Museum präsentiert Bilderschau „Mit Abstand ganz nah – Fotografie aus Leipzig“.

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Ein Bild aus den letzten Jahren des deutschen Sozialismus.

Ein Bild aus den letzten Jahren des deutschen Sozialismus.

Museum

Ein Bild aus den letzten Jahren des deutschen Sozialismus.

Ratingen. Eine Ausstellung, die eine unbekannte und doch nahe Bilderwelt präsentiert, ist zur Zeit im Museum der Stadt zu sehen. "Mit Abstand ganz nah - Fotographie aus Leipzig" ist die Werkschau eines Standortes, der die junge Kunstform in Deutschland stark geprägt hat. Zu Zeiten der DDR war die "Hochschule für Grafik und Buchkunst" in Leipzig die Ausbildungsstätte für künstlerische Fotografie.

Dass die Arbeit der Studenten und späteren Künstler nicht nur Systemkonform war, sondern vielmehr eine ganze Generation junger Absolventen eigene Ideen entwickelte und umsetzte, ist eine Erkenntnis, die in dieser Ausstellung vermittelt wird. Die andere ist die, dass Leipzig auch nach der Wende ein wichtiges Zentrum geblieben ist, dass die Künstlerszene sich dort weiterentwickelt hat und nach wie vor eigene und eigenwillige Wege geht.

Manipulierte Bilderwelten damals und nach dem Fall der Mauer

So stammen die Bilder, Leihgaben des Kunstmuseums Dieselkraftwerk in Cottbus, aus der epochenübergreifenden Zeitspanne von den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bis ins Jahr 2008 mit aktuellen Arbeiten.

Gemeinsam ist den Fotografien die Auseinandersetzung mit Künstlichkeit und konstruierten Szenen - scheinbare Alltagsbetrachtungen können ebenso Schnappschuss sein wie künstlerische Komposition oder eben auch durchinszenierte Propaganda. Fotos können lügen, Fotografen können Bilder manipulieren, am Computer quasi komplett neu entstehen lassen.

Dass dieser Zwiespalt zwischen Dokumentation, Kunst und Politik auch nach dem Fall der Mauer kein bisschen weniger wichtig geworden ist, kann als weitere Erkenntnis mit nach Hause genommen werden.

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