"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Im Rat erinnerte Bürgerin Karin Wermbter an das Grundgesetz. Das war ihr Kommentar zur Qualität der Diskussion, wie sie im Umfeld des Bürgerbegehrens geführt wurde. Und Recht hat sie. Denn was in den vergangenen Wochen - vor allem anonym im Internet - verbreitet wurde, verstößt gegen jeden respektvollen Umgang.

Das gilt für alle, die sich am Diskurs beteiligen: Politiker müssen abweichende Meinungen der Bürger respektieren. Aber Bürger müssen auch die Positionen der Politiker akzeptieren, sie müssen sie nicht teilen. Beschimpfungen, Beleidigungen und bösartige Unterstellungen, wie es sie in den zurückliegenden 21 Tagen immer wieder im Internet gegeben hat, sind unerträglich. Um Inhalte streiten. Um Positionen ringen. Das ist in Ordnung. Menschen beschädigen und verletzten: Das ist daneben.

Dass im Rat Ralph Mielke eine neue Kultur im Umgang miteinander angemahnt hat, ist da nur allzu verständlich. Drohungen und Verleumdungen dürfen nicht weiter wesentlicher Teil der Auseinandersetzung sein. Das wäre ein Schritt für eine neue Gesprächskultur: miteinander statt übereinander reden. Ja, Frau Wermbter und Herr Mielke haben Recht.

thomas.reuter@westdeutsche- zeitung.de

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