Schwarzbach mit insgesamt 14500 Einwohnern dazu, ein neueres Gutachten rechnet noch Süd, Hösel und Eggerscheidt mit ein und kommt damit auf über 34000 Einwohner - mit einer angenommenen Kaufkraft von knapp 43 Millionen Euro.

Wichtig für die Genehmigung des Outlet: Der erwartete Umsatz darf die Kaufkraft nicht übersteigen. Da dies nicht der Fall ist, wird das Vorhaben als "verträglich" eingeschätzt.

Wie sieht das künftige Outlet aus? Das Architekturbüro Ropertz & Partner plant eine acht Meter hohe Halle, die auf drei Meter hohen Stelzen steht. In seiner längsten Ausdehnung misst das Gebäude 161 Meter, die größte Breite beträgt 65 Meter. Auf dem Dach sollen 1,8 Meter hohe Glaskuppeln für Tageslicht im Inneren sorgen.

Auf der Südseite ist eine Besucherplattform und eine große, vorgelagerte Treppe vorgesehen. In einem Zwischengeschoss wird ein 700 Quadratmeter großer Bürobereich untergebracht. Der östliche Gebäudeteil bietet auf zwei Ebenen mehr als 6000 Quadratmeter Lagerfläche. Unter dem Gebäude und im Außenbereich werden insgesamt 870 Parkplätze angelegt.

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