Einweihung: Die Ratinger Jonges luden nach der erfolgreichen Sanierung die Bevölkerung zur Besichtigung und zum Feiern ein.

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Zwei Jahre hat die Sanierung des Dicken Turmes gedauert und knapp 200000Euro gekostet. Jetzt wollten viele das Ergebnis selbst bestaunen.

Zwei Jahre hat die Sanierung des Dicken Turmes gedauert und knapp 200000Euro gekostet. Jetzt wollten viele das Ergebnis selbst bestaunen.

Pierre Hohn

Zwei Jahre hat die Sanierung des Dicken Turmes gedauert und knapp 200000Euro gekostet. Jetzt wollten viele das Ergebnis selbst bestaunen.

Ratingen. Fast auf den Tag genau ist es zwei Jahre her, dass die Sanierung des historischen Dicken Turms begann. Knapp 200000 Euro hat die Maßnahme gekostet. Nicht mit eingerechnet sind die Arbeitsleistungen vieler freiwilliger Helfer. "Ohne die Freiwilligen hätten wir das Projekt nicht stemmen können", sagte Gerd Hoberg, Baas der Ratinger Jonges, unter dessen Federführung der Dicke Turm saniert wurde. Jetzt ist es geschafft: Der Turm ist fertig. Und zur Feier des Tages hatte der Ratinger Heimatverein die Bevölkerung zum Turmfest eingeladen. Das ließen sich die Ratinger nicht zweimal sagen. In Massen strömten sie zur Turmstraße. Sie wollten vor Ort erfahren, was denn nun aus dem Dicken Turm geworden ist.

Viele Besucher verknüpfen mit dem Turm Jugenderinnerungen

So bildeten sich lange Schlangen, um bei der Turmführung dabei zu sein. "Er ist ein echtes Schmuckstück geworden", war Reinhild Hillebrand begeistert. "Als echte Ratingerin bin ich stolz auf den sanierten Turm. Das steigert mein Lebensgefühl", lachte Hillebrand. Viele Besucher waren auch gekommen, weil sie mit dem Dicken Turm ihre Jugendzeit verbinden. Der amtierende Ratinger Schützenkönig Hans-Jürgen Ellinghaus erinnerte sich: "Für uns Kinder war der Dicke Turm in den 50er-Jahren ein geheimnisvoller Ort. Da sind wir oft zum Spielen hingegangen, auch wenn da massenhaft Ratten rumliefen. Wie der Turm jetzt aussieht, da kann ich nur den Hut vor ziehen", sagte Ellinghaus.

Die Lintorferin Hildegard Steingen-Gerards war derart begeistert, dass sie im Dicken Turm am liebsten noch einmal heiraten möchte. "Aber nur mit dem selben Mann, mit dem ich schon ewig verheiratet bin", schmunzelte die 64-Jährige.

Fast alle Besucher fanden Lob und Anerkennung für die gelungene Sanierung. CDU-Bürgermeisterkandidat Stephan Santelmann: "Ich bin beeindruckt, was hier geleistet worden ist. Allein wenn ich daran denke, dass zwölf Tonnen Schutt beseitigt werden mussten. Alles wurde detailgetreu und liebevoll saniert." Begeistert war auch Bürgermeister Harald Birkenkamp. Wenn künftig höhere Besuche, zum Beispiel Abordnungen aus China oder ähnliches anstehen, könnte Birkenkamp sich vorstellen, seine Gäste im Dicken Turm zu empfangen.

Jonges wollen jetzt ein Nutzungskonzept erarbeiten

Überhaupt weckt der Dicke Turm Begehrlichkeiten. Familienfeiern oder Aufsichtsratssitzungen könnten hier stattfinden. "Doch da müssen wir genau aufpassen. Denn schließlich soll der Dicke Turm keine Kneipe werden. Wenn wir alle Wünsche erfüllen wollen, müssten wir einen zweiten Dicken Turm bauen. Deshalb arbeiten wir vom Vorstand der Ratinger Jonges ab sofort an einem Nutzungskonzept", erklärte Klaus Hamacher. Auch wenn viele Besucher aus der großen Jonges-Familie stammten, wurden auch jüngere Besucher gesichtet. Zu den ganz jungen Besuchern zählten auch Caroline (10) und ihre Freundin Caro (9). Beide besuchen die Grundschule an der Minoritenstraße. "Wir haben in der Schule vom Dicken Turm gehört und wollten mal sehen, wie der jetzt so aussieht", sagten die beiden Mädchen.

Gut zum Ambiente des Turmfestes passte auch der Auftritt der einzigen historischen Mörserbatterie Europas, The Richmond Howitzers Battery Düsseldorf. Mit ohrenbetäubenden Salutschüssen gratulierten sie den Ratinger Jonges zur gelungenen Sanierung des Dicken Turms.

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