Minusrekord bei der Besucherzahl im Freizeithaus.

Die Stadttrompeter Düsseldorf mit ihren Tänzerinnen brachten ein wenig Stimmung ins Freizeithaus.
Die Stadttrompeter Düsseldorf mit ihren Tänzerinnen brachten ein wenig Stimmung ins Freizeithaus.

Die Stadttrompeter Düsseldorf mit ihren Tänzerinnen brachten ein wenig Stimmung ins Freizeithaus.

Pierre-Claude Hohn

Die Stadttrompeter Düsseldorf mit ihren Tänzerinnen brachten ein wenig Stimmung ins Freizeithaus.

Ratingen. "Nicht ganz ausverkauft", so formulierte ein Berufsoptimist die Besucherzahl beim Gardefest der Anger Garde am Samstagabend im Freizeithaus am Berliner Platz. "Eine absolute Katastrophe", kommentierte ein anderer - und lag damit richtig:

Kurz nach acht, als die Veranstaltung beginnen sollte, zählte man knapp zwei Dutzend Gäste im Saal, später stieg die Zahl auf etwa 40. Bis auf die Ur-Westler Andreas Dick (CDU) und Joachim Galinke (SPD) ließ sich auch kein Politiker auf der Sitzung sehen - und das in Wahlkampfzeiten...

Suche nach Erklärungen für das Fernbleiben der Besucher

Was war schief gelaufen? Das Fernbleiben der Besucher war Thema Nummer eins. Lag es am Eintritt? Mit 7,50 Euro liegt die Anger Garde an der unteren Preisskala. Konkurrenzveranstaltungen gab es auch keine am Wochenende. Dass man vom Glanz früherer Zeiten weit entfernt ist, weiß man auch bei der Garde selbst: Vor ein paar Jahren noch war das Freizeithaus mit 200 Gästen rappelvoll, diesmal hatte man nur noch 140 Stühle gestellt.

Aus der Garde-Sitzung wurde mittlerweile ein Garde-Fest. Ein offenes Geheimnis ist auch, dass es an ausreichend Sponsoren fehlt, was einen Teufelskreis in Gang setzt: Ohne Sponsoren kein Geld, ohne Geld keine Programmhöhepunkte, ohne Programmhöhepunkte zu wenig Besucher, ohne Besucher kein Geld...

Während die einen nach Erklärungen suchten und keine fanden, wetterten andere über die übrigen Karnevalsgesellschaften: Bis auf einige Vertreter der "Spiesratze" war von denen niemand gekommen. Das sei eine "Riesensauerei". Wo bleibe da der Zusammenhalt der Karnevalisten, schimpften viele. Manche dachten sogar schon an einen Boykott der Sitzungen der anderen Karnevalsgesellschaften.

Präsidentin Yvonne Schützendorf versuchte, die Stimmung zu retten und machte fast trotzig auf gute Laune: "Wir sind trotzdem lustig und machen das Beste daraus." Die geplante Kostümprämierung fiel mangels Masse natürlich aus.

Die Prinzengarde der KG Kettwig Blau-Weiß tanzte, die Stadttrompeter Düsseldorf und die Eigengewächse der Anger Garde versuchten Stimmung zu machen. Die kam mit dem Einzug des Prinzenpaares auf. Die Funken Rot-Wiss gaben spontan ein paar Darbietungen und übernahmen quasi die Sitzung.

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