Ein alteingesessenes Geschäft am Marktplatz gibt auf, aber ein Ersatzmieter ist schon in Sicht. Auch auf der Lintorfer Straße gibt es inzwischen neue Läden statt Leerstände.

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Lothar Hinzmann muss sein Geschäft aufgeben (l.), dafür hat an der Lintorfer Straße ein hochwertiges Damenmodegeschäft eröffnet.

Lothar Hinzmann muss sein Geschäft aufgeben (l.), dafür hat an der Lintorfer Straße ein hochwertiges Damenmodegeschäft eröffnet.

Lothar Hinzmann muss sein Geschäft aufgeben (l.), dafür hat an der Lintorfer Straße ein hochwertiges Damenmodegeschäft eröffnet.

Pierre Claude Hohn, Bild 1 von 2

Lothar Hinzmann muss sein Geschäft aufgeben (l.), dafür hat an der Lintorfer Straße ein hochwertiges Damenmodegeschäft eröffnet.

Ratingen. "Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe!" Mit dicken Rabattprozenten lockt zurzeit das alteingesessene "Hilo"-Schuhgeschäft am Marktplatz. Das Schaufenster ist bereits mit Packpapier verdeckt, nur kleine Sichtluken geben den Blick ins Innere preis: Hier wird noch verkauft. In zwei Wochen ist aber endgültig Schluss.

Direkt nebenan steht seit einem Jahr des Lokal des früheren Plattenladens "Rondo" leer. "Die Kosten sind einfach zu hoch", weiß Schuhgeschäftsinhaber Lothar Hinzmann und spricht damit einen heiklen Punkt an. Den Mietpreis für die etwa 60 Quadratmeter möchte er nicht verraten. Insider halten 30Euro pro Quadratmeter am Marktplatz für möglich.

Für Hinzmann geht ein teures Experiment zu Ende: Der 57-Jährige hatte sich vor zweieinhalb Jahren mit dem etablierten Schuhgeschäft als Existenzgründer versucht. "Ich hatte mir mehr davon versprochen - auch von der Lage." Denn nicht alles sei Marktplatz, wo auch Marktplatz drauf steht. Die linke Seite könne man nicht einmal als 1b-Lage bezeichnen.

"Wir haben hier ständig Lkw-Verkehr und vor dem Haus parkende Lieferanten." Aber ein paar Meter um die Ecke, auf der Lintorfer Straße, seien die Mieten genauso hoch. "Zu hoch für heutige Zeiten", meint Hinzmann.

Geschäftsaufgaben treffen vor allem die ältere Kundschaft

"Mich macht das traurig, wenn so alteingesessene Geschäfte zumachen. Das trifft ja auch uns ältere Kunden", sagte Anita Wenzel, die seit Jahren in dem Schuhgeschäft einkauft.

Dennoch: Hinzmann hat Glück im Unglück: Er konnte einen Nachmieter auftreiben, so dass er früher aus dem Fünf-Jahres-Vertrag aussteigen darf. Dem Vernehmen nach wird künftig ein "Hairstylist" - Friseur wäre zu einfach - seine Dienste anbieten. Ein fürs Image der City schädlicher Leerstand wie bei "Rondo" ist also nicht zu befürchten.

Im Gegenteil: Weitere gute Neuigkeiten gibt es nämlich auch von der Lintorfer Straße. Vor gut einem Monat hat mit Delu-Moden ein hochwertiger Damenbekleider die schöne Ladenpassage am Minoritenhof bezogen und damit einen Monate langen Leerstand beendet.

Und auch im Schaufenster des benachbarten Ladenlokals wird per Aushang das Ende der vermietungsfreien Zeit verkündet: "Traditionelle Thai-Massage" soll es hier demnächst geben. Nur für das Geschäft Lintorfer Straße 19/21 scheint immer noch kein Mieter zu gefunden zu sein.

"Manche Mieten in der Innenstadt sind einfach zu hoch."

RainerHeinz, städtischer Wirtschaftsförderer

"Ratingen war und ist für mich schon immer ein interessantes Pflaster", sagte Oliver Schmidt, Geschäftsführer der Ratinger Delu-Filiale. "Ich bin vom ersten Tag an hier zufrieden." Der Düsseldorfer war durch Zufall auf das leer stehende Ladenlokal gestoßen - gezielt gesucht habe er nicht. Inzwischen können er und seiner vier Mitarbeiterinnen schon auf erfreuliche Ansätze von Stammkundschaft blicken.

Mit der Neuvermietung der beiden Läden ist man auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung sehr zufrieden. "Wenn wir jetzt alle leer stehenden Lokale zusammen nehmen, macht das vielleicht 150 Quadratmeter aus. Andere Städte haben da ganz andere Probleme", sagt Wirtschaftsförderer Rainer Heinz.

Zumal es immer wieder Anfragen nach Flächen in der Innenstadt gebe. Allerdings werden vor allem größere Läden gesucht. Dennoch übt er Kritik an den hohen Mieten. Es sei besser, langfristig und etwas günstiger zu vermieten, als hohe Mieten zu nehmen, die den Mieter schlimmstenfalls in die Knie zwingen.

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