Erhebung: Britta Weber hat in ihrer Examensarbeit die Sportgelegenheiten in Neviges untersucht. Ergebnis: Es gibt eine ganze Menge – aber es hapert an der Pflege und Ausstattung.

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Nicht nur speziell dafür gebaute Sporthallen und -plätze, sondern auch Freiflächen, auf denen gebolzt oder gespielt werden kann, sind für eine „bewegungsfreundliche“ Stadt wichtig, so Britte Weber. (Archiv

Nicht nur speziell dafür gebaute Sporthallen und -plätze, sondern auch Freiflächen, auf denen gebolzt oder gespielt werden kann, sind für eine „bewegungsfreundliche“ Stadt wichtig, so Britte Weber. (Archiv

Marc Ingel

Nicht nur speziell dafür gebaute Sporthallen und -plätze, sondern auch Freiflächen, auf denen gebolzt oder gespielt werden kann, sind für eine „bewegungsfreundliche“ Stadt wichtig, so Britte Weber. (Archiv

Neviges. Eine Wiese ist eine Wiese, ein Parkplatz nur ein Parkplatz? Nicht für Britta Weber. Die 26-jährige Nevigeserin betrachtet solche Flächen unter einem ganz anderen Blickwinkel.

Denn auf der Wiese könnte Fußball oder Frisbee gespielt werden, der asphaltierte Parkplatz ist ein idealer Trainingsgrund für Inline-Skater. Für ihre Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt Sekundarstufe 1 hat die angehende Sport- und Englisch-Lehrerin Sportgelegenheiten in Neviges untersucht - Hallen und Plätze, die primär für den Sport angelegt sind, aber auch Grünflächen, Spielplätze, Rad- und Wanderwege.

22 Orte und Einrichtungen erfasst, begutachtet und bewertet

Von Juni bis August 2008 hat Britta Weber 22 Orte und Einrichtungen mit dem Fahrrad abgeklappert, erfasst, begutachtet und bewertet: Welche Sportarten kann man dort ausüben? Welche Nutzungszeiten und -bedingungen gibt es? In welchem Zustand sind die Sportmöglichkeiten? Daraus wurde ein Attraktivitätsfaktor für die jeweilige Fläche oder Einrichtung ermittelt.

"Wir sind in Neviges sehr sportlich unterwegs. Das hätte ich vorher gar nicht so gedacht", sagt Britta Weber als allgemeines Fazit. Sie selbst stammt aus einer sportbegeisterten Familie und ist aktive Schwimmerin.

Positiv vermerkt die Nevigeserin in ihrer Arbeit, dass grundsätzlich viele Sportgelegenheiten vorhanden seien. Und von den 22untersuchten sind nach ihrem Bewertungsinstrumentarium elf auch "besonders geeignet" für die jeweilige Nutzung, die anderen elf immerhin noch "geeignet". "Für die Voraussetzungen würde ich die Note eins bis zwei vergeben", sagt Britta Weber.

Positiv: Viele Schulhöfe nachmittags für Sport und Spiel geöffnet

Dass beispielsweise viele Schulhöfe am Nachmittag für Kinder und Jugendliche offen stehen, ist für die 26-Jährige eine sehr gute Sache. "Es wird auch genutzt. An der Hardenbergschule wird Streetball gespielt, und auch auf dem gemeinsamen Schulhof an der Ansembourgallee waren immer Kinder", hat Weber beobachten können. Auch die Vereinsangebote seien gut und vielfältig. "Wichtig ist immer beides - das freie und das gebundene Sporttreiben. Das sollte nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Negativ: Hundedreck, schadhafte Radwege, ungepflegte Sportplätze

Bei der Unterhaltung der Sportgelegenheiten hapere es allerdings, haben Webers Untersuchung und auch die Gespräche mit den Sportlern ergeben. "Es muss nicht alles super perfekt sein, aber gepflegt", sagt sie. Vereine klagten über den Zustand von Hallen und Plätzen. Negativbeispiel aus Webers Sicht: der Sportplatz an der Hardenbergschule. "Und im Stadtgarten haben mir Kinder gesagt, dass sie traurig sind, in einem Hundeklo spielen zu müssen."

Der Radweg an der Wülfrather Straße wiederum ist an einer Stelle wegen Schäden im Belag unterbrochen: "Es ist lächerlich, wenn ich als Radfahrer auf einem Radweg absteigen muss. Und es auch nicht gerade toll, von Ästen gepeitscht zu werden, weil Büsche und Bäume nicht geschnitten werden."

Weiteres Beispiel: Rund um die alte Burg im Waldgebiet oberhalb von Schloss Hardenberg gab es einst einen Trimm-dich-Parcours - nur noch ein verblichenes Schild, das Britta Weber fotografiert hat, erinnert daran. "Dort war eine beliebte Jogging-Strecke. Doch jetzt ist der Wald von den Sturmschäden gezeichnet, die Wege sind ausgewaschen, die Geräte des Fitness-Parcours längst abgebaut."

So kommt Britta Weber zu dem Schluss: "Es ist wie häufig in Neviges: Es ist was da, es ist was Schönes da, aber man muss auch etwas dafür tun." Nur die Note vier oder fünf würde sie deshalb für das vergeben, "was draus gemacht wird".

Dabei gehe es nicht um große Investitionen: Bessere Pflege würde aus Sicht der Sportstudentin schon viel bringen. Weitere Vorschläge sind beispielsweise der Lückenschluss des Radweges zur Innenstadt an der Elberfelder Straße oder die Ausweisung von Walkingstrecken mit Längenangaben.

Mit ihrer Arbeit war die Nevigeserin schneller als die Verwaltung, die 2008 eine Bestandserhebung und Bürgerumfrage zu den Sportmöglichkeiten gestartet hat. Gespannt ist sie auf deren Ergebnisse: "Wichtig ist die wohnortnahe Sportgelegenheit. Das Sportzentrum Industriestraße beispielsweise bringt Neviges gar nichts", ist sie überzeugt.

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