Kinder: Die Technischen Betriebe klagen über zunehmende Verunreinigungen, die die Sicherheit spielender Kinder gefährden – vor allem zerschlagene Glasflaschen.

Velbert/Neviges. Wenn Kinder beim Spielen im Sandkasten in Hunde- oder Katzenkot greifen, ist das ekelig - und potenziell gesundheitsgefährdend. Wenn sie beim Graben in eine Glasscherbe fassen oder sich im Material, dass als Fallschutz um Spielgeräte ausgelegt ist, Scherben befinden, können sie sich erheblich verletzten. Genau diese Gefahr aber stellen die Technischen Betriebe zunehmend fest: Auf den Plätzen für Kinder wird gezecht, Flaschen werden mutwillig zerschlagen.

Treffpunkte wechseln immer wieder - und damit die Probleme

"An manchen Stellen gibt es eine extreme Zunahme", sagt Sina Friedrich, Geschäftsbereichsleiterin "Öffentliches Grün" bei den Technischen Betrieben (TBV), die für die Unterhaltung und Pflege der städtischen Spiel- und Bolzplätze zuständig sind. Nach Beobachtung von Friedrich wechseln die Plätze, die Probleme machen - je nachdem, wo gerade ein Treffpunkt angesagt ist. In Neviges waren beispielsweise in der Vergangenheit Spielplatz und Skateranlage am Schanzenweg negativ aufgefallen.

"Aber momentan ist das in Ordnung. Es ist auch noch nicht wirklich Freiluftsaison", so Friedrich. Massive Schwierigkeiten haben die TBV hingegen momentan auf den neu gebauten beziehungsweise sanierten Spielflächen an der Bonsfelder Straße und am Bodensfeld in Langenberg. "Beinahe täglich müssen die Mitarbeiter dort Scherben einsammeln", sagt die Geschäftsbereichsleiterin. Besonders heikel: Scherben im Fallschutzmaterial. An manchen Spielgeräten dienen Holzhackschnitzel dazu, einen etwaigen Sturz abzufedern. "Finden Sie mal braune Scherben von Bierflaschen in braunen Holzschnitzeln. Die sind kaum zu sehen", sagt Friedrich.

In der Regel würden die Spielplätze ein- bis zweimal in der Woche von TBV-Mitarbeitern kontrolliert und gereinigt. "An Schwerpunktplätzen, an denen es besondere Schwierigkeiten gibt, oder solchen, die besonders stark frequentiert werden, sind wir auch täglich", erklärt die Geschäftsbereichsleiterin.

Was auf Spielplätzen erlaubt ist oder nicht, ist eigentlich klar: Schilder mit bunten Piktogrammen weisen darauf hin, dass Hunde verboten sind, ebenso der Konsum von Alkohol und anderen Drogen. Zudem sollen die Plätze nur von Kindern bis zu der angegebenen Altersgrenze besucht werden. Verstöße - besonders das Zerschlagen von Glasflaschen - stellen Ordnungswidrigkeiten dar.

Inklusive Bolzplätzen und Skateranlagen sind im Stadtgebiet 90 öffentliche Spielgelegenheiten für Kinder und Jugendliche ausgewiesen - je 30 in jedem Stadtteil.

Für Pflege und Unterhaltung der Spielplätze sind die Technischen Betriebe zuständig. In welchem Rhythmus die Mitarbeiter der Spielplatzkolonne eine Anlage in Augenschein nehmen, hängt von der Intensität der Nutzung ab: Wo erfahrungsgemäß täglich viele Kinder spielen, wird entsprechend häufiger überprüft. Einmal im Jahr ist für jeden Platz eine Hauptuntersuchung fällig, bei der die Geräte nach Angaben der Hersteller gewartet werden.

"Sie werden von uns zur Anzeige gebracht", so Sina Friedrich. Nur: Es ist nicht leicht, die Täter zu erwischen. Denn die kommen meist abends oder am Wochenende. Gibt es wie jetzt in Langenberg häufig Ärger, ziehen die TBV die Polizei und den städtischen Ordnungsdienst hinzu. "Die Kontrolle hat aber Grenzen. Letztlich können wir nur an die Leute appellieren, dass sie Kinder gefährden."

Anja Gohr aus Neviges hat das zeitweilig schöne Wetter in dieser Wochen genutzt, um mit Pflegekind Sophie (zweieinhalb Jahre) dem Spielpatz im Stadtgarten einen Besuch abzustatten. "Glasscherben sind mir hier weniger aufgefallen. Aber es gibt viele Katzen, die in den Sandkasten machen", sagt Gohr. Und weil viele ihre Hunde im Stadtgarten ausführten, fänden sich die entsprechenden Hinterlassenschaften auf der Wiese und in Büschen. "Das ist eine Riesensauerei."

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