Goethe-Passage-Investor Göltsch wundert sich über die „Horrorszenarien“.

Wülfrath. Siegfried Göltsch wirkte reichlich genervt. Man konnte nur erahnen, wie oft sich der Projektentwickler vom Investor Pe-Ma-Re die Debatte um die Goethe-Passage nun schon angehört hat.

Diesmal stand das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Zwischenzeitlich konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, als wäre es weder dort noch irgendwo anders jemals diskutiert worden.

Ist eine Verödung der Innenstadt zu befürchten? Braucht Wülfrath noch einen Discounter und eine weitere Apotheke, so wie es die Planungen des Investors vorsehen?

Auch Andreas Maul, Vorsitzender von Wülfrath pro, schüttelte als Zuhörer angesichts solcher Fragen immer wieder den Kopf. Denn die Werbegemeinschaft hatte unlängst ihre Mitglieder zu einem Info-Abend eingeladen und die Fragen rings um den geplanten Bau des Einkaufszentrums in der Goethestraße groß und breit diskutiert und kommuniziert.

Viele Ausschussmitglieder wirkten nicht allzu gut informiert

Umso unverständlicher wirkte es, dass so einiges bei den Ausschussmitgliedern noch nicht angekommen zu sein schien und unter anderem Fragen nach der fehlenden Wohnbebauung erneut ausführlich diskutiert werden mussten.

Schlussendlich musste sich Projektentwickler Siegfried Göltsch den Vorwurf gefallen lassen, empfindlich und sensibel auf die Nachfragen des Ausschusses nach dem Sinn und Zweck der Passage zu reagieren. Bis CDU-Ratsherr Jürgen Klein das auf den Punkt brachte, was sich als Eindruck schon längst aufdrängte: "Das ist doch eine Debatte, die vor der Entscheidung und der Ausschreibung hätte geführt werden müssen", stellte er klar.

Zum Sachstand Goethe-Passage gab es im Übrigen nicht allzu viel Neues zu hören: Für Wohnbebauung ist der Standort aus Sicht des Investors zu unattraktiv, mit Edeka konnte ein Lebensmittelhändler für die 1800 Quadratmeter große Verkaufsfläche gewonnen werden und mit Aldi wird ein weiterer Discounter in die Passage einziehen. Weitere potenzielle Mieter sind eine Apotheke, ein Drogeriemarkt und eventuell ein Kinderbekleidungsgeschäft. Außerdem gibt es bereits Gespräche mit ortsansässigen Ärzten, die mit ihrer Praxis in den Neubau umsiedeln möchten.

"Ich weiß nicht, wie diese Horrorszenarien zustande kommen, dass die Goethe-Passage dem Einzelhandel in der Innenstadt schaden könnte", wunderte sich Projektentwickler Göltsch.

Stadtentwicklungsprogramm: Wie stemmt die Stadt den Eigenanteil?

Neben dem Sachstand in Sachen Goethe-Passage stand das geplante Stadtentwicklungsprogramm auf der Tagesordnung (die WZ berichtete). Insgesamt zehn Millionen Euro an Investitionskosten wurden für die einzelnen Maßnahmen veranschlagt. Etwa drei Millionen Euro müsste die Stadt dafür innerhalb der kommenden acht Jahre als Eigenanteil selbst aufbringen. Eine Investition, über die vor dem Hintergrund des bevorstehenden Haushaltssicherungskonzeptes noch ausgiebig diskutiert werden dürfte. Bürgermeisterin Claudia Panke hoffte aber, dass es Wege geben könnte, die Summen aufzubringen.

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