Neues Jahr, neue Spielzeit: Das Programm für die Theaterabos 2009/10 steht bereits.

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Zehn Prozent mehr verkaufte Abos: Mit attraktiven Stücken will das Kulturamt das Stadttheater füllen.

Zehn Prozent mehr verkaufte Abos: Mit attraktiven Stücken will das Kulturamt das Stadttheater füllen.

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Zehn Prozent mehr verkaufte Abos: Mit attraktiven Stücken will das Kulturamt das Stadttheater füllen.

Ratingen. Weniger Experimente, mehr Klassiker - das hatte das Ratinger Publikum vom Kulturamt gefordert und in dieser Spielzeit auch bekommen. Die Resonanz ist gut, deshalb wird es auch in der kommenden Theatersaison ähnlich weiter gehen.

"Das Konzept hat sich bewährt", stellt Frank Stamm vom Kulturamt fest. Etwa zehn Prozent mehr verkaufte Abos im Theaterring 1 bestätigen das.

Dennoch wird es zum Abschluss der kommenden Spielzeit ein kleines Wagnis geben. Frank: "Wir haben zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine Oper im Programm."

Der Barbier von Sevilla, inszeniert vom Landestheater Detmold, nimmt jenen Platz im Theaterring 1 ein, der zuletzt eher von Musikrevuen belegt wurde. Die leichtfüßige Oper soll auch jene Theaterfreunde begeistern, die bisher keinen Zugang zu dem Genre hatten.

Theaterring 1: Klassiker und ein Ballett

Ansonsten bietet das Abo viel Altbewährtes: Den Anfang macht Schillers "Wallenstein". Die Geschichte vom Niedergang des berühmten Feldherren wird von der Landesbühne Rheinland-Pfalz in einer Kammerspielfassung gezeigt. In dem Schauspiel "Gefährliche Liebschaften" von Christopher Hampton spinnt eine zynische Aristokratin ein perfides Netz aus Intrigen in ihrem Bekanntenkreis.

Auch ein Ballett ist wieder dabei: Um Traum und Wirklichkeit geht es in der tänzerischen Umsetzung von Don Quixote, das vom Ballett Kiew auf die Bühne gebracht wird. Das Theater an der Ruhr zeigt "Der Vater" von August Strindberg, eine Auseinandersetzung mit der Institution der Ehe. Shakespeares virtuose Komödie "Was ihr wollt" bildet schließlich mit Rossinis "Barbier von Sevilla" den Saisonabschluss.

Theaterring 2: Moderne Klassiker und zeitgenössische Stücke

Im Theaterring 2, der sich modernen Klassikern und zeitgenössischen Stücken widmet, liegt der Schwerpunkt diesmal auf Bühnenfassungen von Romanen. Frank Stamm ist besonders gespannt auf den "Steppenwolf" nach Hermann Hesse. "Das ist die erste Inszenierung, die jemals von den Hesse-Erben genehmigt wurde."

Außerdem im Abo: "Berlin Alexanderplatz" nach dem Großstadtroman von Alfred Döblin, "Martha Jellneck", bei der es um eine Rentnerin auf den Spuren eines großen Verbrechens geht, "Brüder Grimm" erzählt von dem skurrilen Leben der Märchensammler und "The Mystical Dance of Ireland" ist schließlich das Kontrastprogramm - eine Tanz- und Musikshow. "Die Leute wollen immer mehr Musik", hat Stamm festgestellt.

Theaterring 3: Komödien und Musical

Deshalb hat er auch beim Theaterring 3 darauf geachtet, das alle Inszenierungen musikalisch etwas zu bieten haben. Mit der Musical-Revue "Musik ist Trumpf" geht es los, gefolgt vom Schauspiel "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" nach dem Roman von Jaroslav Hasek.

Weiterhin dabei: Die Komödien "Frühstück bei Kellermanns" über die Freuden des Ruhestands, "Der nackte Wahnsinn" über eine drittklassige Theatertruppe und "Kein Job für Sünder" über einen verzweifelten Junggesellen. Das legendäre Ohnsorg-Theater kommt schließlich mit dem turbulenten Lustspiel "Die erste Geige" nach Ratingen.

Kammerkonzerte: Junge Preisträger gastieren

Junge Preisträger konzertieren wieder im Abo der Kammerkonzerte. Mit dabei: Das Orion Klavierquartett, Hisako Kawamura als Klaviersolist und als besonderes Schmankerl ein Saxophonquartett. Frank Stamm freut sich besonders auf "Himmel und Apokalypse", ein Abend, bei dem fünf junge Musiker Wolfgang Amadeus Mozart mit Oliver Messiaen kombinieren.

Kindertheater: Märchenstücke und Musical

Im Theaterring Kindertheater wird es das Musical "Felix" zu hören und sehen geben, die Märchenspiele "Aschenbrödel" und "Rumpelstilzchen" und mit dem "Zauberer von Oz" schließlich die Inszenierung eines modernen Märchens von Lyman Frank Baum.

Kleinkunst: Die Kabarettreihe ist ein Selbstläufer

Ein Selbstläufer dürfte auch in der kommenden Spielzeit wieder das Kabarett- und Kleinkunstprogramm werden. Es ist die einzige Sparte, die ohne Zuschüsse durch die Stadt auskommt.

Zugesagt haben bereits Jochen Malmsheimer, Uwe Rössler und sein Tiffany-Ensemble, außerdem das Newcomer-Trio "Erstes Deutsches Zwangsensemble", die Kabarettpreis-Träger "Annamateur & Außensaiter" sowie Richard Rogler. An Stelle von Konrad Beikircher wird voraussichtlich der Kabarettist Horst Schroth kommen.

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