Sport: Zum zweiten Mal veranstalten die Radsportfreunde ein ambitioniertes Bergzeitfahren.

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Beim Ritt auf dem Drahtesel stören plötzlich Reiter und Hundemeute die rasende Fahrt des Radsportlers. Mit Geschick kann er ausweichen. Eine gute Zeit ist allerdings nicht mehr möglich.

Beim Ritt auf dem Drahtesel stören plötzlich Reiter und Hundemeute die rasende Fahrt des Radsportlers. Mit Geschick kann er ausweichen. Eine gute Zeit ist allerdings nicht mehr möglich.

Simone Bahrmann

Beim Ritt auf dem Drahtesel stören plötzlich Reiter und Hundemeute die rasende Fahrt des Radsportlers. Mit Geschick kann er ausweichen. Eine gute Zeit ist allerdings nicht mehr möglich.

Neviges. Sie fallen schon am Anfang der Donnerstraße in Langenberg auf: Jugendliche Radfahrer, die in Trikots und zum Teil mit Rückennummern versehen mit ihren Rennrädern die Ausfallstraße nach Nordrath auf und ab sprinten. Sie fahren sich warm für das Bergzeitfahren, das die Radsportfreunde Velbert (RSF) nach der gelungenen Premiere im Vorjahr nun zum zweiten Mal auf der Deilbachstraße veranstalten. Erstmals ist das Rennen auch ein Wertungslauf für die NRW-Landesmeisterschaft.

Hinter der Bergischen Schweiz wärmen sich die Fahrer auf

Hinter der Bergischen Schweiz knubbelt sich ein Teil des Fahrerlagers am Straßenrand. Räder werden vorbereitet und überprüft, die jungen Radsportler - Jungen und Mädchen der Altersklassen U13, U 15 und U17 - ziehen die Rennkluft über, machen Lockerungsübungen. Direkt an der Einfahrt zur Deilbachstraße hat die SG Kaarst ihren mit einem riesigen Heckcontainer ausgerüsteten Minibus postiert. Julian Ockenfels und Nina Schulz fahren sich hier eine Stunde lang auf zwei Rollenständen warm - viel Aufwand für die 3,4 Kilometer lange Strecke: "Ohne ordentliches Einfahren kann man weder gut noch schnell fahren", erläutert Horst Teutenberg, Trainer und Jugendleiter der Kaarster. Das sei wie bei einer Maschine, die müsse auch richtig warm sein, um Leistung bringen zu können.

"Ohne ordentliches Einfahren kann man weder gut noch schnell fahren."

Trainer Horst Teutenberg

Zwei Durchgänge müssen die jungen Sportler auf der Deilbachstraße von der Einmündung Donnerstraße bis zum Ziel an der Kreuzung Nordrather Straße absolvieren, dabei immerhin 130Höhenmeter überwinden. Die Wertung erfolgt aus der Summe der beiden gefahrenen Zeiten. Gestartet wird auf der für den Verkehr gesperrten Straße einzeln im Minutentakt. Ärgerlich für einen der jungen Radler: Plötzlich brechen zweihundert Meter hinter dem Startpavillon zwei Dutzend Reiter samt Hundemeute aus dem Wald und kommen dem Fahrer in voller Straßenbreite entgegen. Nur mit Mühe kann er sich durch die Gruppe arbeiten, die nach ein paar Metern auf einen Acker wechselt.

Motorradfahrer jubeln den Radsportlern zu

Anfangs verläuft die Strecke relativ flach. Kurz vor der Brandruine der Deilbachmühle lagert eine Gruppe Motorradfahrer am Straßenrand, die jeden Radler mit einer La-Ola-Welle begrüßen und frenetisch anfeuern. Sie sind nicht die einzigen Schlachtenbummler: Immer wieder finden sich am Wegesrand kleine Grüppchen, teils mit Campingstühlen und -tischen ausgestattet, die den Radsportlern zujubeln. Ab "Schmahl am Schmalen" geht es richtig bergauf: "Da vergisst man die landschaftliche Schönheit der Strecke", weiß Andreas Brembeck. Der stellvertretende RSF-Vorsitzende und Organisator des Zeitfahrens kennt den Abschnitt aus leidvoller Erfahrung. Einmal pro Woche fährt der 40-Jährige mit dem Vereinsnachwuchs, darunter auch Volker Bolte.

Der 16-jährige Bolte ist der einzige Velberter Starter im Feld und laut Brembeck ein echtes Talent: "Früher habe ich ihn die Berge hinauf gequält, heute quält er mich." Immerhin holte Bolte 2009 bei den Landesmeisterschaften den dritten Platz seiner Altersklasse und ist amtierender Bezirksmeister. Dieses Mal ist der junge Radsportler nicht ganz zufrieden: Den ersten Durchgang absolviert er zwar mit knapp 7.33Minuten deutlich schneller als im Training, am Ende landet er aber in einem sehr starken Feld von 26 Startern auf Platz 7.

Am 2. Velberter Bergzeitfahren auf der Deilbachstraße nahmen in diesem Jahr mehr als hundert junge Radsportler zwischen elf und 16 Jahren aus ganz NRW teil.

Die Strecke zwischen dem Start hinter der Einmündung Donnerstraße bis zum Ziel am Gut Hennenberg kurz vor der Kreuzung Nordrather Straße ist 3,4 Kilometer lang und überwindet 130 Höhenmeter. Je nach Altersklasse benötigten die Starter zwischen 6,47 und 13,43 Minuten für die Etappe.

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