Mit dem 68. Schuss fiel beim Hardenberger Schützenverein der Holzvogel.

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Beim Festzug marschierten auch Kapellen mit.

Beim Festzug marschierten auch Kapellen mit.

Schwartz

Beim Festzug marschierten auch Kapellen mit.

Neviges. Als der Holzvogel beim 68. Schuss endlich fiel, löst sich nicht nur bei Klaus-Walter Peters die ganze Anspannung. "Da ist er!", ruft Michael Brögeler und läuft zum neuen Schützenkönig des Hardenberger Schützenvereins 1656. Schnell hat sich eine Gratulantentraube um den Vorsitzenden der Schützen gebildet, der mit dem Sieg beim Vogelschießen in seine insgesamt dritte Amtszeit als Schützenkönig startet.

"Haltung annehmen", scherzt Klaus-Walter Peters, während er Hände schüttelt, Leute umarmt und Glückwünsche entgegennimmt. Lange hatte er bis dahin zittern müssen, denn beim Königsschießen zählt nicht nur das Können, am Ende entscheidet das Glück. "Ich habe schon beim 40.Schuss gedacht: Jetzt muss er langsam fallen", sagt Klaus-Walter III., der mit Ute Witte das nächste Jahr als Königspaar den Verein repräsentieren wird.

Zu seinem Königshof zählt dann übrigens auch sein Konkurrent beim Königsschießen: Ortwin Böttcher wird Adjutant. Den Hofstaat vervollständigen seine Frau Anita und Walter und Marlies Knabjohann. Neuer Prinz ist Maik Middeldorf.

Für Klaus-Walter Peters ist die Königswürde die ganz persönliche Note in einem Jahr voller Schnapszahlen und Jubiläen. "Er ist seit 55 Jahren Vereinsmitglied, das ist Rekord, das letzte Mal war er vor 33 Jahren König, und ganz nebenbei wird er auch noch 70Jahre alt", sagt Michael Brögeler.

Beim Treffer auf den rechten Flügel kippte der ganze Vogel um

Doch auch sonst hatte das 353.Schützen- und Volksfest einige Kuriositäten zu bieten. Da war zum Beispiel das Pfänderschießen (Ergebnisse siehe Infokasten), bei dem nach Hans Rohles Treffer auf den rechten Flügel gleich der ganze Holzvogel fiel. "Und das, bevor wir den linken Flügel schießen konnten", sagt Michael Brögeler. Und auch ein frühmorgendlicher Polizei-Einsatz hatte Seltenheitswert: "Irgendein Anwohner fand es Sonntagmorgen um 8 Uhr wohl nicht so prickelnd, dass wir den amtierenden König zusammen mit dem Nevigeser Fanfarenkorps geweckt haben."

Beim Pfänderschießen schoss Michael Brögeler mit dem 31.Schuss die Krone, Sabine Bovensiepen das Zepter mit dem 39.Schuss und Andreas Küper den Reichsapfel mit dem 16. Schuss. Den rechten Flügel sicherte sich Hans Rohles mit dem 68. Schuss, und nach dem 142. Schuss gehörte der linke Flügel Gerald Klein.

Doch die Traditionsveranstaltung war angemeldet und so rückte die Polizei schnell wieder ab. Der bis zu diesem Wochenende amtierende König Sebastian I. nahm den Zwischenfall gelassen und freute sich, das Amt an seinen Nachfolger Klaus-Walter Peters abzugeben. "Es ist zwar ein Traum für mich in Erfüllung gegangen, aber es war auch ein sehr anstrengendes Jahr."

Das Pfingstwochenende war noch einmal sein ganz persönlicher Höhepunkt: Bei der großen Königsparade führte Sebastian Rohles "seine" Schützen zur Stadthalle, wo beim großem Königsball offiziell die Regentschaft des Königspaares beendet wurde. "Der Ball ist schön, aber auch traurig", sagt Silke Klein, die als Königin in den letzten zwölf Monaten die Traditionen der Schützen pflegte.

Stressig ging es auch am Montag weiter, wo Rainer Pohlenz beim "Hahneköppen" seinen Titel zum zweiten Mal zu verteidigen versuchte, bevor beim anschließenden Kehraus ein fröhliches, aber auch sehr anstrengendes Wochenende seinen krönenden Abschluss fand. Kein Wunder, dass Michael Brögeler sagt: "Viele von uns haben sich extra für die ganze Woche Urlaub genommen."

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