Die FDP holt in einem Bezirk 29,1Prozent, die SPD schmiert dort auf 13,4 Prozent ab. Die CDU profitiert nicht vom großen bürgerlichen Lager in Ratingen.

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Stimmenzählen nach dem Urnengang: Bei einem Wahllokal hakte es gewaltig.

Stimmenzählen nach dem Urnengang: Bei einem Wahllokal hakte es gewaltig.

Andreas Bischof

Stimmenzählen nach dem Urnengang: Bei einem Wahllokal hakte es gewaltig.

Ratingen. In Ratingen scheinen die Wähleruhren anders zu gehen. So sind die Verluste der SPD geringer als auf Landes- und Bundesebene ausgefallen. Mit einem Minus von 10,3 Prozent rutschte die Partei bei Bundestagswahlen aber dennoch erstmals unter die 30-Prozent-Marke.

Auf einen historischen Tiefstand fiel auch die CDU, die vor Ort stärker verlor (minus 2,4 Prozentpunkte) als im Land und Bund. Die FDP, bei Bundestagswahlen schon immer stärker als bei Kommunalwahlen, setzte zu einem wahren Höhenflug an: Fast jeder fünfte Ratinger Wähler votierte für die Liberalen und bescherte der Partei mit 19,5 Prozent ein Topergebnis, das die überregionalen Erfolge sogar noch um fünf Prozentpunkte übertraf.

Die Grünen verfehlten knapp die Zehn-Prozent-Marke und blieben unter dem regionalen Schnitt. Noch deutlicher unter dem Bundesdurchschnitt blieben die Linken (6,4 Prozent).

FDP ist in sechs Wahlbezirken zweitstärkste Kraft vor der SPD

Dass in Ratingen vor allem bürgerlich gewählt wird, zeigte sich gerade erst bei der Kommunalwahl: CDU, Bürger-Union und FDP erzielten zusammen 67,7 Prozent. Jetzt bei der Bundestagswahl kamen CDU und FDP auf 65,8 Prozent.

Die Wähler der Bürger-Union dürften ihre Stimmen teilweise halbe-halbe der CDU und SPD, vor allem aber der FDP gegeben haben. Das zeigt auch ein Blick in die Hochburgen der BU: Hösel und Eggerscheidt. Dort baute die FDP ihre Position aus und kratzte mit 29,1 Prozent sogar an der 30-Prozent-Marke.

In sechs von 25 Wahlbezirken (auch in Lintorf und Breitscheid) konnte sie sich als zweitstärkste Kraft vor der SPD etablieren. Im Wahlbezirk 21 (Hösel-Nord) kam Schwarz-Gelb auf unglaubliche 72,9 Prozent.

Dort war entsprechend für die SPD nichts zu holen: 13,4 Prozent markieren den Tiefpunkt, generell blieb sie in Hösel/ Eggerscheidt unter der 20-Prozent-Marke. In elf von 25 Gemeindewahlbezirken liegt sie unter dem städtischen Durchschnitt, lediglich in ihrer einstigen Hochburg Ratingen West konnte sie knappe 30Prozent erzielen.

Federn gelassen hat auch die CDU, die nur noch in vier Wahlbezirken die 40-Prozent-Marke überschreiten konnte, vor vier Jahren waren es noch zehn Bezirke. Mit 30,3 Prozent fuhr sie in West das stadtweit schlechteste Ergebnis ein. Ihr bestes Resultat erzielte die CDU in Hösel mit 43,8 Prozent, blieb damit aber weit unter dem Ergebnis von 2005, als sie noch 50,1 Prozent geschafft hatte.

Die Grünen waren in Mitte und Ost mit 13,6 und 13,1 Prozent am erfolgreichsten, in West reichte es dagegen nicht einmal zu Hälfte dieses Ergebnisses. Dort fuhren die Linken mit 12,5 und 13,6 Prozent ihre besten Resultate ein. Aber auch in Tiefenbroich und in Bezirken von Mitte sind sie überdurchschnittlich stark vertreten.

Die Wahlbeteiligung sank auch in Ratingen weiter. Selbst in den traditionell "wahlaktiven" Bezirken wie Homberg, Hösel und Breitscheid lag sie zum Teil deutlich unter 85 Prozent. In den früheren SPD-Hochburg sank sie sogar auf knapp über 50 Prozent. Der Briefwahlanteil blieb mit fast 27 Prozent fast gleich.

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