Die Ratinger Jungfeuerwehr lud zu ihrem 20-jährigen Bestehen Wehren aus der Region, Beelitz und Frankreich ein.

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Die Ratinger Wehr versorgte die knapp 300 Jugendlichen mit Pasta Bolgnese.

Die Ratinger Wehr versorgte die knapp 300 Jugendlichen mit Pasta Bolgnese.

Pierre-Claude Hohn

Die Ratinger Wehr versorgte die knapp 300 Jugendlichen mit Pasta Bolgnese.

Ratingen. Dass der Schützenplatz an der Brückstraße nicht nur von der St. Sebastiani-Bruderschaft für Festivitäten genutzt wird, wurde am Wochenende klar. Denn dort hatte die Ratinger Jugendfeuerwehr wegen ihres 20-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit der Kreis-Jugendfeuerwehr zu einer Großveranstaltung mit befreundeten Wehren aus nah und fern eingeladen.

Wehren aus Mohnheim, Haan und Langenfeld kamen zu Besuch

Knapp 300 jugendliche Floriansjünger im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren waren der Einladung gefolgt. Vertreten waren die Wehren aus Monheim, Langenfeld, Erkrath, Haan, Hilden, Velbert und natürlich die Gastgeber aus Ratingen. Ferner waren aus den Ratinger Partnerstädten, 30Personen aus Beelitz und 20aus Maubeuge (Frankreich) angereist. Untergebracht wurden alle Nachwuchsfeuerwehrleute in einer riesigen Zeltstadt auf dem Schützenplatz.

Disco-Besuch in der Manege kam glänzend an

Die Organisatoren hatten ganze Arbeit geleistet. Neun Monate investierten sie in die Planungsarbeit. Es sollte sich gelohnt haben, denn langweilig wurden es den jungen Leuten nie. Schon der Auftakt am Freitagabend, ein Disco-Besuch in der Lintorfer Manege, kam glänzend an.

Vor allem die Franzosen aus Maubeuge hatten Spaß ohne Ende, saßen aber am nächsten Morgen, wie alle anderen auch, um acht Uhr beim Frühstück - fit und ohne Feierspuren hungrig am Tisch. Und es war wichtig, sich für den Tag zu stärken, denn die Lager-Olympiade mit elf Stationen stand auf dem Programm.

So mussten Wassertransportspiele bewältigt werden, Torwandschießen war eine weitere Übung. Eine echte Feuerwehrübung war der gespielte Löschangriff auf dem alten Balcke-Dürr-Gelände. Auf dem Schützenplatz selbst mussten die Kameraden Mut beim Cola-Kisten stapeln in luftige Höhen (fünf Meter und mehr) unter Beweis stellen. Abends saßen alle beim Lagerfeuer zusammen. Eine Nachtwanderung um den blauen See schloss den Tag ab.

Betreut wurden die Jungfeuerwehrleute von zwölf ehrenamtlichen Helfern der Ratinger Wehr. Dank einer Dolmetscherin gab es mit den französischen Gästen keine Verständigungsprobleme.

Die Ratinger Jugendfeuerwehr hat 50Mitglieder, davon neun weibliche. Gegründet wurde die Ratinger Jugendfeuerwehr 1990 vom heutigen Ehrenstadtbrandmeister Helmut Gansen zusammen mit Willi Weber und dem Ex-Stadtjugendwart Andreas Pützer.

Gestern wurde der Schützenplatz aufgeräumt. Schließlich musste dieser der Bruderschaft besenrein übergeben werden. Für viele Jung-Feuerwehrleute hieß es wie geplant Abschied nehmen - nicht aber für alle. Die Ratinger und die Bernauer vom Chiemsee verbringen noch eine gemeinsame Lager-Woche.

"Die Jugendlichen lernen voneinander, vor allem Teamgeist"

"Es war tolle Tage", sagte Jaqueline (13), die erst seit wenigen Wochen bei der Ratinger Jugendfeuerwehr Mitglied ist. Etwas ausführlicher äußerte sich Sven Schneider (16), der schon seit vier Jahren dabei ist. "Schon mein Opa, Vater, Schwester und Bruder sind Mitglieder der freiwilligen Feierwehr. Hier lernt man Teamfähigkeit und nette Menschen kennen. Ich kann dieses Ehrenamt nur empfehlen", sagt Schneider, der auch sportlich gut drauf ist, bei RW Lintorf als B-Jugendlicher dem runden Leder nachjagt und gerade im Cola-Kisten stapeln mit 14 Kästen eine Bestleistung aufgestellt hat.

Für Chef-Organisatorin Christina Räker war diese Veranstaltung allein aus pädagogischer Sicht ganz wichtig: "Die Jugendlichen lernen von den anderen, vor allem Teamgeist, dass einer für den anderen einsteht" - entscheidend für den Beruf Feuerwehrmann. Echte Einsätze gibt es für die Nachwuchs-Feuerwehrleute noch nicht. Dafür müssen sie sich gedulden, bis sie 18 Jahre alt sind.

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