Die Hamburger Band „Die Toten Ärzte“ spielte in der Manege der größten Hits der besten deutschen Punkgruppen.

Mit dem Publikum auf Tuchfühlung gingen die „Toten Ärzte“ in der Manege.
Mit dem Publikum auf Tuchfühlung gingen die „Toten Ärzte“ in der Manege.

Mit dem Publikum auf Tuchfühlung gingen die „Toten Ärzte“ in der Manege.

Pierre-Claude Hohn

Mit dem Publikum auf Tuchfühlung gingen die „Toten Ärzte“ in der Manege.

Lintorf. Für gewöhnlich legen Coverbands sich ja ein möglichst breit gefächertes Repertoire von Hits aus allen Dekaden zu, um allen Publikumswünschen gerecht zu werden.

Insofern sind die "Toten Ärzte" eine ziemliche Ausnahmeerscheinung, denn sie spielen sowohl Songs der beiden wohl bekanntesten und zudem kommerziell erfolgreichsten deutschen Punkbands "Die Toten Hosen" und "Die Ärzte" als auch eigene Stücke. Am Samstagabend rockte das Quartett aus Hamburg in der gutbesuchten Lintorfer "Manege".

Augenzwinkernde Rivalität zwischen den Fanblocks

Nach einem lautstarken Intro vom Band stürmte die Truppe die kleine Bühne des Jugendzentrums und machte mit krachend verzerrten Gitarrenakkorden, kesselndem Schlagzeug und pulsierendem Bass unmissverständlich klar, wo es an diesem Abend lang gehen sollte.

Zudem erinnerte Sänger Branko optisch stark an den jungen Campino, den Frontmann der Toten Hosen, konnte allerdings wesentlich besser singen als dieser. Dass die Idee, Songs der beiden - nicht unbedingt verfeindeten, aber doch konkurrierenden - Bands unter einen Hut zu bringen, nicht ganz ohne ist, zeigte schon die Publikumsbefragung am Anfang der Show: Die Besucher konnten sich nicht darauf einigen, ob sie lieber mehr Lieder der Düsseldorfer Lokalhelden hören wollten, oder doch die "beste Band der Welt" aus Berlin favorisierten. Allerdings wurde die Rivalität zwischen den "Fanblocks", die sich übrigens auch durch die Band selber zog, immer wieder augenzwinkernd aufgegriffen.

Auf jeden Fall gibt das Material der beiden Punklegenden ausreichend Stoff für einen bunten Abend her, schließlich haben die Hosen und die Ärzte gemeinsam ganze 23 reguläre Studioalben produziert, die allesamt vor Hits nur so strotzen.

Da fiel es schon eher schwer, sich überhaupt zu entscheiden, welchen Song man als nächstes spielt und so ließ man das Publikum stets mitreden, was zwar für längere Pausen, aber auch für amüsante Diskussionen sorgte.

Musikalisch war die Darbietung der Hamburger vielleicht ein wenig zu glatt, man merkte schnell, dass hier vier Profimusiker am Werk waren, die mit den eher simplen Kompositionen (vor allem der Toten Hosen) stark unterfordert waren.

Dies hatte aber den positiven Effekt, dass fast alle Nummern einen persönlichen Stempel aufgedrückt bekamen - kaum ein Lied, das 100-prozentig nachgespielt wurde. Lediglich die vereinzelten Eigenkompositionen hätte man sich sparen sollen, denn die waren von der musikalischen und textlichen Qualität einfach ganz weit weg von den Vorbildern.

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