Seit eineinhalb Wochen proben in der Manege 22 Kinder von fünf bis elf Jahren den Kinderbuchklassiker.

Herr Sumsemann (Mitte), gespielt vom kleinen Gianluca nimmt Anneliese (l.), alias Mara, und Peterchen, alias Julia, mit auf die Reise zur Sternenwiese.
Herr Sumsemann (Mitte), gespielt vom kleinen Gianluca nimmt Anneliese (l.), alias Mara, und Peterchen, alias Julia, mit auf die Reise zur Sternenwiese.

Herr Sumsemann (Mitte), gespielt vom kleinen Gianluca nimmt Anneliese (l.), alias Mara, und Peterchen, alias Julia, mit auf die Reise zur Sternenwiese.

Pierre-Claude Hohn

Herr Sumsemann (Mitte), gespielt vom kleinen Gianluca nimmt Anneliese (l.), alias Mara, und Peterchen, alias Julia, mit auf die Reise zur Sternenwiese.

Lintorf. "Ich bin der Maikäfer Sumsemann", grinst der kleine Gianluca (6) quer über sein schwarz und weiß geschminktes Gesicht. "Der saust mit Anneliese und Peterchen zur Sternenwiese und dann bis zur Milchstraße."

Die blonde Anneliese, alias Mara (8), in ihrem weißen Kleidchen neben ihm nickt. "Genau. Das macht sogar noch mehr Spaß als im letzten Jahr bei ,Max und Moritz’." Außerdem sei sie ja jetzt schon ein alter Hase mit "ziemlicher Bühnenerfahrung". "Ich hab diesmal ganz viel Text. Aber ich kann schon alles, denn ich hab fleißig geübt."

Seit eineinhalb Wochen dreht sich in der Theaterschmiede der Lintorfer Manege alles um "Peterchens Mondfahrt", den Kinderklassiker von Gerdt von Bassewitz.

Er handelt von den Abenteuern des Maikäfers Herr Sumsemann, der mit den Menschenkindern Peter und Anneliese zum Mond fliegt, um von dort sein verloren gegangenes sechstes Beinchen zu holen. "Die Kleinen sind einfach herrlich", erzählt Melanie Meyer vom Förderverein der Manege. "Alle 22 sind mit einem Riesenspaß bei der Sache."

Am 5. September beim Dorffest in Lintorf ist die Aufführung

Von morgens um zehn bis nachmittags um fünf wird fleißig geprobt, am Bühnenbild gearbeitet und sogar an den Kostümen geschneidert. Schließlich soll das Stück am 5. September beim Lintorfer Dorffest unter freiem Himmel aufgeführt werden.

Die Theaterschmiede findet im Rahmen des "KunstHandWerks", dem Kinderbildungsangebot für Vier- bis Zwölfjährige des Fördervereins Manege, als Ferienaktion statt. Weitere (ganzjährige) Angebote sind die Kunst- und die Schreibwerkstatt. Finanziert wird das Ganze vom Förderverein, die aktuelle Theaterschmiede kostet rund 5000 Euro.

Hilfe bekommen die kleinen Schauspieler, Requisiteure und Bühnenbauer von einer Schauspielerin (Mareike Beicht), einer Musicalsängerin (Stefanie Harazim), einer Kunstpädagogin (Melanie Meyer), einer Tanztrainerin (Vanessa Witt) sowie einer Germanistikstudentin (Isabell Ehrkamp).

Samstag, 5. September, 14.30 Uhr, beim Dorffest

"Ich bin auch schon total aufgeregt", sagt Celina (11), die Älteste der Truppe, die den Sandmann spielt. "Aber wenn dann die Leute applaudieren, vergesse ich alles um mich herum."

Mit "Max und Moritz" feierte die Theaterschmiede 2008 erfolgreich Premiere. Das Publikum war aus dem Häuschen. "Als wir ankündigten, das Ferienprojekt auch in diesem Jahr auf die Beine zu stellen, waren wir ruckzuck ausgebucht. Es gab eine Warteliste, am Ende musste sogar das Los entscheiden", erinnert sich Melanie Meyer, deren vierköpfiges Team den Kindern die Welt des Theaters näher bringen möchte.

"Regie, Bühnenbild, Inszenierung und Kostüme entspringen dabei allein der kindlichen Fantasie. Lediglich das Stück wird von unserer ausgebildeten Schauspielerin, Mareike Beicht, vorgegeben. Schließlich sollen die Kleinen zuallererst zwei schöne Wochen erleben, an die sie sich gerne zurückerinnern."

Wer sich mit den Sternen beschäftigt, muss sie sich auch genauer anschauen. Und so stand in den vergangenen Tagen nicht nur das Üben für den großen Tag auf dem Programm. "Der Besuch im Planetarium in Bochum hat doch bleibenden Eindruck hinterlassen", sagt Melanie Meyer.

"Da gab es jede Menge staunende Blicke. Jetzt werfen wir noch einen Blick hinter richtige Theaterkulissen - bei ,Pippi Langstrumpf’ hier in Ratingen."

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