90 Nummern und rund 2000 Teilnehmer sind zum Rosenmontagszug gemeldet. Bei der Musik gibt es erstmals Einschränkungen: Weniger Rock-, mehr Stimmungsmusik.

Prinz JürgenI. übte bei der Wageneinweihung schon einmal das Grüßen vom Prunkwagen.
Prinz JürgenI. übte bei der Wageneinweihung schon einmal das Grüßen vom Prunkwagen.

Prinz JürgenI. übte bei der Wageneinweihung schon einmal das Grüßen vom Prunkwagen.

Pierre-Claude Hohn

Prinz JürgenI. übte bei der Wageneinweihung schon einmal das Grüßen vom Prunkwagen.

Ratingen. "Der Zug steht, alles ist festgezurrt." Arthur Lenhardt ist zufrieden: Der Rosenmontagszug kann rollen. Rund 2000 Teilnehmer erwartet der erste Zugleiter beim närrischen Lindwurm, der sich am Montag ab 10.11 Uhr durch die Ratinger Innenstadt schlängelt. Dass er mit 90 Nummern in drei Gruppen diesmal etwas kleiner ausfällt, stört ihn nicht. Im Gegenteil: Mit strafferer Organisation und etwas verringertem Umfang steht einem reibungslosen Verlauf nichts im Wege.

Lenhardt rechnet in diesem Jahr nicht damit, dass sich der "Zoch" in den Schwanz beißt. In den Vorjahren, als jeweils rund 100 Zugnummern unterwegs waren, passierte das regelmäßig - zur großen Freude der Kamelle sammelnden Jecken am Straßenrand, die beim Stillstand auf zusätzliches Wurfmaterial hoffen konnten.

Auch Pferde sind im Zug vertreten

Mit 54 Motivwagen, 26 Fuß- und neun Musikgruppen verspricht Lenhardt den Ratingern einen abwechslungsreichen Zug - getreu dem Sessionsmotto "Kunterbunt geht’s rund". Auch Pferde sind im Zug vertreten. Einmal das Amazonencorps als Reitergruppe, und das Reitercorps (Motto: "Doping? Nicht für Ratinger Reiter! Mit Altbier höher, schneller, weiter") lässt seinen Motivwagen von einem Vierspänner ziehen. Mit einem bayrischen Brauerei-Gespann aus acht Kaltblütern hatte vor acht Jahren Prinz WolfgangIV. (Scholz) für Aufsehen gesorgt.

Natürlich sind sämtliche Karnevalsgesellschaften vertreten: allein die Blau-Weißen mit sieben Nummern - von Fußgruppe, über Gulaschkanone über Kinder- und Frauengruppe bis hin zu Motivwagen und Bonbonkanone. Rot-Wiss steht dem mit sechs Zugnummern kaum nach. Ganz an der Spitze fährt wieder der Karnevalsausschuss mit, kurz dahinter der CDU-Stadtverband mit einem eigenen Wagen. Motto: "Mit Santelmann geht’s rund".

 Ein Hingucker wird bestimmt die Gruppe "Venezianischer Karneval". Natürlich sind auch wieder etliche Schulen, Gemeinden und Vereine beim Zoch dabei. Die Liebfrauenschule will mit "Samba de.Ratingen" einen Hauch von Karneval in Rio verbreiten, die Jugend von St. Anna und St. Johannes zieht steinzeitmäßig mit Mammut, die Karnevalskids St. Christophorus haben die Gemeindefusion zum Motto gemacht.

Krönender Abschluss ist der Prunkwagen des Prinzenpaares JürgenI. und GabrieleI., der gestern Abend eingeweiht wurde - obwohl er noch nicht fertig ist. An Rosenmontag soll die große Struwwelpeterfigur, die den Wagen ziert, komplett sein.

Sicherheit wird groß geschrieben: 30 Leute bei der Zugleitung

Bei der Begleitmusik wird es diesmal weniger rockig zugehen als in den Vorjahren, wo auch Live-Bands auf den Wagen spielten. Lenhardt: "Wir haben bewusst darauf gedrängt, dass vor allem Karnevals- und Stimmungsmusik gespielt wird. Wir sind doch nicht bei der Love-Parade."

Darauf habe man auch bei den Anmeldungen geachtet, Hip-Hop und Rock hatten da keine Chance. Die Musikkneipe "Tom’s on the Rocks" ist diesmal nicht dabei, dafür rollt die Gruppe "Schallmauer" auf einem Wagen mit. Und dass es bei der Landjugend musikalisch eher härter zugeht, ist auch diesmal zu erwarten.

Die Zügel angezogen hat Lehnhardt auch beim Thema Sicherheit: "Das wurde früher etwas auf die leichte Schulter genommen." Aber man habe immer Glück gehabt. Statt wie bisher fünf oder sechs werden am Montag 30 Leute den Zug leiten und dafür sorgen, dass er ohne Stocken durch die Straßen rollt. Natürlich muss jeder Wagen ausreichend Sicherheitspersonal dabeihaben.

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