Die WZ schaute hinter die Kulissen der traditionellen Veranstaltung und traf den Überraschungsgast, Opernstar Everett Suttle.

Er war der absolute Star des Neujahrskonzerts, der Tenor Everett Suttle. Gestern flog er in die USA zurück.
Er war der absolute Star des Neujahrskonzerts, der Tenor Everett Suttle. Gestern flog er in die USA zurück.

Er war der absolute Star des Neujahrskonzerts, der Tenor Everett Suttle. Gestern flog er in die USA zurück.

Stefan Fries

Er war der absolute Star des Neujahrskonzerts, der Tenor Everett Suttle. Gestern flog er in die USA zurück.

Wülfrath. Vor den geschlossenen Türen zum großen Saal des Paul-Ludowigs-Hauses im Wülfrather Stadtteil Rohdenhaus wird das Raunen und Rauschen immer lauter. 500 Menschen sind schon ganz ungeduldig und warten darauf, dass sich die Türen öffnen. Drinnen lassen sich auf der Bühne die Sängerinnen und Sänger nicht beirren.

„Du spürst hier einfach eine Wärme und Herzlichkeit.“

Everett Suttle, Tenor

Die letzte Zugabe wird schon mal angetestet. Zum ersten Mal sind die sechs Könner gemeinsam auf der Bühne – und juxen und albern, als würden sie seit Jahren gemeinsam auftreten. „O sole mio“ – was für ein Spaß. Und mittendrin jemand, der gar nicht im Programm zu finden ist. Eine Überraschung. Und was für ein Hochkaräter.

Die Neujahrskonzerte gibt es schon seit 26 Jahren

Everett Suttle ist der Koloss mit dem tiefschwarzen Bart und der hohen Stimme. Ein Tenor – eben noch in New York, jetzt in Rohdenhaus – und am nächsten Tag zurück in den „Big Apple“. Sein Auftritt bei den Neujahrskonzerten der Kreissparkasse Düsseldorf sagt viel über diese Reihe, die sich seit 26 Jahren hält. „Ein Glücksfall und so nicht zu planen“, kommentiert Karl-Heinz Nacke Suttles Gastspiel.

Der Pianist liest nebenbei eine SMS

Nacke sitzt bei der letzten Probe auf einem Stuhl in der siebten Reihe. In 60 Minuten geht’s los. „Was für ein Profi“, sagt er anerkennend. Auf der Bühne üben Everett Suttle und Morenike Fadayomi (Sopran) ein Duett aus der Verdi-Oper La Traviata. Innig. Versunken. Bezaubernd. Operndirektor Stephen Harrison begleitet das Duo am Flügel. Sparsam. Er kann zwischendurch sogar eine SMS auf seinem Smartphone kontrollieren.

Wie kommt man an so einen Künstler wie Suttle, der schon auf allen großen Operbühnen gestanden hat? „Mailand, Paris, ich war über all“, sagt der dunkelhäutige Opernstar, der aus LaFayette, im US-Bundesstaat Georgia stammt. Über die „gute Freundin“ Fadayomi kam der Kontakt zustande. „Sie habe einen Freund zu Besuch, ob er nicht auch auftreten könnte“, erinnert sich Nacke an ihre Offerte. „Da überlegst Du nicht lange.“

Beim Trinklied aus La Traviata haben alle Sänger viel Spaß

Mit Kultur helfen: Auch dafür steht seit mehr als zwei Jahrzehnten das Neujahrskonzert der Kreissparkasse. Ein Teil des Eintritts kommt einem guten Zweck zu. Diesmal kann sich die Initiative „Wülfrather Kinder in Not“ freuen – über eine Spende in Höhe von 2000 Euro.

Unter der musikalischen Leitung von Stephen Harrison traten auf: Morenike Fadayomi, Victoria Safronova, Angieszka Tomaszewka (alle Sopran, Thomas Laske (Bariton), Ovidiu Purce, Everett Suttle (beide Tenor, Hanni Liang (Klavier) und Dimitri Safronov (Saxofon).

Nicht ausverkauft war das Neujahrskonzert in diesem Jahr. Zum ersten Mal in 26 Jahren. Organisator und Moderator Karl-Heinz Nacke stört das nicht. „In der Stadthalle hatten wir 450 Plätze, im Paul-Ludowigs-Haus im vergangenen Jahr 550 belegte Plätze. Nun sind es 500. Toll, oder?“

Die Kultur-Stiftung der Kreissparkasse Düsseldorf ist Veranstalter der Neujahrskonzerte - in Wülfrath und auch in Mettmann.

Suttle genießt diesen Rahmen in Rohdenhaus. „Du spürst hier einfach eine Wärme und Herzlichkeit“, sagt er. Da spiele es keine Rolle, ob es die Met ist oder das Paul-Ludowigs-Haus. Mit den anderen Künstlern gibt es keine Probleme. Das Trinklied aus La Traviata ist schon bei der ersten Probe eine Riesengaudi. „Das ist doch schön, wenn die Arbeit Spaß macht“, sagt er. Und Spaß haben dann die 500 Besucher in Rohdenhaus auch.

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