Im Bezirksausschuss gab es bissige Kommentare zu den Entwicklungsideen der Verwaltung für Neviges.

Das alte Rathaus an der Wilhelmstraße in Neviges soll laut Vorschlag der Stadtverwaltung zu einem „kulturpädagogischen Zentrum“ für Volkshochschule und Musikschule umgebaut werden. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit jedoch als sehr marode charakterisiert und der reine Sanierungsaufwand mit rund einer Million Euro beziffert.   (Archiv
Das alte Rathaus an der Wilhelmstraße in Neviges soll laut Vorschlag der Stadtverwaltung zu einem „kulturpädagogischen Zentrum“ für Volkshochschule und Musikschule umgebaut werden. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit jedoch als sehr marode charakterisiert und der reine Sanierungsaufwand mit rund einer Million Euro beziffert. (Archiv

Das alte Rathaus an der Wilhelmstraße in Neviges soll laut Vorschlag der Stadtverwaltung zu einem „kulturpädagogischen Zentrum“ für Volkshochschule und Musikschule umgebaut werden. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit jedoch als sehr marode charakterisiert und der reine Sanierungsaufwand mit rund einer Million Euro beziffert. (Archiv

Simone Bahrmann

Das alte Rathaus an der Wilhelmstraße in Neviges soll laut Vorschlag der Stadtverwaltung zu einem „kulturpädagogischen Zentrum“ für Volkshochschule und Musikschule umgebaut werden. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit jedoch als sehr marode charakterisiert und der reine Sanierungsaufwand mit rund einer Million Euro beziffert. (Archiv

Neviges. Nur Augenwischerei und Wahlkampftaktik? Angesichts der mehr als angespannten Finanzen der Stadt fehlt den Bezirksvertretern der Glaube an eine baldige Umsetzung der Entwicklungsideen für Neviges, die Bürgermeister Stefan Freitag im Dezember in den Stadtrat eingebracht hat. Wie berichtet, macht die Stadtverwaltung Vorschläge zur Zukunft der städtischen Immobilien Stadthalle, Rathaus und David-Peters-Haus.

Außerdem wurden Nutzungskonzeptionen für das Herrenhaus von Schloss Hardenberg zur Diskussion gestellt, die zusammen mit einem Expertengremium erstellt wurden. Kurz zusammengefasst: Die Stadthalle soll erhalten und saniert, das Rathaus soll zum "kulturpädagogischen Zentrum" für Volkshochschule (VHS) und Musikschule umgebaut, das David-Peters-Haus hingegen wohl eher abgerissen werden, um dort eventuell innerstädtisches Wohnen zu realisieren. Für das Schloss steht eine Museumsnutzung im Raum.

Doch "wo ist Geld für diese Maßnahmen im Haushalt eingestellt?", wollte Michael Pannen (Grüne) am Dienstagabend im Bezirksausschuss wissen. "Wir haben die Befürchtung, dass mit viel Getöse vor der Kommunalwahl etwas verkündet wird und dann nichts passiert."

In das gleiche Horn stießen beispielsweise August-Friedrich Tonscheid (Velbert anders) und Hinnerk Tegtmeier: Tonscheid warnte davor, "falsche Erwartungen zu wecken", und Tegtmeier meinte: "Hier ist Glaubwürdigkeit gefragt. Das alles gibt’s nicht zum Nulltarif."

Die Stadt setzt auf die Vermarktung des David-Peters-Hauses

Bislang sind im Etat 2009 Mittel für den weiteren Ausbau der Vorburg (700 000 Euro vom Land, 300 000 städtischer Eigenanteil) sowie die Substanzsanierung am Herrenhaus (1,7 Millionen Euro Land, eine Million Euro Stadt) vorgesehen.

Außerdem ist Geld unter anderem für eine erneute Begutachtung/Konzepterstellung für die Stadthalle eingeplant. Um neue Investitionen stemmen zu können, setzt die Stadt offenbar auf die Vermarktung des Areals David-Peters-Haus.

"Und wenn wir keinen Investor finden, bleibt alles, wie es ist"

Für den Bereich zwischen Tönisheider Straße, Im Koven, Wilhelmstraße und Stadtgarten soll nun zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. "Ein Investor muss wissen, was er da überhaupt machen kann", so Stadtplaner und Denkmalschützer Roland Dabrock. "Es soll also erst mal Geld von einem Investor kommen, dann wird das Rathaus saniert. Und wenn wir keinen Investor finden, bleibt alles, wie es ist", sagte Bodo Klug.

Planer Detlef Jobst und Roland Dabrock hingegen verteidigten die Vorgehensweise: "Der bisherige Zustand ist, dass es kein Planungsrecht gab. Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass sich etwas ändert", so Jobst.

 Für die Bildungseinrichtungen VHS und Musikschule könne man vielleicht auf staatliche Förderung hoffen, sagte Dabrock, der die gesamten Konzeptideen noch einmal vorstellte. In Langenberg habe es im Übrigen vor Beginn der Altstadtsanierung die gleichen Bedenken gegeben. Seit den 80er-Jahren seien aber inzwischen 180 Millionen Euro in die Aufwertung des Stadtteils geflossen.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde schließlich einstimmig gefällt. "Wir halten die Fläche für sehr geeignet für eine Entwicklung. Die Anbindung ist günstiger als zum Beispiel das Gelände hinter dem Krankenhaus", sagte Emil Weise (CDU).

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