Beim Bewerbungstraining am Franz-Rath-Kolleg schlüpfen Schüler in verschiedene Rollen.

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Beim Bewerbungsgespräch kann es zu den skurrilsten Situationen kommen: Hier wird Firmenchef Herr Schröder, gespielt von Achim Schnegule, von einer aggressiven Bewerberin (Ilona Piel) unter Druck gesetzt.

Beim Bewerbungsgespräch kann es zu den skurrilsten Situationen kommen: Hier wird Firmenchef Herr Schröder, gespielt von Achim Schnegule, von einer aggressiven Bewerberin (Ilona Piel) unter Druck gesetzt.

Pierre-Claude Hohn

Beim Bewerbungsgespräch kann es zu den skurrilsten Situationen kommen: Hier wird Firmenchef Herr Schröder, gespielt von Achim Schnegule, von einer aggressiven Bewerberin (Ilona Piel) unter Druck gesetzt.

Ratingen. Wie verhalte ich mich richtig im Bewerbungsgespräch? Und was sagt meine Körpersprache über mich als Bewerber aus? Diesen Fragen gingen jetzt die Schüler der Abschlussklasse 3mB des Franz-Rath-Weiterbildungskollegs auf spannende Art und Weise auf den Grund: Das Projekt "Kommunikation und Körpersprache in Bewerbungssituationen" wurde nämlich von zwei erfahrenen Schauspielern durchgeführt.

In theaterreifen Spielszenen stellten die Bewerbungstrainer Ilona Piel und Achim Schnegule unterschiedliche Bewerbungssituationen vor: Eine schüchterne, unbeholfen wirkende Bewerberin traut sich kaum das Zimmer des Personalchefs zu betreten. "Das kann ja wohl nicht wahr sein! Jetzt kommen Sie doch endlich herein", ruft "Personalchef" Schnegule genervt.

Körpersprache und Tonfall sind ausschlaggebend

In der nächsten Bewerbungsszene sind die Rollen dann völlig vertauscht. Ein zurückhaltender Personalchef und eine Bewerberin, die es sich nicht nehmen lässt, ihr Handy aus der Tasche zu holen, um ausführlich mit dem Freund zu tratschen. "Siehst Du nicht, dass ich telefoniere", schmettert die Bewerberin jeden Vorstoß des Personalchefs ab, der verzweifelt versucht, zum Bewerbungsgespräch zurückzukehren. Die Schüler johlen.

Diese komödiantisch dargestellten Bewerbungsszenen werden anschließend mit den Schülern analysiert. "Wie mein Gegenüber mich einschätzt, hängt in erster Linie von meiner Körpersprache und natürlich von meinem Tonfall ab - und weniger vom Inhalt des Gesagten", erklärt Schauspieler Achim Schnegule.

In Gruppen probieren die Schüler die verschiedenen Rollen mit großer Begeisterung aus. "Da ich mich im nächsten Jahr für eine Ausbildung bewerben möchte, ist es mir wichtig, dass ich jede Situation richtig einzuschätzen weiß, damit ich mich dementsprechend verhalten kann", erzählt Schüler Edon Subasic, der eine Ausbildung im handwerklichen Bereich anstrebt.

Die Kursteilnehmer schlüpfen in unterschiedlichste Rollen

Das Projekt Körpersprache und Kommuniaktion in Bewerbungssituationen findet im Rahmen des Gesamtprojekts "Stärken vor Ort" in Ratingen-West statt.

Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend und den Europäischen Sozialfonds für Deutschland.

Die Initiative der Bundesregierung hat als Ziel die Verbesserung der sozialen und beruflichen Perspektiven junger Menschen in benachteiligten Stadtteilen.

"Die Schüler sollen sich in jeder Bewerbungssituation zurechtfinden", sagt Ilona Piel, "und je besser wir die andere Seite kennen, desto besser kommen wir mit dem Menschen auch zurecht. Deshalb sollen die Schüler in die unterschiedlichsten Persönlichkeiten schlüpfen."

Das Seminar, das im Rahmen des Gesamtprojekts "Stärken vor Ort" - einer vom Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend gefördereten Initiative - stattfindet, erfreut sich großen Anklangs am Weiterbildungskolleg. "Durch das Seminar wird den Schülern demonstriert, was beim Bewerbungsgespräch alles schief laufen kann und wie sie selber als Bewerber auf den zukünftigen Ausbilder durch ihre Körperhaltung im Bewerbungsgespräch wirken können", sagt Schulleiter Georg Berendt. "Vor allem aber sollen die Schüler durch das Rollenspiel an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gewinnen."

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