Karneval: In der „Glocke“ feiern die Senioren ausgelassen bei hausgemachtem Programm.

Beste Stimmung: Gertrud Hammes (l., 86), früher langjährige Vorsitzende der KfD in Neviges, macht bei der Seniorensitzung in der „Glocke“ wie alle anderen begeistert mit.
Beste Stimmung: Gertrud Hammes (l., 86), früher langjährige Vorsitzende der KfD in Neviges, macht bei der Seniorensitzung in der „Glocke“ wie alle anderen begeistert mit.

Beste Stimmung: Gertrud Hammes (l., 86), früher langjährige Vorsitzende der KfD in Neviges, macht bei der Seniorensitzung in der „Glocke“ wie alle anderen begeistert mit.

Simone Bahrmann

Beste Stimmung: Gertrud Hammes (l., 86), früher langjährige Vorsitzende der KfD in Neviges, macht bei der Seniorensitzung in der „Glocke“ wie alle anderen begeistert mit.

Neviges. Gertrud Hammes schwenkt die Arme: "Neviges Helau" ruft die Seniorin, die in dieser Woche ihren 87. Geburtstag feiert. Beim Seniorenkarneval in der Glocke ist sie Stammgast. jahrzehntelang hat sie die Veranstaltung der Vereine und Gruppierungen des Pfarrverbandes selbst mitorganisiert.

Seit 1983 wird in der Glocke der Seniorenkarneval in der heutigen Form gefeiert - mit großem Erfolg. Seit Jahren ist die Feier immer ausverkauft, diesmal gingen 170 Karten an die Jecken.

Die Anfänge liegen allerdings noch viel weiter zurück. "Schon 1969 wurde zu einem Bohnennachmittag eingeladen", sagt Martha Willwoll (71). "Wer in seinem Berliner Ballen eine Bohne fand, war Bohnenkönig." Bruder Raimund aus dem Franziskanerkloster bekam vor vierzig Jahren den Titel.

Das Kinderprinzenpaar des Pfarrverbandes Marek und Leonie heimst am Samstag für seinen Auftritt die erste Rakete des Nachmittags ein. Zum Schlager von Cornelia Froboess "Pack die Badehose ein" tanzen dann die KAB-Cats. Die Senioren freuen sich - viele Enkelkinder stehen auf der Bühne. Heino Dobberstein und Stephanie Olbrich führen gekonnt durch das Programm. Bruder Damian, als Weltenbummler Gerd Rück geschminkt, erzählt in Reimform von seinen Erlebnisse bei einer Urlaubsreise.

Beim langjährigen KAB-Vorsitzenden Klaus-Dieter Schwerfel kommen Erinnerungen hoch. "Als Achtjähriger war ich nach dem Krieg als Cowboy verkleidet. Die Gewehre waren aus Holzstücken. Wir hatten damals ja nichts." Gertrud Hammes hat sich ihr keckes Hütchen extra in Köln gekauft. "Aber früher wurde alles selbst genäht. Man musste improvisieren: Schwarzer Rock mit bunter Litze, Rosen aus Krepppapier, Hütchen aus Filtertüten, Kleider von Mutter und Großmutter. Wir haben uns auch als Holländerinnen und Rotkäppchen verkleidet."

Immer war das Programm hausgemacht. Und das ist auch vier Jahrzehnte später noch das Erfolgsrezept. bv

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