Weil eine Realisierung der umstrittenen Bebauung nicht in Sicht ist, soll die Planungsgrundlage aufgehoben werden.

Der grüne Streifen zwischen Elsbeeker Straße und Lüpkesberger Weg bleibt. Die Bürgerinitiative, die gegen den  geplanten Bau von Doppelhäusern fast 1000 Unterschriften gesammelt hatte, könnte sich dort eine Art Park nach Vorbild des Tönisheider Bürgerparks vorstellen.  (Luftbild: Google Earth)
Der grüne Streifen zwischen Elsbeeker Straße und Lüpkesberger Weg bleibt. Die Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Bau von Doppelhäusern fast 1000 Unterschriften gesammelt hatte, könnte sich dort eine Art Park nach Vorbild des Tönisheider Bürgerparks vorstellen. (Luftbild: Google Earth)

Der grüne Streifen zwischen Elsbeeker Straße und Lüpkesberger Weg bleibt. Die Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Bau von Doppelhäusern fast 1000 Unterschriften gesammelt hatte, könnte sich dort eine Art Park nach Vorbild des Tönisheider Bürgerparks vorstellen. (Luftbild: Google Earth)

Der grüne Streifen zwischen Elsbeeker Straße und Lüpkesberger Weg bleibt. Die Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Bau von Doppelhäusern fast 1000 Unterschriften gesammelt hatte, könnte sich dort eine Art Park nach Vorbild des Tönisheider Bürgerparks vorstellen. (Luftbild: Google Earth)

Neviges. Die geplante Bebauung der Elsbeeker Straße westlich der Einmündung Konrad-Adenauer-Straße mit Doppelhäusern war der Aufreger des Jahres 2003 in Neviges: Kurz nachdem die Pläne bekannt geworden waren, hatte sich die Bürgerinitiative Lüpkesberg gegründet, die binnen weniger Tage knapp tausend Unterschriften gegen das Vorhaben vorlegte.

Jetzt soll das Projekt, das über das Entwurfsstadium nie hinauskam, offensichtlich beerdigt werden. Im Bezirksausschuss stand die Aufhebung des sechs Jahre alten Aufstellungsbeschlusses sogar schon auf der Tagesordnung, wurde von der Verwaltung aber in der Sitzung vorläufig zurückgezogen.

Investor hätte die verrohrte Elsbeeke freilegen müssen

Das Vorhaben betrieben hatte seinerzeit die Architektengemeinschaft Lotz im Auftrag der Langenberger Haus- und Grundstückstreuhand GmbH. Die Gegner der Bebauung kritisierten, dass der ohnehin schon "extrem zugebaute" Lüpkesberg weiter verdichtet, zudem der letzte naturnahe Erholungsraum in diesem Gebiet zerstört werde. Einer turbulenten Sitzung des Bezirksausschusses, der sich mit 13 von 15 Stimmen gegen das Vorhaben aussprach, folgte im Juni 2003 eine noch turbulentere Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses, der das Votum des BZA mit acht gegen sieben Stimmen kippte und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschloss.

Verbunden mit einer Bebauung war jedoch die Auflage, die in diesem Bereich verrohrte Elsbeeke wieder freizulegen und zu renaturieren. Dazu habe der für das Gewässer zuständige Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) eine verbindliche Zusage des Investors verlangt, erläuterte jetzt Stadtplaner Detlef Jobst auf WZ-Nachfrage. Das war dem Vorhabenträger wohl zu teuer: "Diese Zusage ist bis heute nicht erfolgt", so Jobst.

Weil das Projekt offensichtlich nicht weiter betrieben wird, wollte die Verwaltung dem BZA die Aufhebung des Bebauungsplanverfahrens vorschlagen. Zurückgezogen wurde die Vorlage lediglich, weil noch einmal konkretisiert werden sollte, welche Auswirkungen sich aus der Aufhebung ergeben: "Dann gilt weiterhin die bestehende Festsetzung, die das Gelände als Wald- und Grünfläche ausweist", sagte Jobst. Um diese Informationen ergänzt, soll die Vorlage und damit das ganze Bauvorhaben in der nächsten Sitzungsrunde verabschiedet und ad acta gelegt werden.

Sprecher der früheren Bürgerinitiative: "Sehr erfreulich"

Aufgehoben werden soll das Verfahren zum Bebauungsplan Nr. 443.01 - Elsbeeker Straße/Konrad-Adenauer-Straße. Bei dem betroffenen Areal handelt es sich um einen Streifen Grünfläche längs der Elsbeeker Straße, der im Westen durch den Stichweg zum Lüpkesberger Weg, im Osten durch die Einmündung Konrad-Adenauer-Straße begrenzt wird. Dort war ursprünglich der Bau von Doppelhäusern geplant. Für das Gelände gelten somit weiterhin die Bebauungspläne 443 - Lüpkesberg Südhang - 1.Änderung und 408 - Asbruch - , die für das Gelände Wald- und Grünflächen ausweisen.

Völlig überrascht von der Entwicklung zeigte sich Roland Eichner, seinerzeit Initiator der Bürgerinitiative. "Es wäre für die Anwohner sehr erfreulich, wenn das Vorhaben tatsächlich zu den Akten gelegt würde", so der Nevigeser. Die Gruppe hatte in den vergangenen Jahren in losem Kontakt mit den Parteien verfolgt, ob sich etwas an der Elsbeeker Straße tat, um gegebenenfalls wieder aktiv zu werden. Eine Idee für die künftige Nutzung hat Eichner bereits: "Es wäre schön, wenn aus der Brachfläche eine Art Park würde." Als Vorbild hat der Nevigeser den Bürgerpark in Tönisheide vor Augen - mit Sponsoren und engagierten Bürgern, die aus dem Areal ein grünes Kleinod erschaffen. "Das ist natürlich Wunschdenken", sagte Roland Eichner.

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