Evangelische Kirche: Tzvetanka Vassileva Spruck wechselt an eine Wuppertaler Schule – ihre Stelle wird nicht neu besetzt.

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Kantorin Tzvetanka Vassileva Spruck wird Lehrerin in Wuppertal.

Kantorin Tzvetanka Vassileva Spruck wird Lehrerin in Wuppertal.

Simone Bahrmann

Kantorin Tzvetanka Vassileva Spruck wird Lehrerin in Wuppertal.

Neviges. Wie steht es künftig in der Evangelisch-reformierten Gemeinde um die Kirchenmusik? Ab 1. Februar ist die Stelle der bisherigen Kantorin Tzvetanka Vassileva Spruck vakant, sie wechselt nach fast 14 Jahren ans Wuppertaler Gymnasium Bayreuther Straße, um dort als Musiklehrerin zu arbeiten.

"Es wird auch weiterhin Kirchenmusik in Neviges geben, wenn auch in eingeschränktem Maße."

Pfarrer Detlef Gruber

Bislang besetzte die studierte Kirchenmusikerin eine 80-prozentige Teilzeitstelle und war in dieser Funktion für das Orgelspiel wie auch für die kirchlichen Chöre zuständig.

"Es wird auch weiterhin Kirchenmusik in Neviges geben, wenn auch in sehr eingeschränktem Maße", betont Pfarrer Detlef Gruber, zugleich Vorsitzender des Presbyteriums. Von der Kündigung Sprucks Ende des Jahres sei man indessen völlig überrascht worden, so der Geistliche. Nun müsse man grundsätzlich sehen, wie es weitergeht.

Wie viele andere Gemeinden steht allerdings auch Neviges durch den finanziellen Einbruch unter anderem aufgrund geringerer Kirchensteuereinnahmen unter massivem Sparzwang, und das bedeute künftig Einschränkungen in allen Bereichen. Eine neue Besetzung der Musikerstelle im bisherigen Umfang ist nach Grubers Ansicht daher kaum vorstellbar: "Wir hätten früher oder später ohnehin Dinge reduzieren müssen."

So hatte die Gemeinde bereits im Herbst beschlossen, die musikalische Leitung des Gospelchors "Voice ’n’ spirit” nicht länger zu finanzieren. In der Folge wechselte der Chor unter das Dach der Kirchengemeinde Tönisheide, die die Finanzierung der Chorleitung übernahm.

Das Orgelspiel für den Gottesdienst soll gesichert werden

Tzvetanka Vassileva Spruck wechselt im Rahmen eines Landesprogramms des Schulministeriums für Quereinsteiger ans Wuppertaler Gymnasium Bayreuther Straße.

Die studierte Kirchenmusikerin, die die höchste Qualifikationsstufe für Kirchenmusik besitzt, absolviert ein berufsbegleitendes Studium zur Zusatzqualifikation als Lehrerin.

Die Zukunft der Kirchenmusik wird nicht nur bei der Sitzung des Presbyteriums am 19. Januar Thema sein, sondern auch ein bedeutender Aspekt beim Presbytertag Ende Februar. Dort werde man darüber sprechen, wie man zugleich sparen und gestalten könne. Es gehe nicht nur um Stellen: "Da hängen schließlich auch Menschen dran", betont Gruber.

Zunächst schaue man derzeit, dass man für die Sonntagsgottesdienste vornehmlich in der Stadtkirche das Orgelspiel gewährleiste. Auch die Chöre - Kirchen-, Kinder- und Posaunenchor - könnten weiterhin proben. Wer jeweils deren Leitung übernähme, wäre noch zu klären.

Tzvetanka Vassileva Spruck verabschiedet sich unterdessen am 31. Januar mit einem Konzert in der Stadtkirche, zu dem alle Chöre und Musikgruppen, die die Nevigeserin zum Teil selbst aufgebaut, betreut oder mit denen sie zusammengearbeitet hat, erwartet werden: Neben den Evangelischen Chören auch der katholische Pfarr-Cäcilien-Chor, der Männerchor "Widerhall” und die Jazz-Formation "Foss Doll”.

Beteiligen wollen sich außerdem die Gesangssolisten Thomas Weiß und Elke Lingemann, Trompeter Alexander Ruffing und ein Instrumentalensemble aus Musikern des Sinfonieorchesters Wuppertal. Unter dem Motto "Gemeinde singt!” sollen ab 18 Uhr Kirchenlieder und Gospel, Lieder des Kinderchors aus dem Musical "Franziskus” und die Kantate "Alles was ihr tut” von Dietrich Buxtehude erklingen.

Spruck spielt selber das Solo eines Orgelkonzerts von Georg Friedrich Händel. Der Eintritt ist frei, der Erlös freiwilliger Spenden geht an die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche, Partnerkirche des Evangelischen Kirchenkreises Niederberg.

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