Für eine Gesamtbilanz ist es noch zu früh. Das Frostwetter hat den Straßen in Ratingen aber arg zugesetzt.

Am Ostbahnhof hat der Frost bei einer Busspur das Pflaster absacken lassen.
Am Ostbahnhof hat der Frost bei einer Busspur das Pflaster absacken lassen.

Am Ostbahnhof hat der Frost bei einer Busspur das Pflaster absacken lassen.

Pierre-Claude Hohn

Am Ostbahnhof hat der Frost bei einer Busspur das Pflaster absacken lassen.

Ratingen. "Noch sitzt der Frost im Boden, auch wenn es jeden Tag weniger wird." Herbert Joßen, Abteilungsleiter im Tiefbauamt, muss sich noch in Geduld fassen, bis er das ganze Ausmaß der Frostschäden auf den Ratinger Straße erfassen kann. Gerade erst ist am Ostbahnhof ein großer Schaden sichtbar geworden: Die erste Busspur nahe den Gleisen ist großflächig abgesackt.

Die gepflasterte Strecke wurde komplett gesperrt, die Busse müssen an Ersatzhaltestellen stoppen. Erst wenn der Boden völlig aufgetaut ist, kann der Belag geöffnet und nach der genauen Ursache geforscht werden. "Wir hatten diese Fläche schon einmal umgepflastert. Möglicherweise hat sich durch die große Gewichtsbelastung der Busse das Pflaster verschoben", mutmaßt Joßen.

Große Temperaturschwankungen sind besonders schlimm

Im Tiefbauamt rechnet man mit einem erheblichen Schadensaufkommen. Einen so strengen Frost habe es zuletzt vor elf Jahren gegeben. Und mit dem Tauwetter treten die Schlaglöcher, Risse und Absackungen erst nach und nach zu Tage. Manche Straßen im Stadtgebiet, die vorher schon nicht durch besondere Güte aufgefallen waren, gleichen zunehmend einer Teststrecke für Stoßdämpfer.

Joßen: "Besonders schlimm für die Straßen sind Tauwechsel und große Temperaturunterschiede." Wenn tagsüber Wasser in feine Risse im Asphaltbelag eindringt und nachts gefriert, werden die Schäden immer größer. An besonders schlimmen Stellen wird durch darüber fahrende Autos bereits der Straßenunterbau - Splitt und Schotter - nach oben geholt und verteilt.

Die Reparaturkolonnen des Tiefbauamtes sind derzeit schon im Einsatz, um mit einem besonders weichen Asphalt die größten Schlaglöcher zu füllen. Diese so genannte Kaltmischung wird locker und überstehend in die Löcher gefüllt und durch die darüber rollenden Autoreifen eingepresst.

Wo geflickt werden muss, melden entweder die städtischen Straßenkontrolleure und Mitarbeiter des Tiefbauamtes oder Anwohner, vor deren Haustüre die Schotterbrocken herumfliegen. "Jetzt kann es nur darum gehen, die Unfallgefahr zu beseitigen, eine richtige Reparatur ist noch nicht möglich", sagt Joßen.

Dafür muss das Wetter anhaltend frostfrei und vor allem trocken sein - sonst hält die Asphaltfüllung nicht. Bei einer nachhaltigen Reparatur muss großräumig ausgebessert oder gar eine neue Fahrbahndecke aufgebracht werden. Ob das im Haushalt eingeplante Geld dafür ausreicht, lässt sich erst sagen, wenn alle schäden erfasst sind.

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