Der Arbeitstag von Bademeister Gerd Höhndorf beginnt lange bevor die ersten Schwimmer ihre Bahnen ziehen.

Gerd Höhndorf wartet und reinigt die Pumpen und Filter in der Wasserwelt, bevor die Schwimmer kommen.
Gerd Höhndorf wartet und reinigt die Pumpen und Filter in der Wasserwelt, bevor die Schwimmer kommen.

Gerd Höhndorf wartet und reinigt die Pumpen und Filter in der Wasserwelt, bevor die Schwimmer kommen.

Simone Bahrmann

Gerd Höhndorf wartet und reinigt die Pumpen und Filter in der Wasserwelt, bevor die Schwimmer kommen.

Wülfrath. Die Leute sollen sich wohlfühlen, sagt Gerd Höhndorf, während er die Treppen in den Keller der Wasserwelt hinabsteigt. Dazu gehöre auch, dass man sie nicht mit der Arbeit konfrontiert, die in einem Schwimmbad auf die Angestellten wartet: „Deshalb sind wir damit meistens schon fertig, wenn die Gäste kommen.“

Herumliegende Schläuche oder ungeputzte Duschen soll es erst gar nicht geben, wenn morgens um 6.10 Uhr die ersten Frühschwimmer das Bad betreten. Vor der Öffnung kontrollieren der Meister für Bäderbetriebe und seine Kollegen daher stets, ob alles in Ordnung ist. Manches lässt sich jedoch nicht vor Beginn des Badebetriebs regeln.

30 Prozent des Beckeninhalts werden auf einmal gefiltert

Als Gerd Höhndorf im Keller den großen Hebel an der Filteranlage betätigt, stürzen die Wassermassen in die Filteranlage. Durch Sand und Kohle werden sie hier von Dreck gereinigt. Zweimal in der Woche widmet sich Höhndorf dieser Aufgabe in der Frühschicht, meistens genau dann, wenn die Frühschwimmer das Becken verlassen und die Schulklassen noch nicht dort sind. „Der Wasserpegel senkt sich dadurch nämlich ein wenig im Becken“, sagt der Schwimmmeister, während das Wasser laut durch die Tanks rauscht. Etwa 30 Prozent des Beckeninhalts werden hier gefiltert.

„Wir bleiben oft auch mal ein bisschen länger. Das wichtigste ist, dass die Gäste zufrieden sind.“

Gerd Höhndorf, Bademeister. Er und seine Kollegen opfern auch mal ihre Freizeit, damit der Betrieb im Schwimmbad reibungslos läuft.

Auch wenn die Arbeit im Keller getan wird – ganz verborgen bleibt sie den Gästen oben im Becken nicht. Doch die Gäste stören sich daran nicht. Ruhig ziehen die Frühschwimmer ihre Bahnen weiter durch das Becken.

Während der Schulferien hat die Wülfrather Wasserwelt dienstags, mittwochs und freitags von 6.10  bis 20 Uhr geöffnet. Donnerstags von 6.10 bis 14 Uhr und samstags und sonntags von 8 bis 12 bzw. 8 bis 14 Uhr. Für Kinder und Jugendliche von sechs bis 17 Jahren kostet der Eintritt zwei Euro, Erwachsene zahlen vier Euro.

In der WZ-Serie „Frühschicht“ begleiten wir Menschen, deren Arbeitszeit dann beginnt, wenn andere Berufstätige noch fest schlafen.

Viele von ihnen kennt Gerd Höhndorf nach 34 Jahren Dienst mit Namen, auch ihre Gewohnheiten sind ihm gut bekannt. Als ein Mann am Beckenrand den Arm hebt, geht der Schwimmmeister zum Technikkasten und drückt einen Knopf: „Der Gast holt sich jeden Morgen eine kleine Massage an den Düsen ab.“ Die Zeit zwischen 6 und 8 Uhr verläuft ansonsten ruhig für das Team der Wasserwelt. Nur selten ist auf den Kameras, die die verschiedenen Bereiche des Schwimmbades zeigen, ein Gast zu entdecken. In der Schicht bis 14 Uhr ist sind die Angestellten des Bads trotzdem immer zu zweit. Obwohl ein Großteil der Arbeiten abends, nach Betriebsschluss erledigt wird, stehen noch verschiedene Aufgaben an.

An diesem Tag wird morgens noch die Sauna gereinigt. „Der andere von uns muss immer ein Auge auf das Wasser haben“, sagt Höhndorf. Auch die Abrechnungen warten noch auf das Team. Gerade dienstags, am Warmwassertag, kann es da hektisch werden. „Da geht es dann Schlag auf Schlag.“

Service hat für die Bademeister Vorrang

Um den Gästen viel Service zu bieten, verlegen er und seine Kollegen so manche Arbeit auch in die Freizeit: „Wir bleiben oft auch mal ein bisschen länger. Das wichtigste ist, dass die Gäste zufrieden sind“, sagt Gerd Höhndorf.

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