Bei Würstchen und Bier erleben die Nevigeser eine Rettungsübung. Das Wochenende war mal wieder ein voller Erfolg. Über 2500 Besucher kamen allein am Samstagabend.

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Das erste Brandopfer wird mit einer orangenen Fluchthaube bei einer Einsatzübung am Florianstag in Sicherheit gebracht.

Das erste Brandopfer wird mit einer orangenen Fluchthaube bei einer Einsatzübung am Florianstag in Sicherheit gebracht.

Simone Bahrmann

Das erste Brandopfer wird mit einer orangenen Fluchthaube bei einer Einsatzübung am Florianstag in Sicherheit gebracht.

Neviges. Dicker Rauch dringt aus dem Lüftungsschacht des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Neviges. Doch niemand scheint etwas davon mitzubekommen. Auf dem Hof genießen die Besucher vielmehr die Angebote des Florianstages. Gemütlich schlürfen sie Cocktails an der Caipi-Bar, essen Crêpes mit Nutella oder lauschen den Klängen des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Neviges. Auf die dichten Rauchschwaden achtet niemand.

Plötzlich durchdringt der Schrei einer Frau das lustige Treiben: "Es brennt!" Alle Blicke der Besucher sind nun auf das Gerätehaus gerichtet. Was ist da los? Aus der Ferne dringen die ersten Sirenen ans Ohr. Feuerwehreinsatz im Gebäude der Feuerwehr.

"Guck mal, da oben", wispert Louis (11) seinem Freund zu. Gebannt blicken die zwei Jungs auf das Gebäude. Mit heulender Sirene biegen unterdessen die ersten Einsatzwagen des Löschzugs Langenberg auf den Hof an der Siebeneicker Straße. Feuerwehrleute springen aus den Fahrzeugen und stülpen sich Atemschutzmasken über das Gesicht. Die Drehleiter wird ausgefahren und Schläuche entrollt. Die Rettung der Eingeschlossenen beginnt.

Louis (11) hat den Einsatz immer fest im Blick

Wie gebannt verfolgen die Nevigeser den Einsatz. Auch Louis wirkt ziemlich nervös. Schon werden die ersten Opfer aus dem Gebäude geborgen. Vorsichtig klettern sie mit einer orange-farbenen Fluchthaube über dem Kopf aus dem Fenster. "Das war knapp", sagt Louis. Auch die anderen Zuschauer sind von der schnellen Rettung begeistert. Niemandem ist etwas passiert. Das alles war nur eine Übung, um den Besuchern beim Florianstag einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr zu geben.

Einsatzleiter Dirk Arnolds ist dennoch zufrieden: "Die Übung hat wirklich gut geklappt. In Wirklichkeit wäre alles aber natürlich etwas schneller gegangen." Louis ist trotzdem beeindruckt: "Das war echt krass."

Anlässlich des Florianstages feierte die Velberter Feuerwehr auch in diesem Jahr wieder einen ökumenischen Gottesdienst. Dieser stand in diesem Jahr unter dem Motto "Schicksal - Bestimmung?".

Langsam löst sich die Menschentraube auf und auch Horst Meißner geht zurück zum Stand des Motorsportclubs Neviges-Tönisheide. Es warten schon einige Kinder darauf, die nächste Runde mit einem Kart zu drehen. "Heute waren schon einige dabei, die für unsere Jugendgruppe geeignet wären", sagt Meißner anerkennend. Doch nicht jeder kommt mit dem blauen Kart auf dem kleinen Parcours sofort zurecht. "Fester das Lenkrad einschlagen", ruft Horst Meißner einem Jungen zu. Doch zu spät: Das Kart steckt fest.

"Kartfahren ist für die Kinder natürlich ein Highlight", sagt Eckhard Daldrup. Doch der Einsatzbereichsleiter ist auch mit dem Restprogramm des Florianstages mehr als zufrieden: "Es war mal wieder die gewohnt große Party." Die Veranstaltung sei in Neviges inzwischen Kult, glaubt Daldrup: "Ich habe sogar von einigen Leuten gehört, die extra ihren Urlaub so gelegt haben, dass sie kommen können."

Doch die Besucher kamen nicht nur aus Neviges, auch befreundete Feuerwehrleute aus Wülfrath, Mettmann und sogar Olfen (Haltern) mischten sich unter die Gäste. "Als Samstagabend die Band Cover Drive gespielt hat, war der Hof hier völlig bedeckt von Menschen", freut sich Daldrup.

Für die Sicherheit der Nevigeser war trotz der Feierei gesorgt. Daldrup: "Wir hatten genug Leute in Bereitschaft." Sie wären bei einem Alarm direkt bereit gewesen - falls in Neviges wirklich etwas passiert wäre.

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